Straßburger Fayencen und Meißener Porzellan stehen im Mittelpunkt der Sammlung Ludwig im Alten Rathaus.
Von der Regnitz umspült ist das berühmte Alte Rathaus im Herzen Bambergs eines der schönsten Gebäude der Welt. Als wahres Schatzkästlein birgt es die Sammlung Ludwig Bamberg – Fayence und Porzellan mit barocken Kostbarkeiten rund um die Tischkultur des 18. Jahrhunderts. An die Ausstellung schließt sich der berühmte Rokokosaal der Bamberger Ratsherrn an. Das Rathaus darf man also wirklich nicht nur von außen gesehen haben.
In der Sammlung Ludwig Bamberg erinnern Figuren als Tischdekoration, Terrinen in Tierform, Duftgefäße und Schaugerichte an das prunkvolle Leben im Barock. Kaffee-, Tee- und komplette Reiseservice erzählen von der kultivierten Art des Genießens in früheren Zeiten.
Außerhalb Frankreichs wird man kaum eine größere Privatsammlung mit Straßburger Fayencen antreffen. Zu den besonderen Attraktionen gehört beispielsweise eine sehr seltene Terrine in Form eines Truthahns, die schon allein aufgrund ihrer Größe und naturgetreuen Bemalung beeindruckt.
Die Sammlung zeigt auch die Entwicklung der Meißener Porzellanerfindung vom Böttgersteinzeug über die ersten Porzellanmischungen mit Alabaster bis hin zur endgültigen, noch heute verwendeten Rezeptur. Abgerundet wird die Sammlung durch Exponate aller anderen wichtigen Manufakturen des 18. Jahrhunderts.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Höfische Begegnungen – Die Sammlung Ludwig zu Gast in der Neuen Residenz Bamberg
Eigentliche Wohnstätte der Sammlung Ludwig Bamberg, einer Dauerleihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung an die Museen der Stadt Bamberg, ist seit Jahrzehnten das Alte Rathaus. Nun wird das berühmte Gebäude saniert, was einen vorübergehenden Auszug der Sammlung nötig machte. Damit die Sammlung von europäischem Rang im Bewusstsein der Bamberger Bevölkerung und der internationalen, kulturinteressierten Gäste präsent bleibt, werden die Objekte in einer Interimsausstellung präsentiert.
Die von der Bayerischen Schlösserverwaltung betreute Neue Residenz Bamberg ist der am besten geeignete Ort, um Porzellane aus dem höfischen Umfeld des 18. Jahrhunderts zu beherbergen. Das dortige Fürstbischöfliche Appartement im ersten Obergeschoss wurde ab 1703 als Wohnung des Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn (reg. 1693–1729) ausgestattet und diente auch den späteren Bamberger Fürstbischöfen als Wohnung. Dekorationen verschiedener Stilstufen treten hier zu einem kontrastreichen Ensemble zusammen, das die ganze stilistische Spannweite des 18. Jahrhunderts durchmisst – von den schwerbewegten spätbarocken Stuckdecken Johann Jakob Vogels (1661–1727) über die verspielten, anmutigen Régence-Dekorationen des zweiten Vorzimmers und die reifen Rokokoformen des »Gelben Salons« bis zu den kaltglänzenden klassizistischen Stuckaturen Materno Bossis (1737–1802) im »Weißen Saal« und den Ausstattungen des 19. Jahrhunderts im Ankleide- und Schlafzimmer.
Keramiken gehörten auch zur ursprünglichen Ausstattung der Residenz – was nicht zuletzt der Chinabegeisterung des 18. Jahrhunderts geschuldet war. Die Ausstellung greift diese Tradition auf und lädt zu spannenden Begegnungen von historischer Raumausstattung und keramischen Kunstwerken ein. Die Porzellane stammen in der Hauptsache von den Manufakturen Meißen und Frankenthal.
Die Ausstellung kann im Rahmen einer Führung durch das Fürstbischöfliche Appartement besichtigt werden und ist im regulären Eintritt inbegriffen.

