1964 initiierte der Künstler Karl Schmidt-Rottluff an seinem Wohnort Berlin die Gründung eines Museums, das der Künstlergruppe Brücke gewidmet sein sollte. Mit einer Schenkung an das Land Berlin legte er den Grundstock für dessen Sammlung. Nur drei Jahre später, am 15. September 1967, eröffnete das Brücke-Museum in einem von Werner Düttmann entworfenen Neubau in Berlin-Dahlem. Seit Beginn ist das Brücke-Museum eine nachgeordnete Einrichtung der Berliner Kulturverwaltung.
Schmidt-Rottluff erwarb bis zu seinem Tod 1976 kontinuierlich weitere Kunstwerke und übertrug sie dem Museum zum Ausbau der Sammlung. Sein Brücke-Kollege Erich Heckel unterstützte das Vorhaben ebenso großzügig: 1966 veranlasste er eine erste umfangreiche Schenkung von über 900 Werken. Als er 1970 verstarb, stiftete seine Witwe Siddi Heckel weitere Werke. Auch Freund:innen der Künstlergruppe wie Max Kaus und Emy Roeder schenkten Kunstwerke und trugen so zum Aufbau dieses Spezialmuseums für die Brücke-Künstler und deren Umfeld bei.
Veranstaltungen und Ausstellungen
ConstructLab – Waldraum
Ein Raum mitten im Wald: Das internationale Architektur-, Design- und Kunstkollektiv ConstructLab gestaltet für den Garten des Brücke-Museums einen besonderen Ort für Naturerfahrung, soziale Begegnung und künstlerische Produktion. Der offene und transparente Bau ermöglicht den unverstellten Blick in die umliegende Natur. Für ConstructLab stand in der Umsetzung situatives Denken und lokales Arbeiten im Fokus: So stammt das Holz größtenteils aus dem Garten des Brücke-Museums und den umliegenden Wäldern; bei dem Bau handelt es sich um ein recyceltes Gewächshaus. Die Arbeitskraft setzte sich zusammen aus dem multi-disziplinären und internationalen Team von ConstructLab, Kooperationen mit Betrieben in der Nachbarschaft wie der LebensWerkGemeinschaft GmbH und der gemeinnützigen Weiterbildungsstätte Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen, sowie klassischen Gewerken.
Kunst Hand Werk Brücke
Das Kunsthandwerk der Brücke wurde bisher wenig untersucht und ausgestellt. Dies überrascht umso mehr, haben doch Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Ludwig Kirchner oder Emil Nolde zeitlebens neben ihren Gemälden und Druckgrafiken auch Möbel, Schmuckstücke oder Teppiche entworfen. Gerade die »Künste im Gebrauch« spiegeln auch den innovativen Gestaltungswillen und die bewusste Abkehr von ästhetischen Konventionen wider, die für die Künstler des Expressionismus charakteristisch sind.
Die Ausstellung Kunst Hand Werk Brücke untersucht die Herstellungsprozesse und Entstehungskontexte und ermöglicht so völlig neue Perspektiven auf das Schaffen der Künstlergemeinschaft. Sie nähert sich dem Themenfeld durch die verwendeten Materialien (Holz, Metall und Textil) auf innovative Weise an und arbeitet eng mit Praktiker:innen zusammen, um die besonderen Techniken zu vermitteln.
Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.
Künstler
Max Pechstein
Fritz Bleyl
Ernst Ludwig Kirchner
Otto Gussmann
Karl Schmidt-Rottluff
Emy Schmidt-Rottluff
Erich Heckel
Emil Nolde
Ada Nolde
Lise Gujer
Erna Schilling
Julia Staub-Oetiker
Jeane Flieser
Helene Spengler
Leny Spengler
Mitarbeiter:innen
Lisa Marei Schmidt, Konzept
Lisa Marei Schmidt mit Daniela Bystron, Christiane Remm, Anika Reinike und Aya Soika, Kurator:innen
Valentina Bay, Projektleiterin Ausstellung
Elisabeth Schotte, Valentin Kammel und Lisa Reichmann, Expert:innen

