Ausstellungen

Entdecken Sie aktuelle und kommende Ausstellungen in Museen und Galerien

Ausstellung

DIE BLAUEN REITERINNEN

13.03.2027 - 29.08.2027
Bremen

Erma Bossi – Sonia Delaunay-Terk – Emmi Dresler – Elisabeth Epstein – Elisabeth Erdmann-Macke – Natalija Gontscharowa – Else Lasker-Schüler – Maria Franck-Marc – Olga Meerson – Gabriele Münter – Carla Pohle – Marianne von Werefkin

 

»Hochverehrte Prinzessin, vieladeliger wilder Junge, süße Malerin, wann darf ich kommen – ich träume von der Süßigkeit Ihrer Bilder. (Der Prinz von Theben) Else Lasker-Schüler (Der blauen Reiterreiterin Freundin.)«

Else Lasker-Schüler an Marianne von Werefkin 1913

 

In einem Brief an Marianne von Werefkin erfand die expressionistische Dichterin Else Lasker-Schüler 1913 den einprägsamen Begriff der »Blauen Reiterreiterin«.

 

Dass neben Werefkin zahlreiche Künstlerinnen im Umfeld der Bewegung und ihren Ausstellungen aktiv waren und sie entscheidend mitprägten, zählt zu den Besonderheiten des »Blauen Reiters«. Neben Werefkin und Gabriele Münter sind darunter Maria Franck-Marc und Elisabeth Epstein, die ein grenzüberschreitendes Netzwerk zu Erma Bossi, Sonia Delaunay und Natalija Gontscharowa aufbauten. Ihre Rollen innerhalb des »Blauen Reiters«, ihre Einflüsse auf die ästhetische Theorie und Kunst der Bewegung sowie ihr Wirken über den Ersten Weltkrieg hinaus sind nun erstmals Thema einer umfassenden Ausstellung, die an vier Stationen in Deutschland sowie der Schweiz präsentiert wird. Der Titel geht auf die Überformung Lasker-Schülers zurück und gewährt bereits einen Einblick in die komplexen emanzipatorischen Bestrebungen der Künstlerinnen.

 

Mit der Ausstellung feiert das Paula Modersohn-Becker Museum als weltweit erstes Museum, das dem Werk einer Malerin gewidmet ist, am 2. Juni 2027 sein 100-jähriges Bestehen. Die Bremer Pionierin der Moderne wird dann auf zwölf Zeitgenossinnen treffen, die ihr Ziel teilten, in ihrer Kunst mit etablierten Wahrnehmungsgewohnheiten zu brechen.

 

Eine Ausstellung des Paula Modersohn-Becker Museums in Kooperation mit dem Museum Wiesbaden und der Städtischen Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München sowie der Fondazione Marianne Werefkin in Ascona/CH

Museen Böttcherstraße
Ausstellung

MODERN FASHION – Wiener Werkstätte & Paris

26.02.2027 - 27.06.2027
Wien

Das Leopold Museum widmet sich in einer groß angelegten Ausstellung dem Thema Mode im Kontext des Gesamtkunstwerkes Wien 1900. Unter dem Titel MODERN FASHION. Wiener Werkstätte & Paris wird sich die Präsentation mit der Entwicklung der Wiener Mode um 1900 bis ca. 1930 auseinandersetzen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts läuteten Henry van de Velde und Anna Muthesius eine Revolution in der Mode ein: Die Ablehnung des Korsetts und die Einführung des Reformkleides bilden einen bedeutenden Paradigmenwechsel in der europäischen Frauenkleidung.

 

In der Schau wird die 1911 gegründete Modeabteilung der Wiener Werkstätte in den Fokus gerückt sowie insbesondere der fruchtbare Austausch zwischen Wien und Paris, die Modemetropole par excellence, beleuchtet. Der damalige »King of Fashion«, Paul Poiret, der eng mit Künstler:innen zusammenarbeitete, stand im Austausch mit der Wiener Werkstätte. Modedesignerin Emilie Flöge reiste regelmäßig nach Paris, um aktuelle Trends zu studieren und die Wiener Werkstätte nahm mit ihrer Mode und zahlreichen weiteren Produkten an internationalen Ausstellungen teil.

 

Arbeiten von Sonia Delaunay, Raoul Dufy, Emilie Flöge, Mathilde Flögl, Josef Hoffmann, Gustav Klimt, Mela Koehler, Otto Lendecke, Maria Likarz-Strauss, Koloman Moser, Dagobert Peche, Paul Poiret, Egon Schiele oder Eduard Wimmer-Wisgrill werden in der Schau vertreten sein.

