Heidenheim
Museum

Kunstmuseum Heidenheim

Marienstraße 4, 89518 Heidenheim

In den Räumen des 1904 im Jugendstil erbauten Volksbad präsentiert das Kunstmuseum Heidenheim Einzel- und Gruppenausstellungen mit zeitgenössischer Kunst. Hierbei wird Wert darauf gelegt, ein möglichst breites Spektrum künstlerischer Werdegänge aufzuzeigen, weshalb sowohl aufstrebende als auch bereits etablierte regionale, nationale und internationale Kunstschaffende unterschiedlichen Alters und unterschiedlichen Geschlechts präsentiert werden.

 

Im direkten und intensiven Austausch mit den jeweiligen Künstlerinnen und Künstlern sollen neue, außergewöhnliche Formate speziell für die unterschiedlichen Räume des Hauses entwickelt werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Werken, die gesellschaftspolitisch relevante Fragen stellen oder Perspektiven anderer Disziplinen, etwa der Naturwissenschaften oder der Technik, miteinbeziehen.

 

Thematische Ausstellungen zu den Sammlungsbeständen ergänzen das Ausstellungsprofil. Der Schwerpunkt der Sammlung ist das druckgrafische Schaffen Pablo Picassos, internationale Fotokunst, herausstechende regionale Kunst sowie die Kunst im öffentlichen Raum.

Veranstaltungen und Ausstellungen

29.03.26 - Auf unbestimmte Zeit

Zohar Fraiman – Travelling without moving

Auf Einladung des Kunstmuseums Heidenheim entwickelte die Künstlerin Zohar Fraiman mit der Ausstellung »Travelling without Moving« einen Dialog zwischen eigenen Werken und Arbeiten Pablo Picassos aus der Sammlung des Kunstmuseums.

 

Die Idee zu dem Projekt entstand, da die Malerin in zahlreichen ihrer jüngeren Gemälden Motive als auch die kubistische Verfahrensweise Picassos aufgreift, diese aber gleichsam aus einer zeitgenössischen, weiblichen Perspektive neu interpretiert. In ihrer Kunst treffen kunsthistorische Klassiker auf Motive der aktuellen Popkultur, werden mit Smartphones ausgestattet oder anderweitig in die rasante Gegenwart katapultiert. Durch diese Verfahrensweise erhält die kubistische Idee der »Gleichzeitigkeit« eine neue Bedeutung. Hierauf verweist auch der Titel »Travelling without Moving«, der einem Lied der Band Jamiroquai entlehnt wurde und auch namensgebend für ein zentrales Stück der Ausstellung ist. Denn in verschiedenen Gemälden untersucht die gebürtige Israelin, wie unsere Beziehung zu Mobiltelefonen es uns ermöglicht, gleichzeitig überall und nirgendwo zu sein. Wir werden von atemberaubenden Bildern ferner Reiseziele in den Bann gezogen. Gerade durch die sozialen Medien sind Idealbilder bekannter und weniger bekannter Urlaubsdestinationen allgegenwärtig und wecken den Wunsch, genau die gleichen Orte zu besuchen und genau die gleichen Fotos auch von sich zu machen. Doch löst sich das projizierte Traumbild meist nicht ein. Zum einen, weil die Idylle inszeniert wurde, zum anderen weil wir bereits im Vorfeld über unsere Mobiltelefone Fotos, Restaurants, Orte recherchieren und digital konsumieren und drittens weil das authentische Erleben dem Drang weicht, mit Selfies, Stories und Status auch den Freund:innen, Kolleg:innen und der Familie zu beweisen, dass wir eine perfekte Zeit haben.

