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Berlin

Natur und deutsche Geschichte. Glaube – Biologie – Macht

Die Ausstellung verhandelt Beispiele aus 800 Jahren deutscher Geschichte: Von Hildegard von Bingens Begriff der »viriditas«, der grünen Schöpferkraft, im 12. Jahrhundert bis zu der frühen Anti-Atomkraft-Bewegung in Wyhl und den unterschiedlichen Naturkonzepten in beiden Deutschlands im späten 20. Jahrhundert. Die Vereinnahmung des angeblich Natürlichen war zudem eine der ideologischen Grundlagen für die NS-Diktatur, die sowohl die »äußere« als auch die »innere« Natur mit einer Unzahl von Gesetzen in ihre Definitionsmacht und Gewalt bringen wollte. Die »Nürnberger Gesetze« und das »Reichsnaturschutzgesetz« wurden im gleichen Jahr erlassen: 1935. 

 

In fünf chronologisch angeordneten Räumen mit verschiedenen Stationen werden die Zeiträume durchschritten. Diese Stationen stellen in Form von »Vignetten« Ereignisse oder Entwicklungen vor, in denen der Naturbegriff auf markante Weise verändert oder geprägt wurde. Die Ausstellung nimmt die sich wandelnde Bedeutung und Begrifflichkeit von »Natur« in den Blick und arbeitet sie als politischen Faktor in der deutschen Geschichte heraus. Die historischen Etappen dieses Wandels werden nachgezeichnet, wie auch die Politisierung und Instrumentalisierung des Naturbegriffs in der deutschen Geschichte. Wer definiert, was als Natur gilt? Wer hat Zugriff darauf? Wie verändert sich, was als innere und äußere Natur verstanden wird? Und was passiert, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten, auf die politische Handlungen erfolgen müssen?

Diese Ausstellung endet in
87
Tage
11
Std
27
Min
47
Sek
Termine
Start14.11.2025
Ende17.01.2027
Öffnungszeiten
Montag10:00–18:00
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Deutsches Historisches Museum
Deutsches Historisches MuseumUnter den Linden 2, 10117 Berlin; Eingang: Pei-Bau, Hinter dem Gießhaus 3, 10117 Berlin

Das Deutsche Historische Museum ist Deutschlands nationales Geschichtsmuseum und eines der größten Geschichtsmuseen der Welt. In Berlins historischer Mitte gelegen versteht es sich als Ort zur Stärkung historischer Urteilskraft, an dem übergreifende philosophische, ethische und historische Fragen verhandelt werden. Das Deutsche Historische Museum wurde 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin von der damaligen Bundesrepublik Deutschland und dem Land Berlin gegründet. Im Rahmen des Vertrags zur deutschen Wiedervereinigung wurden die Gebäude und Sammlungen des Museums für Deutsche Geschichte (MfDG), das zentrale Geschichtsmuseum der DDR, in den Besitz des Deutschen Historischen Museums überführt. So wurde das Deutsche Historische Museum mit der Wiedervereinigung 1990 zu einem gesamtdeutschen Museum für Geschichte. Aktuell entsteht eine neue Ständige Ausstellung, die die deutsche Geschichte in ihren internationalen Bezügen zeigt und neue Akzente setzen wird. Die vormalige Präsentation im Zeughaus »Deutsche Geschichte vom Mittelalter bis zum Mauerfall« ist aus diesem Grund seit Ende Juni 2021 nicht mehr zu sehen. Aufgrund der Sanierungsmaßnahmen sind der Zeughaushof und das Zeughaus ebenfalls nicht zugänglich. In der direkt angrenzenden Ausstellungshalle, dem Pei-Bau, widmet sich ein vielfältiges Ausstellungsprogramm prägenden Ereignissen, Entwicklungen und Personen der deutschen Geschichte im europäischen Zusammenhang. Die Sammlungen des Deutschen Historischen Museums umfassen heute rund eine Millionen Objekte. Einen großen Teil der Exponate stellt das Deutsche Historische Museum der Forschung und interessierten Öffentlichkeit online in seiner Datenbank zur Verfügung. Zum Deutschen Historischen Museum gehören auch eine öffentliche Präsenzbibliothek mit einer umfangreichen Abteilung für Handschriften sowie alten und wertvollen Drucken. Unabhängig vom Museumsbesuch bieten unsere digitalen Angebote die Möglichkeit, Näheres zu den Ausstellungen und Themenschwerpunkten zu erfahren, Neues zu entdecken, sich zu informieren und einen spannenden Einblick in die Museumsarbeit zu erhalten. Das Lebendige Museum Online (LeMO) ist ein Online-Portal zur deutschen Geschichte in Kooperation mit dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und dem Bundesarchiv. Es lädt dazu ein, wissenschaftlich fundierte Informationen sowie eine große Sammlung an Text- und Bildquellen zur europäischen Geschichte von 1815 bis zur Gegenwart zu entdecken, zu recherchieren und sich zu informieren. Das Zeughauskino im Pei-Bau mit seiner Sammlung historischen Filmmaterials zeigt thematisch und monographisch ausgerichtete Filmreihen aus dem gesamten Spektrum der deutschen und internationalen Filmgeschichte. Darunter sind Programme, die an die Themen der jeweiligen Wechselausstellungen anknüpfen. Darüber hinaus ist es Spielort zahlreicher Festivals und Filmtage.

Ausstellungskatalog