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Berlin

Heute noch, morgen schon – Filmische Perspektiven auf Berlin um 1990

Ausstellung

35 Jahre nach Ende der deutschen Teilung widmet sich das Stadtmuseum Berlin im Museum Nikolaikirche mit einer großen Filmausstellung den Umbrüchen in Berlin um 1990.

 

Dokumentarische Kurzfilme, Film- und Fernsehausschnitte aus vier Jahrzehnten geben seltene Einblicke in die tiefgreifenden Veränderungen. Vor allem Menschen in Ost-Berlin erlebten den Sturm der Ereignisse als widersprüchlich: einerseits Selbstermächtigung, Freiheitsgewinn und die Versprechen der Marktwirtschaft, andererseits Verunsicherung, Arbeitsplatzverlust und Gewalt gegen Menschen, die als anders wahrgenommen wurden. Zugleich beschäftigen sich Künstler:innen in der Ausstellung aus heutiger Sicht mit jenen Jahren. Sie betrachten die räumlichen und gesellschaftlichen Kontinuitäten wie auch die Brüche in einer Stadt, die wie kaum eine andere die politische Geschichte Europas im 20. Jahrhundert verkörpert.

 

 

Hoffnungen und Enttäuschungen

 

Am 11. Januar 1991 wurde im Museum Nikolaikirche über die Gesamtberliner Verfassung entschieden. Doch das Zusammenleben wird nicht allein von den darin formulierten demokratischen Wertenbestimmt, sondern vor allem von Alltag, Wirtschaft, Architektur, wie auch von kulturellen Zugehörigkeiten und strukturellen Ungleichheiten. Die Ausstellung bietet Raum für den Blick auf eine Zeit voller Hoffnungen und Enttäuschungen: für persönliche Geschichten, Erfahrungen und Sichtweisen, die oft nicht gehört oder verdrängt wurden.

 

Was bedeutete zum Beispiel der Ausbruch von Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit nach dem Mauerfall für Menschen mit Migrationsgeschichte in West- und Ost-Berlin? Bewusst beleuchtet »Heute noch, morgen schon« Ereignisse, an die nicht oder anders erinnert wird. Dazu zählt zum Beispiel die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990, mit der die innerdeutschen Grenzkontrollen entfielen.

 

 Das mehrere Stunden umfassende Filmmaterial ist im Museum in eine Gerüstlandschaft mit insgesamt neun großformatigen Bildschirmen eingebettet. Die Besucher:innen sind eingeladen, in filmische Momente wirklichen Lebens einzutauchen. Dabei reicht die Praxis der Filmemacher:innen von der teilnehmenden Beobachtung über das offene Gespräch bis hin zur künstlerischen Aneignung von Geschichte und Gegenwart. Eine Entdeckungsreise durch ein vergangenes und immer wieder anderes Berlin.

 

 

Mit Filmen von

 

Juliet Bashore | Kerstin Bastian | Konstanze Binder, Lilly Grote, Ulrike Herdin, Julia Kunert | Ludger Blanke | Tsitsi Dangarembga | Jochen Denzler, Lew Hohmann, Petra Tschörtner, Hans Wintgen | Johann Feindt, Jeanine Meerapfel, Helga Reidemeister, Dieter Schumann, Tamara Trampe | Nele Güntheroth, Thomas Hahn | Kerstin Honeit | Brenda Akele Jorde | Riki Kalbe | Ingo Kratisch, Jutta Sartory | Betina Kuntzsch | Angelika Nguyen | Pınar Öğrenci | Helga Reidemeister | Pim Richter, Karl Farber | Elske Rosenfeld | Bernd Sahling | Volker Sattel | Viola Stephan | Petra Tschörtner | Chetna Vora

 

Kuratiert von Florian Wüst in Zusammenarbeit mit Suy Lan Hopmann

Szenografie: HMDMR [hamdemir], Bahadir Hamdemir

Diese Ausstellung endet in
43
Tage
17
Std
41
Min
4
Sek
Start Termin
02.10.2025
Ende Abschluss
06.04.2026
Öffnungszeiten
Montag
10:00–18:00
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