Leopold Museum Wien
Ausstellung

Im Paradiesgarten – Kunst und Naturwahrnehmung um 1400

24.02.2027 - 27.06.2027
Frankfurt am Main

Das Paradies – ein Ort der Sehnsucht, der seit Jahrhunderten die menschliche Vorstellungskraft beflügelt. Als irdischer wie himmlischer Garten und als Sinnbild einer ursprünglichen Harmonie zwischen Mensch und Natur wurde er zum Projektionsraum für religiöse, philosophische und künstlerische Ideen.

 

Im Zentrum der Ausstellung steht eines der berühmtesten und zugleich rätselhaftesten Gemälde des Städel Museums: »Das Paradiesgärtlein« (ca. 1410/20). Die Tafel – kaum größer als ein aufgeschlagenes Buch – erstaunt mit zahlreichen Details. Die Muttergottes sitzt darin mitten in einer höfischen Gesellschaft, während der umschlossene Garten sowohl als religiöses Symbol als auch als Ort weltlicher Liebe verstanden werden kann. Besonders eindrucksvoll ist die Nähe zur Natur innerhalb des Werks. Die Ausstellung rückt diese bahnbrechende Verbindung von Kunst und Naturwahrnehmung ins Zentrum und verortet das Paradiesgärtlein umfassend im historischen und künstlerischen Kontext Europas um 1400 – eine Zeit des Umbruchs, der Konflikte und des intellektuellen Austauschs.

 

Rund 80 hochkarätige Leihgaben aus internationalen Museen – darunter die National Gallery in Washington D.C., das Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, der Louvre in Paris und das Rijksmuseum in Amsterdam – machen diese Entwicklung anschaulich. Neben Gemälden von Jan van Eyck, dem »Meister von Flémalle« und Pisanello sind unter anderem Skulpturen und Zeichnungen zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung durch eine immersive Rauminstallation des Berliner Künstlers und Bühnenbildners Philipp Fürhofer, die die sinnliche Dimension des Paradiesgärtleins neu interpretiert und ein begehbares »Paradiesgärtlein« schafft.

 

Kurator
Prof. Dr. Jochen Sander (Stellvertretender Direktor und Sammlungsleiter Holländische, Flämische und Deutsche Malerei vor 1800, Städel Museum)

 

Projektleitung
Dr. Corinna Gannon (Wissenschaftliche Volontärin, Holländische, Flämische und Deutsche Malerei vor 1800, Städel Museum)

Städel Museum
Ausstellung

Unter Göttern und Dämonen

11.12.2026 - 04.04.2027
Schleswig

Victor von Plessen und Friedrich Dalsheim

 

Mit der großen Sonderausstellung Unter Göttern und Dämonen. Victor von Plessen und Friedrich Dalsheim präsentiert das Museum für Kunst und Kulturgeschichte das Werk zweier beeindruckender Kunstschaffender: Zum einen ist dies der aus Schleswig-Holstein stammende Victor von Plessen (1900–1980) – Forschungsreisender, Ornithologe, Maler und Filmemacher. Zum anderen geht es um Friedrich Dalsheim (1895–1936) – Pionier des ethnographischen Films. Zusammen bereisten sie in den 1930er Jahren Indonesien und drehten zwei Meilensteine des ethnographischen Films: Die Insel der Dämonen (1933) und Die Kopfjäger von Borneo (1936). Die Filme entstanden in Zusammenarbeit mit der balinesischen Dorfgemeinschaft von Bedulu bzw. mit den indigenen Dayak und Punan auf Borneo. 

 

Unsere Ausstellung ist eine transkulturelle Kooperation zwischen der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen und der Plessen-Stiftung Wahlstorf sowie der Deutschen Kinemathek (Berlin) und dem Agung Rai Museum of Modern Art (Ubud, Bali).

 

Die Ausstellung in der Reithalle von Schloss Gottorf vereint Film, Bildende Kunst, Literatur, Ornithologie und Ethnologie. Zu sehen sein werden Filmausschnitte, Werk- und Standfotos, Plakate und Dokumentationsmaterial; durch von Plessen in Bali gesammelte Vogelbälge; indonesische Ethnographica und Stoffmalereien (von Ida Bagus Anom, Anak Agung Gede Soberat) und Zeichnungen (von I Nyoman Ngendon) sowie Ölgemälde von Victor von Plessen und seinem auf Bali lebenden Malerfreund Walter Spies (1895–1942).

