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Frankfurt am Main

Léo Maillet: Der zerbrochene Spiegel

Ausstellung

Im Raum »Kunst und Exil« in der dritten Etage der Dauerausstellung im Rothschild-Palais zeigen wir eine Kabinettpräsentation mit Werken des Exilkünstlers Léo Maillet (1902–1990).

 

Das Schaffen des Malers und Grafikers Léo Maillet, der im Exil seinen ursprünglichen Namen Leopold Mayer ablegte, spiegelt die zahlreichen Brüche in seiner Biografie wider. Das Kunststudium – zuletzt in der Meisterklasse von Max Beckmann – musste er 1932 nach dem plötzlichen Tod des Vaters abbrechen, um dessen Geschäft zu übernehmen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wanderte er 1934 zunächst nach England und Belgien aus, kehrte aber wieder nach Frankfurt zurück.

 

Bereits 1935 emigrierte er erneut, diesmal über Luxemburg nach Frankreich, wo er sich als Fotograf und Grafiker durchschlug. Nach der dramatischen Flucht aus einem Deportationszug lebte er ab 1942 in den französischen Cevennen unter falscher Identität. 1943 zerstörte die Gestapo mehr als 100 Bilder und 100 Druckplatten, die er in seiner Pariser Wohnung zurücklassen musste. 1944 gelang ihm schließlich die Flucht in die Schweiz.

 

Am Tag des Aufbruchs in die rettende Schweiz zerbrach Maillet vor Aufregung der Rasierspiegel. Mit wenigen Strichen skizzierte er sein Gesicht in den Spiegelscherben. Jahre später setzte er diese Zeichnung in eine Radierung um.

 

Maillets im Exil entstandenen Selbstbildnisse, in denen sich die widersprüchliche und prekäre Existenz des verfolgten Künstlers symbolhaft verdichtet, stehen im Zentrum der Kabinettausstellung.

 

Vernissage: 20. März 2025, 19 Uhr

Diese Ausstellung endet in
21
Tage
17
Std
44
Min
59
Sek
Start Termin
21.03.2025
Ende Abschluss
15.03.2026
Öffnungszeiten
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geschlossen
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