Völklingen
Museum

Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Rathausstraße 75–79, 66333 Völklingen

Die Völklinger Hütte wurde 1994 von der UNESCO als Weltkulturerbe klassifiziert. Wie kein anderes Denkmal ist die Völklinger Hütte Symbol für das Saarland, seine Identität und die Entwicklung der Saar-Lor-Lux Region. Die Entwicklung der Völklinger Hütte zu einem Europäischen Zentrum für Kunst und Industriekultur ist die wichtigste Kulturaufgabe des Saarlandes.

 

Aufgabe der Trägergesellschaft ist die Erhaltung und Entwicklung des Denkmalensembles Völklinger Hütte und die breite Vermittlung von Industriekultur im Spannungsfeld von Kunst und Gesellschaft sowie intensive Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich. Zweck der Gesellschaft ist auch die wissenschaftlich – künstlerische Erforschung und pädagogisch-didaktische Aufarbeitung von »lndustriekultur« im Rahmen der Entwicklung eines erweiterten Kunst- und Kulturkonzeptes unter besonderer Berücksichtigung der europäischen Bezüge und ihrer öffentlichkeits­wirksamen Darstellung.

 

Dazu dienen insbesondere Publikationen, Ausstellungen, Aufführungen im Bereich des Theaters und Symposien. Neben traditionellen Darstellungs­formen sollen neue Medien in dieses Konzept mit einbezogen und neue Formen der Verbreitung entwickelt werden.

Veranstaltungen und Ausstellungen

22.07.23 - 27.08.28

Bewegung. Macht. Geschichte

Die Dauerausstellung »Bewegung Macht Geschichte« eröffnet neue Perspektiven auf die Rohstoff-, Menschen- und Produktströme, die elementar mit der Geschichte der Völklinger Hütte verbunden sind.

 

So führt der Weg der zur Eisenproduktion nötigen Erze im Laufe der Jahrzehnte nicht nur aus Lothringen und Luxemburg, sondern ab den 1960er-Jahren aus der ganzen Welt nach Völklingen. Geliefert wird spätestens ab der Nachkriegszeit weltweit.

 

Ein bedeutendes Element der Ausstellung bildet die humane Mobilität in all ihren – auch den drastisch gewaltsamen – Facetten: von den Wanderarbeitern und verarmten Bauern aus der Großregion im 19. Jahrhundert, über das düstere Kapitel der Zwangsarbeiter:innen im Ersten und Zweiten Weltkrieg aus ganz Europa bis hin zur Arbeitsmigration der Wirtschaftswunderjahre aus Italien und der Türkei.

 

Dreh- und Angelpunkt der Schau ist eine Filminstallation, die umfangreiches Archivmaterial und 3-D-Elemente zu einer prägnanten Hütten-Geschichte in zeitgemäßer Bildsprache montiert.

10.05.26 - 15.11.26

Urban Art Biennale 2026

Die URBAN ART BIENNALE ist weltweit eine der größten Werkschauen dieser anarchischen Kunstform jenseits herkömmlicher White Cube-Ästhetik. Seit 2011 wird alle zwei Jahre das gesamte Areal der Völklinger Hütte zum kongenialen Dialogpartner für die Kunst, die sich aus Street Art und Graffiti entwickelt hat.

 

Nachdem die beiden letzten Biennalen weit in den Völklinger Stadtraum ausgegriffen haben, liegt der Fokus 2026 räumlich und inhaltlich wieder stärker auf der Völklinger Hütte. Mehr Arbeiten als je zuvor entstehen in situ speziell für ihren Ort in der Hütte. Zahlreiche Künstler:innen treten mit ihren Werken direkt in Dialog mit der Architektur und der Geschichte des ehemaligen Eisenwerks.

 

»Street Art und Graffiti haben sich in Reibung mit der Stadt und in Konkurrenz zu den dort schon bestehenden Botschaften entwickelt. Auch die heutige Urban Art braucht den Gegenspieler und Mitspieler — einen Ort, von dessen räumlicher Struktur man sich inspirieren oder abgrenzen kann und auf dessen Geschichte die eigene Kunst reagiert. Die Völklinger Hütte bietet hierzu unzählige Möglichkeiten«, sagt der Kurator der URBAN ART BIENNALE, Frank Krämer.

 

Der raue Charme der Möllerhalle oder der Sinteranlage treffen auf filigrane Stoffe und raumgreifende Installationen. NeSpoon spannt zwischen Sinteranlage und Möllerhalle ein fragiles Spinnennetz aus Häkeldeckchen, der Graffiti-Pionier Boris Tellegen, unter dem Künstlernamen DELTA für seine dreidimensional wirkenden Buchstaben bekannt, überführt seine Räumlichkeit in eine gigantische zweifarbige Holzskulptur.

 

In Baptiste Debombourgs im wahrsten Sinne des Wortes facettenreicher Installation über die Arbeit und die Arbeiter der Völklinger Hütte spielt mit zerbrochenem Spiegelglas besetzte Kleidung eine zentrale Rolle. Der französische Künstler Milo sammelt Fingerabdrücke in der Stadt Völklingen und bringt sie per Kohlenstaub auf Papier in die Möllerhalle des Weltkulturerbes. Igor Ponosov übersetzt charakteristische Bewegungen der Hüttenarbeiter in eine Performance, die den historischen Rhythmus des Werks zu neuem Leben erweckt. Und in den Jacken, Hemden, Hosen, Röcken, Tüchern und Mützen, die Coco Bergholm in Anlehnung an Oberflächen des ehemaligen Eisenwerks und heutigen Weltkulturerbes von Rostrot bis Paradiesgrün gestaltet, können die Besucher:innen in einer »Postindustrial Camouflage« mit den Orten der Hütte regelrecht verschmelzen – HUETTECOUTURE eben!

 

Die Faszination von Zugwaggons — die im Zentrum der Graffiti-Kultur standen und Haupttransportmittel in der Völklinger Hütte waren — manifestiert sich in der diesjährigen URBAN ART BIENNALE in Kunstinstallationen und einer Foto-Präsentation, die die Kultur der urbanen Graffiti-Crews spiegelt und Street Art an entlegenen und unzugänglichen Orten für die Besucher:innen erlebbar macht.

 

REFRESHINK bezieht sich auf eine Technik der traditionellen Kunst, wenn er gesprühte Werke erschafft, die an Mosaike erinnern. Tomas Lacque wiederum lässt seine urbane Installation unter einer Farbschicht erstarren – als habe ein Ascheregen das Werk bedeckt. Ein Eindruck, der Assoziationen an Pompeji nach dem Vulkanausbruch zulässt. 

 

Das Dach der Möllerhalle hat sich der Künstler Ampparito für seine Botschaft ausgesucht, die man in großen Lettern am besten von der Aussichtsplattform des Weltkulturerbes in 45 Metern Höhe betrachten kann. Sie spielt mit der Botschaft, die Autobesitzer in Spanien zuweilen in ihre Fahrzeuge legen: NO HAY NADA DE VALOR, frei übersetzt »Hier drin gibt es nichts von Wert«. Von wegen! 

Standort
Standort
Rathausstraße 75–79, 66333 Völklingen
Öffnungszeiten
Montag10:00–19:00
Dienstag10:00–19:00
Mittwoch10:00–19:00
Donnerstag10:00–19:00
Freitag10:00–19:00
Samstag10:00–19:00
Sonntag10:00–19:00
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