Franz Gertsch (1930–2022) gilt als Schweizer Pionier des Fotorealismus und als Meister des modernen Holzschnitts. Die Retrospektive »Franz Gertsch. Blow-Up«, die in zwei Teilen im Kunstmuseum Bern und im Museum Franz Gertsch gezeigt wird, bietet eine Werkübersicht aus mehr als sechzig Jahren künstlerischen Schaffens: monumentale Gemälde der Jugend- und Musikszene aus den 1970er-Jahren, ikonische Frauenporträts aus den 1980ern, Familienbilder und Porträts von Künstlerfreund:innen, epische Landschaften und Naturaufnahmen.
Ausstellung im Kunstmuseum Bern (14.08.2026–17.01.2027)
Vernissage am Donnerstag, 13. August 2026
Im Kunstmuseum Bern liegt der Fokus auf den Jahren 1956 bis 2021, wobei vertraute Einblicke geschaffen, aber auch neue Aspekte und Perspektiven der Rezeption beleuchtet werden. Die Ausstellung zeigt Gertschs stilistische Entwicklung und macht darüber hinaus die großen thematischen Linien und Querverbindungen innerhalb seines Gesamtwerks deutlich. Darunter das Verhältnis von Mensch und Natur und die Rolle der Fotografie in der Malerei, welche heute, im Kontext ökologischer und humaner Krisen und im Zeitalter des Selfies, eine neue Bedeutung erfahren.
Kuratorin: Dr. Kathleen Bühler
Kuratorische Assistenz: Nina Liechti
Ausstellung im Museum Franz Gertsch (19.09.2026–28.02.2027)
Vernissage am Freitag, 18. September 2026
Das Museum Franz Gertsch konzentriert sich auf ausgewählte Gemälde und Themen aus den Jahren 1970 bis 2022: Ein Raum ist der Rockpoetin Patti Smith gewidmet, die Franz Gertsch zwischen 1978 und 1979 insgesamt fünfmal porträtierte. Der zweite Raum ist dem Modell Luciano Castelli gewidmet, einem damals jungen Luzerner Künstler, den Franz Gertsch von 1971 bis 1977 in insgesamt dreizehn Gemälden darstellte. Die Werkgruppe im dritten Ausstellungsraum kreist um Irene Staub, die zum Freundeskreis von Luciano Castelli gehörte und unter dem Namen »Lady Shiva« als Zürcher Edelprostituierte bekannt war. Im vierten Ausstellungsraum kommen großformatige Gemälde der für Franz Gertsch zentralen Modelle Johanna (1983–1985) und Silvia (1998–2004) zusammen. Weiterhin werden hier wichtige landschaftliche Motive gezeigt, die Franz Gertsch in seinen Gemälden und Holzschnitten immer wieder aufnahm: Waldweg (Campiglia Marittima), Gräser und Meer. In den kleineren Räumen des Erweiterungsbaus des Museum Franz Gertsch werden einige Holzschnitte ausgestellt, die ebenfalls diese Motive zeigen: Silvia, Waldweg (Campiglia Marittima), Gräser und Meer treten erneut auf.
Kuratorin: Anna Wesle
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Catharina Vogel
Eine Ausstellung des Kunstmuseum Bern (CH) und des Museum Franz Gertsch (CH) in Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk (DK) und den Deichtorhallen Hamburg (D).
Zur Ausstellung erschien bisher ein englischsprachiges Buch bei Louisiana Publications mit Texten u.a. von Tobia Bezzola, Kathleen Bühler, Dora Imhof, Florian Illies und Ulrich Loock. Für die Stationen in der Schweiz werden eine deutsche und eine französische Sprachversion in gleicher Ausstattung erarbeitet.

