Die weite Flußlandschaft mit dem stets wechselnden hohen Himmel, das Erlebnis der Weite, die - bei aller Grenzenlosigkeit wie am Meer - ihm ein tiefes Gefühl von Geborgenheit vermittelt, indem sie den Menschen zurückführt auf sich selbst und seine Begrenztheit, war prägend für seine Bilder. Jahres- oder tageszeitlich zeigte die Landschaft ihm ein sich ständig wandelndes Bild. Er fühlte sich angehörig, als Teil eines lebendigen Ganzen, wie das Stück Natur vor ihm, dass immer wieder – entsprechend der eigenen Stimmung – neue Inspiration zu künstlerischer Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ergebnissen bot.
Angeregt war Christian Modersohn von der Eigenart des Lichts. Besonders in den langen Wintermonaten, wenn dieses Licht die Landschaft einfach, ernst und groß und unendlich weit und vielfältig erscheinen lässt.
Um diese, dem schnellen Wechsel sich wandelnder Natureindrücke unterworfenen Bilder, besonders vor Sonnenaufgang oder bis zum letzten Widerschein eines Abendhimmels vor Einbruch der Nacht in ihrem Wesen zu erfassen, schien Christian Modersohn schon immer die Wasserfarbe, das Aquarell, das ihm gemäße Mittel, um dem, was er fühlte und sah, am unmittelbarsten Ausdruck zu geben. Auch wenn er oft am selben Standort malte und manches Motiv ähnlich erscheint, so gleicht kein Blatt dem anderen. Der Wechsel von Farbe und Licht wird zum eigentlichen Inhalt der Bilder.
Es sind keine Abbilder, sondern gefühlte Erscheinungen. Seine Bilder werden zu einem Ausschnitt der Schöpfung, die uns – wenn wir bereit und offen sind – an der Schöpfung teilhaben lassen.

