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Adam Pendleton – Can I Be?

Ausstellung

Die Langen Foundation freut sich, Adam Pendleton: Can I Be? zu präsentieren – eine umfassende Einzelausstellung, die sich mit den Themen Abstraktion, Sprache und Geschichte auseinandersetzt und untersucht, wie diese Kräfte auf unerwartete und poetische Weise zusammenwirken.

 

Pendleton, eine zentrale Figur der zeitgenössischen amerikanischen Kunst, ist bekannt für Gemälde, die die Grenzen der Abstraktion neu definiert haben. Durch das Aufbrechen einer linearen kompositorischen Logik entstehen seine Werke aus einer distillierten Schichtung von Geste, Fragment und Form. Jedes Werk entfaltet sich durch expressionistische Akzente, starke Kontraste sowie subtile Einsätze von Material, Ton und Oberflächenbeschaffenheit – verbunden mit einer Präzision, die an Minimal und Konzeptkunst erinnert. 2008 begann er, seine Arbeitsweise als »Black Dada« zu bezeichnen – ein kritisches Rahmenkonzept zur Erforschung der Beziehung zwischen Schwarzer Identität, Abstraktion und den historischen Avantgarden –, für das er heute weithin anerkannt ist.

 

Die Ausstellung eröffnet mit einem monumentalen schwarzen Pavillon, der Pendletons Videoarbeit Toy Soldier (Notes on Robert E. Lee, Richmond, Virginia/Strobe) (2021–22) beherbergt. Im Zentrum steht das Robert-E.-Lee-Denkmal, das über 130 Jahre lang in Richmond, Virginia – der ehemaligen Hauptstadt der Konföderierten – stand, bevor es 2021 entfernt wurde. Durch stroboskopische Effekte und fragmentierte Bildsequenzen wird die Form des Denkmals aufgelöst, seine Präsenz auf dem Bildschirm verschleiert und umgekehrt. Der Soundtrack verbindet die stakkatoartige Lesung des Gedichts Dope (1980) durch den Dichter Amiri Baraka mit Hahn Rowes Komposition für Streicher, Holzbläser und Schlagwerk.

 

Im Kontrast zur Größe des Pavillons steht Untitled (2026), ein kleines schwarzes Keramikbild mit drei schwebenden, silbrig schimmernden orbitalen Formen, das einen Moment intimer Betrachtung schafft. Seine reduzierte visuelle Syntax lenkt die Aufmerksamkeit auf Raum, Volumen und Form und setzt einen Ton anhaltender Konzentration und Wahrnehmungsschärfe, der das Seherlebnis in Can I Be? insgesamt prägt.

 

Die Ausstellung umfasst eine Auswahl von Gemälden und Zeichnungen aus Pendletons Werkgruppen Black Dada und Days, die die ganze Bandbreite seiner gestischen und materiellen Untersuchungen in der Malerei sichtbar machen. Pendletons Arbeiten beginnen auf Papier mit Tropfen, Spritzern, Sprayfarben, geometrischen Formen, Wörtern und Wortfragmenten sowie tintenartigen Elementen, die an zerbrochene Buchstaben erinnern. Im Laufe der Zeit häufen sich diese Zeichen im Atelier an und dokumentieren die zeitliche Dimension seines künstlerischen Prozesses. Die geschichteten Kompositionen werden fotografiert und anschließend im Siebdruckverfahren auf schwarze Leinwand übertragen. Die so entstehenden Werke betonen Prozess, Übersetzung und Transformation – sie verstehen Malerei nicht als festes Objekt, sondern als sich entwickelndes System von Denken und Handeln.

 

Eines der großen rechteckigen Volumen des Gebäudes beherbergt die bislang umfangreichste Präsentation von Days-Zeichnungen. Als durchgehende Horizontlinie arrangiert, untersucht die Installation die Möglichkeiten der Abstraktion im kleinem, jedoch intensiven Maßstab. Subtil und produktiv zugleich, balancieren die Arbeiten visuelles Spiel mit Strenge und Zurückhaltung.

