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Schweinfurt

Conrad Westpfahl und Sigrid Kopfermann – Dynamik und Farbe

In Zusammenarbeit mit der Sparkassengalerie Schweinfurt und der Kopfermann-Fuhrmann Stiftung

 

Anlässlich des 50. Todesjahres von Conrad Westpfahl (1891–1976) und in Erinnerung an die Malerin Sigrid Kopfermann (1923–2011) präsentiert die Kunsthalle Schweinfurt Werke zweier prägender Stimmen der deutschen Kunst nach 1945 im dialogischen Gegenüber. Die Ausstellung knüpft an den programmatischen Schwerpunkt des Hauses zur informellen Kunst an und zeigt zwei Künstlerpersönlichkeiten, die auf unterschiedliche Weise nach einer eigenständigen abstrakten Bildsprache suchten.

 

CONRAD WESTPFAHL, in Berlin geboren, lebte und arbeitete in seinen letzten Lebensjahren in Wetzhausen bei Schweinfurt. Er zählt zu den zentralen Figuren des deutschen Informel. Nach Studien in München und Paris sowie prägenden Reisen nach Italien und in die Provence entwickelte er ab den späten 1920er-Jahren eine zunehmend abstrakte, experimentelle Bildsprache.

 

In den 1950er- und 1960er-Jahren entstanden jene monumentalen Kompositionen von großer gestischer Intensität, für die Westpfahl heute bekannt ist. Er verstand den Bildraum als ein dynamisches Gefüge von Bewegung, Verdichtung und Auflösung. Als Gast der Gruppe ZEN 49 war er Teil eines künstlerischen Umfelds, das die Entwicklung des deutschen Informel maßgeblich vorantrieb.

 

Die gebürtige Berlinerin SIGRID KOPFERMANN, eine Generation jünger als Westpfahl, gilt als wichtige Vertreterin einer lyrisch-poetischen Ausprägung des Informel. Nach ihrer Ausbildung in Berlin und zahlreichen Aufenthalten in Paris, Südfrankreich und New York entwickelte sie eine abstrakte Malerei, in der Farbe zum zentralen Ausdrucksträger wurde. Ihre Arbeiten sind inspiriert von Natur, Landschaft und sinnlicher Wahrnehmung. Sie zeichnen sich durch feine Farbabstufungen, Rhythmus und eine meditative Bildwirkung aus. Im Vergleich zu Westpfahls gestischer Monumentalität wirken ihre Bilder oft zurückhaltender, ohne dabei an Intensität zu verlieren.

 

Die Ausstellung präsentiert Werke von Conrad Westpfahl aus dem Sammlungsbestand der Kunsthalle und Arbeiten von Sigrid Kopfermann aus der Kopfermann-Fuhrmann Stiftung in Düsseldorf. Sie lädt dazu ein, Parallelen und Unterschiede zwischen diesen beiden künstlerischen Positionen zu entdecken. Der Dialog zwischen Westpfahl und Kopfermann eröffnet einen vielschichtigen Blick auf das Informel als bedeutendes Kapitel der Nachkriegskunst – ein Dialog über Farbe, Raum und Bewegung, über Rhythmus, Ausdruck und die poetische Kraft des Abstrakten, der bis heute nachwirkt.

 

Dank der großzügigen Unterstützung der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge konnte die Ausstellung realisiert und um einen weiteren Ausstellungsort in der Sparkassengalerie erweitert werden.

Diese Ausstellung endet in
8
Tage
11
Std
51
Min
41
Sek
Termine
Start27.03.2026
Ende19.07.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–21:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Kunsthalle Schweinfurt
Kunsthalle SchweinfurtRüfferstraße 4, 97421 Schweinfurt

Die Kunsthalle Schweinfurt wurde am 28. Mai 2009 von der damaligen Landtagspräsidentin Barbara Stamm im ehemaligen Ernst-Sachs-Bad eröffnet – ein Glücksfall für Stadt und Region. Mit ihrer hochkarätig besetzten Sammlung zur »Kunst nach 1945 in Deutschland« hat sie mittlerweile einen festen Platz in der deutschen Museumslandschaft eingenommen. Dazu trugen auch Großprojekte wie die Bayerische Landesausstellung »Main und Meer« (2013) und die Ausstellung »Die Sammlung Gunter Sachs« (2013/14) mit 65.000 Besuchern bei, mit denen sich das Haus deutschlandweit erfolgreich positionieren konnte. Darüber hinaus ist die Triennale für zeitgenössisches Kunstschaffen aus Franken ein fester Bestandteil des nordbayerischen Kulturkalenders geworden. Anlässlich seines 60. Geburtstages schenkte der Industrielle Ernst Sachs (1867–1932) das 1933 fertiggestellte Schweinfurter Volks- und Hallenschwimmbad. Der repräsentative Vorplatz und die Anordnung des Solitärbaus unterstreichen die zur Bauzeit gewollte Ausrichtung zur Industrie und den neuen Baugebieten im Westen der Stadt. Die Luftangriffe vom Februar und August 1944 führten zu schweren Beschädigungen und führten zur Schließung des Bades. Nach gründlicher Erneuerung wurde es im Rahmen eines Festaktes im November 1949 wieder eröffnet. Bis etwa 1956 fand das Gebäude zumindest teilweise erstmals Verwendung als Kultureinrichtung, nämlich als Sitz des Amerika-Hauses, das einen Film- und Lesesaal sowie Büros beherbergte. Bereits 2003 entschied sich der Stadtrat für die Umnutzung als neues Domizil für die städtische Galerie. Die endgültige Einstellung des Badebetriebs erfolgte dann im August 2004. Die charakteristischen, schon zur Bauzeit bestimmten Raumelemente bleiben in der Kunsthalle erhalten. Der Innenhof ist für den Besucher in den Sommermonaten frei zugänglich. In der großen Halle, in der sich sich einst das Schwimmbecken befand, finden Wechselausstellungen statt, die deutschlandweit Beachtung finden. Helle Wände und Decken, deren Übergänge durch homogene Lichtführung fließend erscheinen, fassen die Räume; ein massiver Steinboden sorgt für die erforderliche horizontale Gliederung der Innenbereiche. Die neue Dauerausstellung zur »Kunst nach 1945 in Deutschland« wird ab Juli 2019 auf zwei Geschossebenen gezeigt. Außergewöhnliche Wechselausstellungen sind in der sogenannten großen Halle zu sehen, in der sich ehemals das Schwimmbecken befunden hat und die mit ihrer Raumhöhe von neun Metern wie ein sakraler Raum anmutet.