Museum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf
Ausstellung

Design für Alle – Die erste Sammlungspräsentation zu inklusivem Design

04.12.2026 -
München

Ihrer Vorreiterrolle eines inklusiven Designmuseums entsprechend erarbeitet Die Neue Sammlung die erste Sammlungspräsentation zum Thema »Design für Alle«. Der Anspruch, Objekte des Alltags für alle Menschen zu gestalten, prägt seit jeher viele Strömungen des Designs. In den Dauerausstellungen internationaler Designmuseen wird dieses Thema jedoch bisher nicht behandelt, sondern allenfalls in temporären Sonderausstellungen aufgenommen.

 

Die Ausstellung soll der von uns beobachteten Ansicht entgegenwirken, dass inklusives Design immer noch als Nische zu betrachten ist. Sowohl in der Industrie als auch in der Bevölkerung genießt es allgemein ein geringeres Ansehen als andere Anwendungsbereiche der Gestaltung. Doch dies steht im Gegensatz zu aktuellen Kreativprozessen, die auf diverse Arbeitsgruppen setzen, sowie großen, selbstverständlich gewordenen Innovationen, die durch inklusive Ansätze erreicht wurden! 

 

Die ausgestellten Objekte des inklusiven wie auch exklusiven Designs geben nicht nur Einblicke in »andere« Lebenswelten, sondern machen deutlich, dass ihre Charakteristika trotz oder gerade wegen ihrer Ausrichtung auf ganz bestimmte Nutzergruppen für alle Menschen sinnvoll und attraktiv sein können. Die Ausstellung soll inklusives Design als grundlegendes Designprinzip und als Triebkraft von Neuerungen nachhaltig sichtbar und erfahrbar machen.

Die Neue Sammlung – The Design Museum
Ausstellung

Iza Tarasewicz

04.12.2026 - 21.02.2027
Wien

Die raumgreifenden Installationen der polnischen Künstlerin Iza Tarasewicz nehmen als modulare Strukturen Gestalt an – mobile und rekonfigurierbare Systeme auf Grundlage formaler Prinzipien, die von der Natur, wissenschaftlicher Forschung und visuellen Hilfsmitteln wie Graphen und Diagrammen inspiriert sind. Viele ihrer Arbeiten bestehen aus diversen Einheiten, die sich je nach Ausstellungskontext fortlaufend neu anordnen und umgestalten lassen. Die Künstlerin bezieht sich dabei auf die atomistische Philosophie der klassischen Antike wie auf Erklärungsmodelle aus dem 20. Jahrhundert – Quantenphysik und Chaostheorie – in Verbindung mit eingehenden Untersuchungen zu Arbeit, volkstümlichen Traditionen und Modernismus. Ihre Skulpturen und Assemblagen, in denen sie Materialien von gerostetem Stahl bis hin zu Lingzhi-Pilzen verarbeitet, bilden dynamische Systeme, in denen die Grenze zwischen Organischem und Anorganischem verschwimmt. Tarasewicz’ Kunst ist tief in den gesellschaftlichen und (land-)wirtschaftlichen Praxen verwurzelt, die sowohl in der Region Podlachien, wo sie geboren wurde, bleibende Spuren hinterlassen haben als auch in den Riten und Volkstraditionen, die die Kultur großer Teile Mittel- und Osteuropas prägen.

 

Im Zentrum von Tarasewicz’ Werk steht der Gedanke, dass unser Leben entgegen der trügerischen Vorstellung, wir könnten uns von unserer Umwelt lösen, untrennbar mit dem anderer, uns begleitender Arten verwoben ist. Angesichts wachsender sozialer Ungleichheiten und des Hyperindividualismus in den kapitalistischen Gesellschaften wie auch der populistischen und faschistischen politischen Bewegungen, die sie nähren, ist ihre Praxis von der Frage geleitet, wie wir Bindungen eingehen und Verwandtschaften knüpfen können. In ihrer eklektischen Ausstellung in der Secession bringt Tarasewicz Sci-Fi-Konzepte in Verbindung mit Landwirtschaft, indem sie Raumfahrzeuge und Retro-Maschinen kombiniert, die in der heutigen Wirtschaft nutzlos geworden sind und als technologischer Schrott gelten. Indem sie diese Maschinen ihre eigene chaotische Gemeinschaft aufbauen lässt, schafft sie spielerische und humorvolle Modellbeispiele einer anderen Wirklichkeit, um so einer sich ständig beschleunigenden Welt, in der wirtschaftliche und politische Ordnungen rund um den Erdball in einer ernsten Krise stecken, die Stirn zu bieten. Ihre Installation spiegelt Chaos nicht nur als zerstörerische Kraft wider, sondern erkundet zugleich sein produktives Potenzial, eine Offenheit, die zu neuen Einsichten führen und Formen gemeinschaftlichen Lebens wiederaufleben lassen kann.