 

Ein dreieckiger Pavillon zeigt die Videoarbeit Resurrection City Revisited (Who Owns Geometry Anyway?) (2024–25). »Resurrection City« war ein friedliches, genehmigtes Protestlager mit 3.000 A-förmigen Strukturen, das von Mai bis Juni 1968 eine Fläche von 16 Acres zwischen dem Lincoln Memorial und dem Washington Monument in Washington, D.C., einnahm. Als Höhepunkt von Martin Luther King Jr.s »Poor People’s Campaign« konzipiert, lenkte die temporäre Stadt die nationale Aufmerksamkeit auf tief verwurzelte wirtschaftliche und soziale Ungleichheiten über rassische und geografische Grenzen hinweg. Pendletons Video verbindet Archivmaterial von »Resurrection City« mit einer Aufnahme von Amiri Baraka, der sein Gedicht I Love Music: For John Coltrane (1982) liest. Diese historischen Elemente werden mit abstrakten Formen und gestischen Momenten montiert und überlagert, die die formalen und theoretischen Anliegen von Pendletons Gemälden sowie von Toy Soldier (Notes on Robert E. Lee, Richmond, Virginia/Strobe) aufgreifen.

 

Pendletons Auseinandersetzung mit Sprache und Abstraktion setzt sich in einer Gruppe von acht bodenbasierten Keramikskulpturen fort, die auf einer freien visuellen Interpretation des Morsealphabets beruhen. Indem er diese »universelle« Sprache in Richtung Abstraktion verschiebt, behandelt Pendleton den Code sowohl als Methode als auch als Form. Die malerischen Keramikobjekte erweitern die Untersuchung von Übersetzungsprozessen – zwischen Sprache und Signal, Material und Bild – und führen die Ausstellung in räumlicher Intimität, Rhythmus und körperlicher Präsenz zu einem Abschluss.

 

Adam Pendleton: Can I Be? versteht Abstraktion nicht als Rückzug, sondern als aktive, kritische Haltung – als eine Praxis, die Geschichte, Politik und Wahrnehmung in produktiver Spannung halten kann. Im Dialog mit der Architektur von Tadao Ando entfaltet sich die Ausstellung als fortgesetzte Meditation darüber, wie Form denken, erinnern und die Bedingungen der Gegenwart neu imaginieren kann – während sie kraftvolle Projektionen in die Zukunft entwirft.

 

Adam Pendleton: Can I Be? wird kuratiert von Nadim Samman.

Adam Pendleton wurde 1984 in Richmond, Virginia, geboren. Er hat weltweit in bedeutenden Museen ausgestellt. Zu den jüngsten Einzel- und Gruppenausstellungen zählen: Adam Pendleton: Love, Queen, Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Smithsonian Institution, Washington, D.C. (2025–2027); Sweeter than Honey: A Panorama of Written Art, Pinakothek der Moderne, München (2025–26); Imagining Black Diasporas: 21st-Century Art and Poetics, Los Angeles County Museum of Art (2024–2025); Adam Pendleton: Blackness, White, and Light, mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (2023–2024); Adam Pendleton: To Divide By, Mildred Lane Kemper Art Museum, St. Louis, MO (2023–2024); Whitney Biennial 2022: Quiet as It’s Kept, Whitney Museum of American Art, New York, NY (2022); Adam Pendleton: These Things We’ve Done Together, Montreal Museum of Fine Arts (2022); sowie Adam Pendleton: Who Is Queen?, Museum of Modern Art, New York, NY (2021–2022).

 

Pendletons Werke befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, darunter das Museum of Modern Art, New York; das Solomon R. Guggenheim Museum, New York; das Whitney Museum of American Art, New York; das Studio Museum in Harlem, New York; das Carnegie Museum of Art, Pittsburgh; das Museum of Contemporary Art Chicago; das Los Angeles County Museum of Art; das Museum of Contemporary Art San Diego; das Virginia Museum of Fine Arts, Richmond; das Montreal Museum of Fine Arts; die National Gallery of Canada, Ottawa; die Tate, London; sowie die Pinakothek der Moderne, München.

 

Im Jahr 2024 wurde er mit dem Rosenthal Family Foundation Award for Painting der American Academy of Arts and Letters ausgezeichnet.

 

Eröffnung: 19. April 2026, 12–17 Uhr

Diese Ausstellung beginnt in
46
Tage
0
Std
44
Min
32
Sek
Start Termin
19.04.2026
Ende Abschluss
09.08.2026
Öffnungszeiten
Montag
geschlossen
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Weiterführende Literatur