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Burgdorf

Brigitte Lustenberger – A Gaze of One’s Own

Im Kabinett des Museum Franz Gertsch zeigt die Schweizer Künstlerin Brigitte Lustenberger (*1969) auf analogen und digitalen fotografischen Verfahren basierende Arbeiten im Zusammenspiel mit Installationen. Ihre aktuellen Werkgruppen thematisieren die Vergänglichkeit und Verletzlichkeit von Mensch und Natur.

 

In ihrer künstlerischen Praxis setzt sich Brigitte Lustenberger intensiv mit dem Medium der Fotografie auseinander – insbesondere mit dessen inhärenter Verbindung zu Themen wie Vergänglichkeit, Erinnerung und der Fragilität des Lebens. Ein weiterer zentraler Aspekt ihres Schaffens ist der kritische Blick auf die Darstellung des weiblichen Körpers in der Fotografie und die damit verbundenen Fragen des Sehens und Gesehenwerdens (»Gaze«). Ihre Arbeit bewegt sich im Spannungsfeld von Handwerk, Kunst und Wissenschaft. Lustenberger verbindet in ihren Werken häufig analoge mit digitalen fotografischen Verfahren. 

 

In der Ausstellung bringt Brigitte Lustenberger zwei Werkgruppen zusammen, die Vergänglichkeit und Verletzlichkeit thematisieren – »A Gaze of One's Own« und »An Apparition of Memory«. Sie arbeitet mit eigenen fotografischen Prozessen, fragmentiert und dekonstruiert Bilder und setzt sie neu zusammen, um ihren eigenen Blick herauszufordern. Das Thema der Vergänglichkeit und des Alters fliesst auch in die Materialität ihrer Arbeiten ein. Die Künstlerin zeigt Bilder an der Wand aber auch Installationen im Raum. Oft verbindet sie analoge und digitale Fotografie. So treffen alte Techniken auf neue – zwei Zeitalter des fotografischen Bildes begegnen sich. In ihrem Zusammenspiel entsteht, was die Arbeit Lustenbergers im Innersten prägt: der suchende, fragende fotografische Blick. 

 

Brigitte Lustenberger wurde 1969 in Zürich geboren. Sie studierte von 1989 bis 1996 an der Universität Zürich und verfasste ihr Lizentiat über die Fotografien von Robert Capa und Gerta Taro aus dem Spanischen Bürgerkrieg. 2007 schloss sie ihren Master of Fine Arts (MFA) in Photography and Related Media an der The New School Parsons School of Design in New York ab. Lustenberger ist eine mehrfach ausgezeichnete Künstlerin, ihre Arbeiten wurden national und international in Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt. Die Künstlerin war Gastdozentin an der Universität Basel sowie an der Hochschule der Künste Bern. Lustenberger lebt und arbeitet in Bern.

 

Die Ausstellung wurde kuratiert von Anna Wesle in Zusammenarbeit mit der Künstlerin.

 

Der Katalog zur Ausstellung erscheint bei Modo Press in Frankfurt am Main.

Diese Ausstellung endet in
50
Tage
12
Std
23
Min
18
Sek
Termine
Start13.06.2026
Ende30.08.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Museum Franz Gertsch
Museum Franz GertschPlatanenstraß 3, 3401 Burgdorf

Das Museum Franz Gertsch ist ein privat finanziertes Museum, das dem Werk von Franz Gertsch gewidmet ist. Auf gut der Hälfte der Ausstellungsfläche zeigt das Museum daneben Wechselausstellungen mit zeitgenössischer Kunst. Geschichte Im April 1998 kam es zu einem Treffen zwischen dem Burgdorfer Industriellen Willy Michel, damals VR-Präsident der Disetronic Holding AG, und dem Künstler Franz Gertsch in seinem Atelier in Rüschegg. Bereits beim ersten Anblick der Arbeiten von Franz Gertsch war Willy Michel fasziniert, und schon bald nach dieser ersten Begegnung fasste er den Entschluss, in Burgdorf auf dem zentral gelegenen Areal der ehemaligen Milka Käserei AG ein Museum für eine zukünftige Gertsch-Sammlung zu errichten. Aus einem schon zuvor für das Areal ausgelobten städtebaulichen Wettbewerb war das Schweizer Architekturbüro Jörg & Sturm als Sieger hervorgegangen. Willy Michel beauftragte das Büro mit dem Museumsprojekt, der Baubeginn erfolgte im Sommer 2000; schon im Oktober 2002 konnte das Museum feierlich eröffnet werden. Den Grundstock der Museums-Sammlung bildet die im Herbst 2001 gegründete Stiftung Willy Michel. Willy Michel brachte fünf Gemälde und einige Holzschnitte, Franz Gertsch ein weiteres Konvolut an Holzschnitten als Schenkung in die Stiftung ein. In einer einzigartigen Konstellation verfügt das Museum heute über einen Großteil des Werks des Künstlers im Zeitraum 1987–2017. Ein mit Prof. Dr. Bernhard Pulver (Präsident), Dr. h.c. Willy Michel, Katja Michel, Barbara Luginbühl-Sieber, Michael Nold, Drs. Guido de Werd und Beat Wismer hochkarätig besetzter Stiftungsrat steht dem Museum in wichtigen Fragen beratend zur Seite. Wechselausstellungen Neben dem Werk von Franz Gertsch zeigt das Museum regelmäßig Wechselausstellungen (jährlich zwei Haupt- und bis zu vier Kabinettausstellungen), die ein breites Spektrum zeitgenössischer Kunst vorstellen. Weggefährten sowie vergleichbare jüngere Positionen, aber auch gegensätzliche Annäherungen an die Wirklichkeit sind die Ausstellungsthemen; die Schnittstelle von Malerei und Fotografie bildet einen weiteren Schwerpunkt. Die Qualität des Werkes von Franz Gertsch ist dabei Verpflichtung und Maßstab für das Programm. Sammlung 1998 fasste der Burgdorfer Industrielle Willy Michel zusammen mit Franz Gertsch den Entschluss, ein gemeinsam getragenes Museum zu bauen und einzurichten. Willy Michel stellte die Finanzierung des gesamten Projektes sicher und gründete die nach ihm benannte Stiftung Willy Michel, die den Grundstock der Sammlung bildet. Die Sammlung bietet in ihrer Vollständigkeit eine Konstellation, wie sie für einen Künstler von Rang wohl einzigartig ist: Sie umfasst Werke von Franz Gertsch aus den Jahren von 1984 bis heute. Im Einzelnen sind dies die Gemälde »Silvia I« und »Gräser I–IV« sowie zahlreiche Holzschnitte, darunter auch mehrere großformatige Triptychen. Darüber hinaus ergänzt das Museum die eigenen Bestände mit Leihgaben von anderen Museen oder privaten Leihgebern und versucht, weitere Werke für die Sammlung zu erwerben.

Ausstellungskatalog