 

Doch auch ohne tatsächlich physisch zu reisen, bewegen wir uns im digitalen Raum von Ort zu Ort; wir wischen, scrollen und klicken und sind dabei, wie die Künstlerin es formuliert, »gefangen in einem Kreislauf des Doomscrollings, körperlich unbeweglich, aber geistig erschöpft.«

 

Dieses Reisen ohne Bewegung findet in der Ausstellung noch eine andere Gestalt. Denn bei der Auseinandersetzung mit der Sammlung in Heidenheim zeigte sich Fraiman fasziniert davon, dass es mit dem Citroën Xsara Picasso ein Auto gibt, das nach dem bekannten Künstler benannt ist und dessen Signatur trägt. Getragen von der Frage, ob es nicht auch für eine zeitgenössische Künstlerin möglich wäre, ein eigenes Automobil zu haben, entwickelte sie den »Fraiman«. Freilich ist dieser gemäß der Ausstellungsidee nicht wirklich mobil. Vielmehr können die Besucher:innen in den Farbkosmos der Künstlerin eintauchen und es sich in dem zweidimensionalen Wagen bequem machen. Ein Ventilator simuliert den Fahrtwind, gemalte Palmen lassen das Gefühl einer Fahrt in mediterranen Gefilden aufkommen. Letztere sind sowohl eine Referenz auf Picassos Geburtsland Spanien als auch auf die palmengesäumten Boulevards Hollywoods, das Sinnbild für die glamouröse Filmindustrie ist, in welcher die reale und die imaginäre Welt aufeinandertreffen.

13.06.26 - 04.10.26

GOAL! Fußballplakate im Wandel der Zeit

Am 11. Juni rollt wieder der Ball.

 

Denn an diesem Tag eröffnet eines der drei Gastgeberländer Mexiko die FIFA Fußball-WM mit einem Spiel gegen Südafrika. Dieses globale Fest des Sports sowie eine Schenkung von Rolf Dieterich als Anlass nehmend widmet sich das Kunstmuseum Heidenheim den Plakaten der Fußballweltmeisterschaft. Präsentiert werden rund 50 Poster, die eindrucksvoll zeigen, wie sich das Design von Fußballplakaten im Laufe der Zeit verändert hat.

 

Im ersten Raum der Ausstellung im kleinen Wechselausstellungssaal werden Werbeplakate der aktuellen und vergangener WMs gezeigt: von der ersten in Uruguay 1930, über die Ausgaben der 1970er in Mexiko, Deutschland und Argentinien bis zu den Städteplakaten der diesjährigen Turniere, unter anderem in Mexiko Stadt, Miami oder Toronto.

 

Hier lässt sich die Entwicklung von Ästhetik, Bildsprache und grafischen Trends nachvollziehen und sehen, wie nationale Identität mit globalem Denken verbunden wird.

 

Im zweiten Raum geht es verstärkt um die Verbindung von bildender Kunst und Sport. Ein besonderes Highlight sind zwei vollständige Mappen mit von renommierten Künstlerinnen und Künstlern gestalteten Plakaten: zur Weltmeisterschaft in Spanien 1982 sowie in Deutschland 2006. Diese Editionen vereinen Kunst und Sport auf einzigartige Weise und zeigen, wie unterschiedlich künstlerische Handschriften das Thema Fußball interpretieren können. Vertreten sind dabei bedeutende Namen der internationalen Kunstszene, deren Werke die Grenzen zwischen Gebrauchsgrafik und freier Kunst auflösen. Zu den bekannten Namen gehören Norbert Bisky, Pol Bury, Eduardo Chillida, Andreas Gursky, Joan Miró oder Rosemarie Trockel.

 

Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten des Künstlers Fritz Genkinger, der sich in seinem Werk immer wieder mit Bewegung, Dynamik und Sport auseinandergesetzt hat. Die Ausstellung im Kunstmuseum Heidenheim lädt dazu ein, Fußball einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten – nicht als Spiel auf dem Rasen, sondern als kulturelles Phänomen, das sich auch in der visuellen Gestaltung seiner Plakate widerspiegelt.

