Das ehemals Großherzogliche Museum wurde 1869 als einer der ersten deutschen Museumsbauten errichtet. Im April 2019 eröffnete das zuletzt für Wechselausstellungen genutzte Neue Museum mit einer ständigen Präsentation der Kunst der frühen Moderne von der Weimarer Malerschule bis zu Henry van de Velde. Eine große Museumswerkstatt lädt zum handwerklichen Arbeiten ein.
In der Ausstellung werden herausragende internationale Werke des Realismus, Impressionismus und des Jugendstils gezeigt. Sie spiegeln eine gleichsam glanzvolle wie widersprüchliche Epoche mit Bezügen zu unserer Gegenwart. Ausgehend von Friedrich Nietzsche als Vordenker und Kultfigur werden wichtige Positionen der frühen Moderne in Weimar vorgestellt. Hierzu zählen die Werke der Weimarer Malerschule und der von Harry Graf Kessler geförderten Avantgarde von Claude Monet bis Max Beckmann. Mit zahlreichen Exponaten wird das funktionale wie elegante Design Henry van de Veldes präsentiert. Die Installation »Das Zimmer« von Pipilotti Rist stellt in der Südgalerie als zeitgenössische Intervention die eigene Körperwahrnehmungen in Frage.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Bauhaus und Politik
Die Präsentation beleuchtet die politische Dimension der berühmten Avantgarde-Schule von 1919 bis 1933. Neben der Revolutionierung von Kunst und Design diente das Bauhaus auch als Experimentierfeld für gesellschaftliche Utopien und den Umgang mit politischen Systemen. Die Frage nach der Freiheit von Wissenschaft und Kunst ist heute relevanter denn je.
Das Bauhaus bestand als Avantgarde-Schule von 1919 bis 1933 in Weimar, Dessau und Berlin. Im August 1933 löste es sich auf Druck des Nazi-Regimes selbst auf. Warum jetzt eine Ausstellung »Bauhaus und Politik«
Tatsächlich ist das Thema komplex. Die Schule war für Studierende und Lehrende ein Ort, an dem nicht nur über Kunst, Architektur und Design nachgedacht wurde. Nach der Erfahrung des Ersten Weltkrieges und des Übergangs zur Weimarer Republik ging es auch um die Gestaltung einer neuen freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft. Als Institution musste sich das Bauhaus für die Sicherung seiner Existenz jeweils mit unterschiedlichen politischen Verhältnissen auseinander setzen. Darüber hinaus wirkten sich politische Entwicklungen direkt auf innerschulische Belange aus.
Die Ausstellung behandelt die Entwicklungen an den drei Orten Weimar, Dessau und Berlin und zeigt einmal mehr, wie wichtig die Freiheit von Wissenschaft und Kunst auch heute noch ist.

