Die Schrift und ihr künstlerischer Ausdruck, die Kalligrafie (kor. seoye) spielen in der koreanischen Kunst eine große Rolle. Die chinesische Schrift mit ihren ideo- und piktografischen Zeichen (kor. hanja), wurde in Korea bereits im 1. Jahrhundert übernommen. Ab dem 15. Jahrhundert kommt die im Auftrag König Sejongs (r. 1418–1450) erfundene Lautschrift (kor. hangeul) hinzu.
Die verschieden geformten Striche dieser beiden Schriftarten werden traditionell mit Pinsel und Tusche geschrieben. Auch die Malerei wird mit denselben Medien und der Kalligraphie ähnlichen Pinselstrichen ausgeführt. Schriftkunst findet sich auch auf kunsthandwerklichen Objekten. Dekore sind von der Ästhetik der Kalligraphie mit ihren modulierenden Strichen und Linien inspiriert.
Um den Einfluss und die Bedeutung der Kalligrafie zu verdeutlichen, kontrastiert die Ausstellung Werke der zeitgenössischen Schriftkunst und der traditionellen aber auch der modernen Malerei mit Beispielen von Keramiken und Bronzen der Goryeo-Periode (918–1392), einer kulturellen Blütezeit der koreanischen Kultur.