 

 

Künstler:innen

 

Iza Tarasewicz wurde 1981 in Białystok, Polen, geboren und lebt in Kolonia Koplany, Polen.

 

Kuratiert von Bettina Spörr

Wiener Secession
Ausstellung

Beaux Mendes

04.12.2026 - 21.02.2027
Wien

Beaux Mendes erarbeitet sich die Malerei als ein passageres Medium – ein Mittel des Übergangs und des Werdens auf unsicherem Boden. In den dicht geschichteten abstrakten Kompositionen der in Los Angeles lebenden Künstler*in flirrt Figuration zwischen Auftauchen und Entzug, zwischen Verdichtung und Auslöschung. Die Werke suchen nach einem Dazwischen: einem flüssigen, vorläufigen und widerständigen Zustand. Mendes’ Malerei lässt sich Zeit und widersetzt sich traditioneller Darstellung. Es gilt nicht das schon Sichtbare zu zeigen, vielmehr geht es darum, das Unsichtbare – das, was sich nicht zeigen darf – aufzudecken. Die Arbeiten erinnern uns daran, dass das Bild nie gänzlich wahrnehmbar, gar gedanklich erfassbar sein kann. Die Bildträger – ob Leinen, Holz, Pergament oder Paneele – spielen eine entscheidende Rolle. Statt sie im Dienst der Illusion zu verbergen, kratzt und wischt Mendes immer wieder die Farbschicht ab, um ihre je eigene Textur freizulegen. Dieser Prozess ruft gespenstische Formen ins Leben und unterstreicht einen Eindruck des Unvollständigen.

 

Mendes’ Werke untersuchen – und dekonstruieren – europäisch-amerikanische Traditionen der Landschafts- und Pleinairmalerei; letztere, eine Entwicklung des 19. Jahrhunderts, wird oft mit der kolonialen Inbesitznahme und Ästhetisierung sogenannter »unerforschter« Gebiete in Verbindung gebracht. Bei Mendes dagegen dienen wiederholte Reisen an entlegene Orte wie den Angeles National Forest in Kalifornien oder den Schwarzwald und das Elbtal in Deutschland einer kritischen Reflexion auf die Ideologien, die sich Landschaften eingeprägt haben: Ausbeutung, Auslöschung und die Malerei als Werkzeug von imperialer Herrschaft und Ethnonationalismus. Durch beharrliche Materialerkundung und verkörperte Forschung eröffnen Mendes’ Malereien neue Räume des Vorstellens und Fühlens – Räume, die sich der Schließung widersetzen und andere Blicke auf und Beziehungen zu Land, Erinnerung und Form ermöglichen. So reaktiviert die Künstler:in das Genre der Landschaftsmalerei als Ort transformativer Potenziale.

 

In der Secession zeigt Mendes vor allem neue Werke, von denen einige während eines Arbeitsaufenthalts in Wien entstanden sind. Die Schau versammelt diverse Facetten des Œuvres, darunter auch jüngste Arbeiten im Medium der Skulptur und ausdrücklicher figurative Malereien.

 

 

Künstler:innen

 

Beaux Mendes wurde 1987 in New York, USA, geboren und lebt in Los Angeles, USA

 

Kuratiert von Jeanette Pacher

Wiener Secession
Ausstellung

Yoshinori Niwa

04.12.2026 - 21.02.2027
Wien

Der japanische Künstler Yoshinori Niwa, der derzeit in Wien lebt, untersucht die Dynamik von Macht, Teilhabe und gesellschaftlichem Engagement in einer performativen Praxis, die die Grenzen zwischen Künstler, Publikum und Institution verschwimmen lässt. Seine Interventionen nehmen oft die Form sozial eingebetteter Aktionen an, die er in öffentlichen oder institutionellen Räumen inszeniert, um Verhaltensreglements und Herrschaftsverhältnisse aufzuzeigen und in Frage zu stellen. 

