abgeschlossen
München

Iman Issa – Lass uns spielen

In ihrem zugleich spielerischen wie formal präzisen Werk befasst sich Iman Issa mit den immerwährenden Fragen der Kunst: Was ist ein Kunstwerk? Wie verhält sich ein Objekt oder ein Bild zu den Belangen seiner Zeit? Welche Rolle kommt den Künstler:innen in ihrer jeweiligen Gegenwart zu?

 

Die gezielte Fragestellung ist für Issa (*1979, Kairo) ein Medium ebenso wie Holz, Metall oder Fotografie. Ist eine Frage aufgeworfen oder eine Hypothese skizziert, prüft sie deren Schlüssigkeit anhand neuer künstlerischer Arbeiten. Oftmals entstehen so ganze Serien, die so lange andauern, bis die Frage erschöpft scheint. Issas Arbeiten spielen auf die Kunst anderer an, auf Denkmäler, Literatur, Gemälde und Fotografien, über einen Zeitraum von Jahrhunderten und über nationale Grenzen hinweg.

 

Nach dem Studium der Philosophie und der Politikwissenschaften arbeitete die Künstlerin vorwiegend fotografisch. Heute nehmen Issas Werken meist in­stallative Form an. Ihre »Displays«, wie sie diese nennt, bestehen aus sich aufeinander beziehenden Elementen: kurze Texte, Fotos, Bücher, Videos und Objek­te. Oftmals unterlaufen diese Konstellationen die traditionelle Beziehung zwischen Bildunterschrift und Illustration. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ein Text und eine Skulptur ein abwesendes drittes Objekt heraufbeschwören oder aber gezielt aneinander vorbeideuten.

 

Issas Methoden werfen die Frage auf, inwiefern die Wahrnehmung von künstlerischen Formen durch ihre gesellschaftlichen Gegebenheiten geprägt ist: Ist ein Denkmal oder ist ein Bild den Interpretationen seiner Betrachter:innen ausgeliefert, sodass sich seine Bedeutung ständig ändert? Inwiefern formen umgekehrt künstlerische Objekte unseren Blick auf die Welt? Issa löst diesen Knoten mit der subjektiven Behauptung, dass eine bestimmte Form die einzig mögliche für die Darstellung eines bestimmten Konzepts sei.

 

Der von Issa angeregte Ausstellungtitel »Lass uns spielen« lädt dazu ein, aufgeweckt zu betrachten, die gesponnenen enzyklopädischen Bezüge zu verfolgen und sich selbst ein Bild zu machen.

 

Kuratiert von Stephanie Weber

Termine
Start25.11.2025
Ende12.04.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Städtische Galerie im Lenbachhaus
Städtische Galerie im Lenbachhaus Luisenstraße 33, 80333 München

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau ist ein international agierendes Museum in München, in dem sich die Präsentation von Kunst mit dem dazugehörigen Diskurs zu einer sinnstiftenden Einheit und Identität verbinden. Das Lenbachhaus sammelt, bewahrt, erforscht und präsentiert die Münchner Kunst des 19. Jahrhunderts, die Kunst des Blauen Reiter und der Neuen Sachlichkeit sowie vor allem die internationale Gegenwartskunst. Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit sind aufeinander abgestimmt und ergänzen sich gegenseitig. Sie informieren das Münchner sowie das internationale Publikum über bedeutende Kunstentwicklungen. Dabei hat das Neue und Bewegende Vorrang vor allgemeiner Akzeptanz. Die Perspektive des Lenbachhauses ist es, die Sammlungen immer wieder neu zu gruppieren, miteinander in Bezug zu setzen, unterschiedlich zu präsentieren und zugleich ein Ausstellungsprogramm zu realisieren, das aus der Spannung zwischen dem Aktuellen und dem geschaffenen Fundament der Sammlung lebt. Von hoher Bedeutung ist dabei die Vermittlung der Kunst an ein breit gefächertes Publikum, die Vermittlungsaufgabe wird gleichberechtigt neben den klassischen Museumsaufgaben gesehen. Die Städtische Galerie im Lenbachhaus befindet sich in der historischen Villa des »Malerfürsten« Franz von Lenbach. Im Jahr 1957 stiftete Gabriele Münter dem Lenbachhaus über 1.000 Werke des Blauen Reiter. Seitdem beherbergt das Museum die größte Sammlung der Kunst des Blauen Reiter weltweit. Weitere Sammlungs- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des 19. Jahrhunderts, der Klassischen Moderne, der Nachkriegsmoderne und der Gegenwartskunst. Das gleichberechtigte Nebeneinander von Positionen der Moderne und der zeitgenössischen Kunst sowie die Verbindung von lokalem Charakter und internationaler Ausstrahlung machen das Lenbachhaus zu einem Museum, das zu den populärsten Kunstmuseen in Europa zählt. Ein ambitioniertes und vielfältiges Ausstellungs-, Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm ergänzt die bedeutenden Sammlungen.

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Weiterführende Literatur