Die Moderne Galerie zählt zu den führenden Museen in Südwestdeutschland und ist die museale Leitinstitution des Saarlandes. Geprägt durch ihre grenznahe Lage, entfalten sich ihre reichen Bestände vom Impressionismus bis zur Gegenwart im Dialog insbesondere zwischen französischen und deutschen Strömungen.
Eigene Schwerpunkte von hohem Rang bilden die Malerei der Berliner Secession, der deutsche Expressionismus sowie die Kunst der École de Paris und des Informel. Das Museum beherbergt den Nachlass des Bildhauers Alexander Archipenko und verfügt über umfangreiche Grafische und Fotografische Sammlungen, wobei letztere direkt auf den Begründer der »subjektiven« in Saarbrücken, Otto Steinert, zurückgeht.
Das Museumsgebäude zählt zu den wegweisenden Museumsbauten der frühen Bundesrepublik. Entworfen von dem St. Ingberter Architekten Hanns Schönecker und in drei Bauabschnitten zwischen 1965 und 1976 realisiert, genießt es heute aufgrund seines hohen architekturgeschichtlichen Ranges Denkmalschutz.
Mit ihrer 2017 eröffneten Erweiterung, realisiert von Kuehn Malvezzi / Michael Riedel hat die Moderne Galerie einen entscheidenden Schritt in die Zukunft getan. Sie kann seither nicht nur ihre umfangreichen Sammlungen in viel größerem Maße zeigen, sondern öffnet sich auch stärker der zeitgenössischen Kunst.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Bilder / Schicksale – Provenienzforschung und »Entartete Kunst«
Die Moderne Galerie zeigt ab dem 12.4.24 die Präsentation Bilder / Schicksale. Provenienzforschung und »Entartete Kunst«. In neuer und erweiterter Form vermittelt die Ausstellung Einblicke in die Arbeit der Provenienzforschung am Saarlandmuseum. Die Untersuchung der Eigentumsgeschichte des Sammlungsbestands, insbesondere für den Zeitraum 1933–1945, ist heute eine wichtige Aufgabe der Museen. Anhand exemplarischer Forschungsfälle beleuchtet die Präsentation nicht nur die Provenienzen unterschiedlicher Kunstwerke, sondern nimmt auch die Schicksale ihrer – zumeist NS-verfolgten – Vorbesitzer:innen in den Blick. Besonderes Gewicht erhält dabei ein aktuelles Forschungsprojekt zu wertvollen Handzeichnungen aus der Graphischen Sammlung.
Eine wesentliche Erweiterung erfährt die Ausstellung mit dem Thema der »Entarteten Kunst«, das auch für die Geschichte des Saarlandmuseums von großer Bedeutung ist. Die Beschlagnahme-Aktion von Werken Moderner Kunst aus öffentlichen Museen 1937 riss auch Lücken in die Sammlung des Saarbrücker Museums. Nach 1945 war die Schließung dieser Lücken und die Rehabilitation der vormals verfemten Avantgardekünstler:innen Anlass für den Aufbau einer Modernen Galerie.
Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Vermittlungsprogramm sowie einem Angebot für Schulklassen zu beiden Themenbereichen begleitet.
Monika Sosnowska
Ab dem 15. März 2025 wird die international renommierte Bildhauerin Monika Sosnowska (*1972) mit mehreren Monumentalskulpturen aus lackiertem Stahl den zentralen Atrium-Raum im Erweiterungsbau der Modernen Galerie bespielen. Sosnowskas ebenso sperrige wie poetische Architektur-Paraphrasen, häufig abgeleitet aus deformierten Bauelementen, stellen Fragen nach Geschichte, Erinnerung und Identität. Im 14 Meter hohen Kuppelsaal werden Hängeskulpturen und Bodenarbeiten zu einem spannungsvollen Ensemble kombiniert.
bildspiele – sprachspiele. sigurd rompza im dialog mit eugen gomringer
Sigurd Rompza (*1945) zählt zu den international renommierten Vertretern der Konkreten Kunst. Seine Arbeit gleicht einer ästhetisch-künstlerischen Grundlagenforschung über Elementarkomponenten der Gestaltung: Form, Farbe, Fläche, Rhythmus, Licht und Raum. Deren Relation lotet er in seinen Wandobjekten aus, die nach systematischen Verfahren, doch jeweils als offene Bildformen angelegt sind. In seiner Ausstellung in der Modernen Galerie wird Rompza diese Arbeiten in Dialog setzen mit Gedichten von Eugen Gomringer, dem Begründer der Konkreten Poesie.
Eröffnung: 24. Oktober 2025, 19 Uhr
Albert Weisgerber-Preis 2022 – Sigrún Ólafsdóttir
Die seit den 1990er Jahren in Saarbrücken lebende Künstlerin Sigrún Ólafsdóttir wurde im Jahr 2022 für ihr herausragendes Kunstschaffen mit der Verleihung des Albert-Weisgerber-Preises für Bildende Kunst der Stadt St. Ingbert geehrt. Für die Sonderpräsentation in Kooperation mit der Stadt St. Ingbert hat die Gastkuratorin Andrea Fischer von der Albert-Weisgerber-Stiftung zusammen mit der Künstlerin Exponate aus mehreren Jahrzehnten ausgewählt.
Eröffnung: 28. November 2025, 19 Uhr
Marthe Donas & Alexander Archipenko – Power-Paar der Avantgarde
In Kooperation mit dem Königlichen Museum der Schönen Künste Antwerpen präsentiert das Saarlandmuseum ein wiederentdecktes Künstlerpaar der Klassischen Moderne: Marthe Donas (1885–1967) und Alexander Archipenko (1887–1964). Ihr Aufeinandertreffen in Nizza während des Ersten Weltkriegs markiert den Beginn eines intensiven künstlerischen Austauschs zwischen der belgischen Malerin und dem ukrainisch-stämmigen Protagonisten der modernen Skulptur.
Die Werkschau vergegenwärtigt das innovative Schaffen des Künstlerpaars während der Jahre 1917 bis 1920 und offenbart zudem dessen Verdienste um die Wiederbelebung des kosmopolitischen Künstlerkreises »La Section d’Or«. Zu den Highlights zählen Werke, die auf unterschiedliche Weise die hergebrachten Grenzen des Tafelbilds sprengen: sowohl die revolutionären shaped canvases der Malerin Donas als auch die spektakulären sculpto-peintures Archipenkos erweisen den Beitrag beider Künstlerpersönlichkeiten zur Avantgarde ihrer Zeit.
Diese Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Saarlandmuseums – Moderne Galerie und des Königlichen Museums der Schönen Künste Antwerpen (KMSKA).

