KAI 10 | Arthena Foundation ist eine nicht kommerzielle Kunstinstitution ohne eigene Sammlung. Die Ausstellungsräume befinden sich in einem ehemaligen, in den 1950er Jahren errichteten Speicher an der Kaistraße 10, einem der wenigen verbliebenen historischen Gebäude im Düsseldorfer Medienhafen. Mit über 600 qm Ausstellungsfläche bieten sie einen idealen Rahmen für die Präsentation und Umsetzung künstlerischer Ideen. KAI 10 ist bei freiem Eintritt zu regulären Öffnungszeiten zugänglich und ergänzt das Angebot der anderen Museen und Ausstellungshäuser der Region. Seit der Eröffnung der Räume im September 2008 stellten hier schon über 200 Künstler:innen aus. Dabei stehen weltweit renommierte Namen neben weniger etablierten Positionen, die – nicht zuletzt in der lokalen Szene im Rheinland – immer wieder zu entdecken sind. Zahlreiche Künstler:innen der jüngeren Generation waren schon im KAI 10 vertreten, bevor sie in den letzten Jahren weithin bekannt wurden.
Für die überregionale und internationale Ausstrahlung von KAI 10 | Arthena Foundation sorgen auch Aktivitäten außerhalb der Räumlichkeiten in der Kaistraße sowie Projekte an anderen Orten. Ein Höhepunkt war die Teilnahme an der 55. Internationalen Biennale in Venedig im Jahr 2013. Im Rahmen der Eventi Collaterali präsentierte die Arthena Foundation eine viel beachtete Einzelschau von Thomas Zipp. Die Ausstellung Backdoor Fantasies im Jahr 2014 bespielte nicht nur die eigenen Räume, sondern auch weitere Gebäude und den Außenraum des Medienhafens. Zunehmend finden auch Kooperationen mit renommierten Partnerinstitutionen im In- und Ausland statt, so mit der Kunsthalle Nürnberg (2016, 2020), dem Goethe-Institut Paris (2017), dem KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin (2017), Building Bridges Art Exchange in Los Angeles (2017) oder Marta Herford (2019). In Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich Affective Societies an der Freien Universität Berlin entstand im Jahr 2017 die viel diskutierte Ausstellung Affect Me. Social Media Images in Art. Gemeinsam mit dem Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI e.V. wurde im Oktober 2018 in KAI 10 der ars viva-Preis verliehen, verbunden mit einer Ausstellung der Preisträger:innen.
Auch die Förderung junger Kunsthistoriker:innen und Kritiker:innen ist der Arthena Foundation ein großes Anliegen. Die Vermittlung von Kunst stand im Zentrum zweier Projekte mit Studierenden der Universität zu Köln und der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Bereits zweimal fand das Kunstkritik Labor in KAI 10 statt. Unter Anleitung namhafter Autor:innen bot es dem journalistischen Nachwuchs Gelegenheit, das Handwerkszeug des Kunstjournalismus zu erlernen. Als organisatorisch schlanke, aber international orientierte Institution steht KAI 10 | Arthena Foundation für eine intensive Auseinandersetzung mit der aktuellen Kunst in direktem Kontakt mit den Besucher:innen.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Uncertain Maps – Franz Ackermann, Jens Bleckmann, DAG, Ólafur Elíasson, Esther Ernst, Julius Hartauer, Michael Golz, Christian Pilz, Isabell Schulte
Kartographische Pläne sind selten eindeutige Aufzeichnungen des Gegebenen. Auch wenn sie Rationalität und Objektivität suggerieren, bewegen sie sich in einem nie von Subjektivität freien Raum zwischen Abbildern und Zeichen, zwischen Bild und Sprache – letztlich zwischen Realität und Fiktion – auch deswegen, weil sie Maßstäben folgen, die bestimmen, wo die Genauigkeit im Detail aufhört.
Auf gedruckten Weltkarten wird der Standort von KAI 10 | ARTHENA FOUNDATION kaum zu finden sein. Erst in digitale Karten lässt sich beliebig hineinzoomen. Doch gibt es Länder und Orte, die nur auf fiktiven Karten zu finden sind, etwa das Lummerland aus Michael Endes berühmten Jim Knopf-Romanen. Kartographisch inspirierte Fiktionen gibt es jedoch nicht nur in Kinderbüchern, sondern auch im Werk vieler Künstlerinnen und Künstler. Hier finden wir originelle Auf- und Verzeichnungen von Reiseerlebnissen, daneben detaillierte Entwürfe erdachter Orte und Länder. Kartographisch anmutende, zeichensprachlich oder ornamental wuchernde Strukturen können sich zu ganz eigenen Weltentwürfen entwickeln.
Dies gilt auch für die in die Ausstellung integrierten, traditionell als Outsider bezeichneten Positionen. Vieles, was in Uncertain Maps zu sehen ist, bleibt vieldeutig: Handelt es sich um die Abbildung oder Evokation einer äußeren Wirklichkeit, von Landschaften und Städten? Sind es Versuche, innere, mentale Zustände aufzuzeichnen – emotionale oder kognitive Karten, die räumliche Informationen im Gedächtnis repräsentieren? Oder werden digitale Datenströme sichtbar gemacht? Auch für praktische und wissenschaftliche Zwecke erstellte Bilder lassen sich anders ›lesen‹ als für das intendierte kartographische Vorhaben, etwa Satellitenaufnahmen des staatlichen isländischen Landesvermessungsamts.
Wenn Künstlerinnen und Künstler ein Terrain sondieren, sei es ein reales oder der Fantasie entsprungenes, werden ihre Kartierungen in der Regel zu Uncertain Maps, die uns auf Wege führen, die in keinem gewöhnlichen Atlas zu finden sind.
Kuratoren: Klaus-Peter Kirchner & Ludwig Seyfarth
Eröffnung: 26. Februar 2026, 19 Uhr

