Eine kleine Epoche lang war Herne vor allem unter einem Begriff bekannt: als »Stadt der Bohrhämmer«. Zweitnamen und Bekanntheit verdankte Herne vor dem Zweiten Weltkrieg dem Unternehmer Heinrich Flottmann, der aus Schlägel und Eisen eine einzige Maschine konstruierte – ein wichtiger Schritt für die Modernisierung des Bergbaus.
Heute bestimmen andere Schwerpunkte das Leben in der Emscherstadt.
Die Flottmann-Hallen an der Flottmannstraße gehören noch immer dazu – doch längst nicht mehr als industrielle Arbeitsstätte. Heute kennt die Region die Flottmann-Hallen als kulturelles Zentrum, in dem zeitgenössische bildende Künstlerinnen und Künstler viel Raum und Licht für Bilder und Skulpturen finden, bekannte Kabarettisten und Comedians Station machen, Neuer Zirkus, Figurentheater oder moderner Tanz aufgeführt wird, wo mal zeitgenössische, mal populäre Musik zu hören und vielfältige Einblicke in die freie-Theaterlandschaft möglich sind.
Die Ausstellungshalle der Flottmann-Hallen ist frei von thematischen Vorgaben, hat keine eigene Sammlung, keine Dauerausstellung und ist so ständig offen, um auf aktuelle künstlerische Tendenzen reagieren zu können. Dazu gehört auch die Förderung junger Künstler mit zum Teil hoher Experimentierfreudigkeit. Kooperationen mit Akademien und Kunsthochschulen fokussieren den offenen Blick auf aktuelle Strömungen. Flottmann ist damit nicht nur Ausstellungsraum für Kunstwerke, sondern auch Inspirations- und Reagenzraum, um ortsspezifische Kunst zu provozieren und jungen Herner Künstler:innen neue Impulse zu geben.
Skulpturenpark
Viele Künstlerinnen und Künstler, die in den Flottmann-Hallen ausstellen, arbeiten mit Metall, Stein, Holz oder Kunststoff. Viele ihrer Arbeiten sind groß, viele ihrer Arbeiten sind wetterfest. Das Außengelände der Flottmann-Hallen bietet beides: Größe und Wetter. Ideale Voraussetzungen also für ein Zusammentreffen von Gelände und Kunst.
»Reich wird man damit nicht!«, das war allen Beteiligten schon klar, denn die Kosten für Großskulpturen sind hoch und der Etat für Kunst im öffentlichen Raum ist schmal. Und trotzdem ist er da, der SkulpturenPark Flottmann. Die Frage, ob es der Ruf der Kunsthalle ist oder ob es an der Atmosphäre liegt, in der Künstlerinnen und Künstler ihre künstlerischen Positionen hier zeigen können, lässt sich sicher nicht einfach beantworten. Fest steht aber, dass Kunstschaffende bereit waren und sind, mit Arbeiten aus ihrem Werk zum SkulpturenPark Flottmann beizutragen.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Mark Swysen – sapiens?!
Schon vor über 50 Jahren waren die Grenzen des Wachstums kapitalistischer Gesellschaften bekannt und auch die aktuelle Klimaforschung zeichnet ein eindeutiges Bild: Die Menschheit lebt über ihre Verhältnisse hinaus und wird sich selbst zur Überlebensbedrohung. Mark Swysen reflektiert in seiner Ausstellung die komplexe und oft destruktive Beziehung zwischen dem Menschen und seinem eigenen aber auch tierischen Lebensräumen. Als Künstler und Biologie beschäftigt er sich mit den Auswirkungen des Klimawandels und der gesellschaftlichen Verantwortung hierfür. Seine Installationen werfen Fragen auf und sind gleichzeitig Aufruf zur kritischen Auseinandersetzung und zum Handeln.
Mark Swysen ist 1965 in Belgien geboren. Er studierte Biologie und Kunst und lebt und arbeitet heute in Antwerpen. In den Flottmann-Hallen war er zuletzt 2016 zu Gast.
Vernissage: 8. März 2026, 11 Uhr.
Mit einer dialogischen Einführung zwischen Mark Swysen und Eric Warm