 

 

Künstler:innenplakate WM 2006

 

Tim Ayres, Norbert Bisky, Luo Brothers, Michael Craig-Martin, Andreas Gursky, Toyin Loye, Markus Lüpertz, Jess MacNeil, Beatriz Milhazes, Sarah Morris, Kwesi Owusu-Ankomah, Tobias Rehberger, Hisashi Tenmyouya, Rosemarie Trockel

 

 

Künstlerplakate WM 1982

 

Valerio Adami, Pierre Alechinsky,Eduardo Arroyo  Pol Bury, Eduardo Chillida, Gudmundur, Erró, Jean Michel Folon, Jiří Kolář, Joan Miró, Jacques Monory, Antonio Saura, Antoni Tàpies, Gérard Titus-Carmel, Roland Topor, Vladimir Velickovic

 

 

Sonstige Künstlerplakate:

 

Fritz Genkinger

 

 

Designer:innen WM 2026

 

Rubem Robierb, Matt Cliff, Cuemanche (Mario Cortés), Stephanie Leal, Rich Tu

 

 

Designer:innen/Künstler:innen vergangener WMs

 

Bouthayna Al Muftah, Ney Damasceno, Henri Desmé, Guillermo Laborde, Nathalie Le Gall, Annie Leibovitz, Mandatos Internacionales, Peter Max, Horst Schäfer, WE DO communication, Werner Weiskönig, Lance Wyman

20.06.26 - 04.10.26

DIE GANZE ZEIT

In der Gründerzeit des 19. Jahrhunderts erlebte die Gesellschaft einen tiefgreifenden Wandel, geprägt von industrieller Revolution, technologischem Fortschritt und sozialem Umbruch. In dieser Ära gewann der Zeitbegriff zugleich eine neue Dimension und wurde zu einem entscheidenden Faktor in der Gestaltung menschlicher Ressourcen.
Diejenigen, die die Zeit kontrollierten, erlangten nicht nur die Macht über Produktionsprozesse, sondern auch über das Leben der Menschen. Wie die Ethnologin Laura Wehr schreibt: »Zeit ist eine der wirksamsten Maßnahmen sozialer Kontrolle«. Diese Verbindung zwischen Zeit und Macht manifestierte sich in der Art und Weise, wie Arbeitszeit, Effizienz und Disziplin in den aufstrebenden Industriegesellschaften definiert und verwaltet wurden.

 

Mit dem Phänomen Zeit im 19. und 21. Jahrhundert setzen sich die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung auseinander. Die Werke behandeln die Themen Zeit, Macht und Kontrolle, sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf körperlicher und individueller Ebene. Eine Reihe der ausgestellten Arbeiten beschäftigt sich skulptural und grafisch mit der Weltpolitik, etwa wie die Welt 1884 in Zeitzonen eingeteilt wurde. Eine andere Gruppe behandelt Themen wie die Konditionierung des Körpers, Selbstbeherrschung und strenge Erziehung in der Kindheit.

 

Die Ausstellung verwebt sich mit der historischen Sammlung und setzt historische Objekte in Bezug zu zeitgenössischen Positionen. In der Gegenüberstellung von historischen Zeugnissen und künstlerischen Interventionen entsteht ein differenzierter Blick auf die Zeitkultur unserer Gegenwart – und damit auch auf mögliche Zukünfte jenseits dominanter Zeitregime. Die Ausstellung lädt ein zu einer kritischen Reflexion darüber, wer heute die Macht über unsere Zeit ausübt und welche Alternativen denkbar wären.

 

Parallel zu der Ausstellung wirft die Ausstellung »Rasender Stillstand« im Museum Schloss Hellenstein Einblicke in die Entwicklung der Zeitmessung und fragt danach, welche Bedeutung diese auf einer soziologischen Ebene haben.

 

Mit Werken von:
Alma Bille Stræde, Mehtap Baydu, Anna Borgman, Ingo Gerken, Manaf Halbouni, Candida Höfer, Karin Lind, Carsten Nicolai, Sophia Pompéry, Ahmed Ramadan, Liza Sivakova, Ignacio Uriarte, Francis Zeischegg

Standort
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Marienstraße 4, 89518 Heidenheim
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Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch13:00–19:00
Donnerstag11:00–17:00
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Samstag11:00–17:00
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