 

Niwas Kunst bedient sich des Alltäglichen als Ort der politischen Untersuchung und des affektiven Austauschs. Seine Performances und Aktionen kritisieren nicht nur Machtstrukturen; sie setzen durch kollektives Engagement und die Aktivierung marginalisierter Stimmen Alternativen ins Werk. Niwas Arbeiten setzen Humor, Aushandlungsprozesse und Ausdauer ein, um die zugrundeliegenden Mechanismen aufzudecken, die über Sichtbarkeit, Zustimmungsfähigkeit und Bürger:innenbeteiligung entscheiden. Anstatt statische Objekte zu produzieren, legt seine Praxis den Schwerpunkt auf Beziehungen und Begegnungen sowie auf Momente der Störung, die das reibungslose Funktionieren von Kontrollsystemen herausfordern. Niwas Praxis eröffnet Räume, in denen Teilhabe zu einer Form des Widerstands wird und Sichtbarkeit als Risiko, aber auch als Möglichkeit neu gefasst wird.

 

 

Künstler:innen

 

Yoshinoror Niwa wurde 1982 in Aichi Prefecture, Japan, geboren und lebt in Wien, Österreich

 

Kuratiert von Haris Giannouras

Wiener Secession
Ausstellung

SurFace – Über Haut

02.12.2026 - 28.02.2027
Frankfurt am Main

Mit rund zwei Quadratmetern ist die Haut das größte Organ des Menschen. Sie bedeckt und umhüllt den Körper, begrenzt und schützt ihn und macht Fühlen überhaupt erst möglich. Auf ihrer Oberfläche schreiben sich Erfahrungen und Empfindungen ein; sie prägt unsere Identität und ist zugleich auch Projektionsfläche für unser Gegenüber.

 

Ausgehend von ausgewählten Arbeiten der Graphischen Sammlung präsentiert die Ausstellung mehr als 60 Werke aus verschiedenen Medien und Epochen. Zeichnung, Malerei oder Skulptur – von den Alten Meistern bis zur Gegenwartskunst entfaltet sich ein vielschichtiges Panorama, das die Wiedergabe der Haut als eine der grundlegenden Aufgaben künstlerischer Praxis vor Augen führt. Die Haut erscheint dabei als Spiegel von Schönheit und Verletzlichkeit, von Jugend und Alter sowie als Ort der Emotion, Berührung und Begehrlichkeit. 

 

Zu sehen sind sowohl weniger bekannte Werke als auch Arbeiten namhafter Künstler wie Hans Baldung gen. Grien, Raffael, Tizian, Peter Paul Rubens, Auguste Rodin oder Robert Mapplethorpe. Durch die Gegenüberstellung der Werke werden Unterschiede und Parallelen in der Darstellung der Haut sichtbar und die Vielfalt gestalterischer Ansätze deutlich. Die verwendeten Materialien und Techniken – ob Pinsel und Farbe, Metallstift, Kreide, Kohle oder die dreidimensionale Form – machen die Körperoberfläche unmittelbar sinnlich erfahrbar. Darstellungen von Berührungen verstärken diese sinnliche Wirkung und verbinden Sehen, Fühlen und Begreifen. So erweist sich die Kunst als ein inspirierendes »Archiv« dafür, wie wir die Haut wahrnehmen und empfinden.

 

Kuratorin
Dr. Astrid Reuter (Leiterin Graphische Sammlung bis 1800, Städel Museum)

Städel Museum
Ausstellung

NEVIN ALADAG – KURT SCHWITTERS PREIS 2026 DER NIEDERSÄCHSISCHEN SPARKASSENSTIFTUNG

28.11.2026 - 28.02.2027
Hannover

Nevin Aladağ erhält den Kurt Schwitters Preis 2026 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung. Die Auszeichnung, die zum fünfzehnten Mal vergeben wird, ist mit 30.000 Euro dotiert und umfasst eine umfangreiche Einzelausstellung im Sprengel Museum Hannover. Die Preisverleihung findet im Herbst 2026 statt.

