Eine Retrospektive zu Edmund Kesting im Jahr 2026 stellt eine erstmalige umfassende Entdeckung dieses faszinierenden Künstlers der Moderne in Deutschland dar. Zwischen 1914 und 1970 hat er sich als Künstler immer wieder neu erfunden. In allen seinen Werkphasen war er ein heute zu entdeckender Avantgardist.
Ab 1933 als »entartet« diffamiert, war Edmund Kesting nach 1945 in der SBZ/DDR erneut nicht anerkannt und wurden seine Arbeiten bis an sein Lebensende immer wieder bei den großen, wichtigen Ausstellungen z. B. in Dresden abgelehnt. Das bedeutet, dass Kestings Werk seit 1933 kaum mehr ausgestellt war, was zu einer vollkommen unberechtigten Abwesenheit in der Kunstgeschichte und der heutigen musealen Wahrnehmung geführt hat. In den wenigen Ausstellungen, die es zu seinen Lebzeiten gab, und in der einzigen Retrospektive, die 1988 in Dresden stattfand, wurden seine innovativen Werke der 1920er Jahre kaum gezeigt. Zum Teil waren diese erstmals 1992 in einer Ausstellung der Galerie Döbele in Dresden zu sehen.
Eine umfassende Retrospektive, die ihrem Namen und Anspruch gerecht wird, steht bis heute aus. Dieses Desiderat soll die Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) beseitigen. Die Ausstellung wird in jeweils angepasster Form im Anschluss im Musée de Grenoble sowie im Kunstmuseum Ahrenshoop und im Karl Ernst Osthaus Museum, Hagen, zu sehen sein.