 

Aladağ wurde 1972 in Van (Türkei) geboren, wuchs in Stuttgart auf und studierte von 1994 bis 2000 Bildhauerei bei Olaf Metzel an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie lebt heute in Berlin und ist seit 2019 Professorin für »Skulptur in Bewegung« an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Nevin Aladağ arbeitet multimedial. Ihr Werk umfasst Skulpturen, Installationen, Collagen, Reliefs, Video- und Soundarbeiten sowie Performances. Oft dienen Alltagsgegenstände, alltägliche Situationen und Handlungen als Ausgangspunkt. Ihr Interesse gilt den kulturellen und politischen Bedeutungen, die mit der Herkunft und Geschichte dieser Objekte verbunden sind. Durch die Herauslösung der Dinge aus ihrem ursprünglichen Kontext verändert sie deren Lesart und macht ideologische und politische Konnotationen sichtbar. Ein zentrales weiteres Thema ihrer Arbeit ist Musik, Tanz und Spiel als Ausdruck kultureller Identität. In Projekten wie dem Musikzimmer, das 2017 auf der documenta in Athen gezeigt wurde, kombiniert sie Musikinstrumente aus verschiedenen Teilen der Welt zu skulpturalen Arbeiten, Performances und Wandreliefs.

 

Internationale Bekanntheit erlangte sie insbesondere durch ihre Teilnahme an der documenta 14 (Athen und Kassel) sowie der 57. Biennale von Venedig (2017). Ihr Werk wurde in zahlreichen internationalen Einzelausstellungen präsentiert, darunter im Max Ernst Museum Brühl (2024), in Seoul, München, London, San Francisco, Hannover, Dresden, Linz, Basel, Berlin und Istanbul.

 

 

KURT SCHWITTERS PREIS DER NIEDERSÄCHSISCHEN SPARKASSENSTIFTUNG

 

Anliegen des KURT SCHWITTERS PREIS ist es, Künstlerinnen und Künstler zu würdigen, »deren Werk durch die Berufung auf Kurt Schwitters gekennzeichnet ist und sich durch das Vorwagen in neue Bereiche künstlerischen Gestaltens und künstlerischer Vorstellungen auszeichnet, oder deren Werk einen Beitrag zur Verbindung und Integration der künstlerischen Gattungen leistet«. Die Vergabe des KURT SCHWITTERS PREIS ist ein wichtiger Baustein der Kulturförderung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, die sich durch ein ganzjähriges Engagement in den Förderbereichen Bildende Kunst, Musik, Museen und Denkmalpflege auszeichnet.

 

Kuratiert von Stefan Gronert

 

Eröffnung: 27. November 2026, 19 Uhr

Sprengel Museum
Ausstellung

Freiräume – Zwischen Wandel und Widerstand

26.11.2026 - 04.04.2027
Bonn

In Freiräumen wird die Gestaltung von Zukunft verhandelt. Auch historisch gesehen entstanden genau dort gesellschaftliche Veränderungen, wo Menschen zusammenkamen, um für ihre Rechte und Anliegen einzutreten. Aktuelle Entwicklungen zeigen allerdings, wie schnell errungene Freiräume diskreditiert, in Frage gestellt und sogar abgeschafft werden können. Dabei sind sie entscheidend, um gesellschaftliche Handlungsoptionen zu erkennen, wenn die Rechtsstaatlichkeit unter Druck gerät.

 

Mit der Ausstellung möchte das Kunstmuseum Freiräume als Ausdruck von Emanzipation und Befreiung sichtbar machen. Wie können Kunst und Museum heute Freiräume eröffnen, in denen trotz digitaler Kontrolle, ökologischer Krisen und globaler Machtgefälle neue Formen des Zusammenlebens und des Widerstands erprobt werden können? Internationale Künstler:innen werden eingeladen, in raumgreifenden, multimedialen und teils eigens für das Projekt entwickelten Beiträgen unterschiedliche Formen der Befreiung zu thematisieren.

 

Die Stadt Bonn steht für den Beginn der Demokratie in Deutschland. Sie steht für das Grundgesetz, das Gleichheitsgebot, für Respekt und Toleranz. Von hier aus wollen wir auf die Notwendigkeit von Freiräumen hinweisen und sie als Voraussetzung für eine solidarische und friedliche Gesellschaft erfahrbar machen. Dabei beziehen wir das Publikum in interaktiven Formaten ein und fragen: Was sind deine Freiräume? Wie hast du sie genutzt? Wie haben sie dein Leben geprägt? Erzähle uns davon, und werde Teil der Ausstellung!

 

Eröffnung: 25. November 2026, 19 Uhr

Kunstmuseum Bonn