Ausstellungen

Entdecken Sie aktuelle und kommende Ausstellungen in Museen und Galerien

16.05.26 - 25.10.26
Potsdam

Platz____für Neues? Fotografien des Alten Marktes 1945–2025

Der Alte Markt – Herzstück Potsdams und seit jeher Projektionsfläche für große Ideen.

 

Einst die belebte Mitte Potsdams, war der historische Alte Markt ein städtebauliches Kleinod im italienischen Stil, das europaweit seinesgleichen suchte.

 

Seit seiner Zerstörung 1945 wurde in den vergangenen 80 Jahren um kaum einen Platz so leidenschaftlich gerungen. Die Vorstellungen verkörperten meist diametral entgegengesetzte Positionen – in der DDR ebenso wie im vereinten Deutschland. Dabei war der Platz über weite Strecken hinweg Brache, Parkplatz, Grünfläche oder Baustelle.

 

Die historische Gestalt bleibt bis heute für viele die einzig vorstellbare Form, andere favorisierten Pläne, die beispielsweise mit den gegebenen (DDR-)Gebäuden arbeiteten. In jedem Fall erhitzte die Gestalt des Alten Marktes über viele Jahrzehnte die Gemüter der Stadtbevölkerung.

 

Die Ausstellung zeigt den Alten Markt im Wandel der Zeit – anhand historischer Pläne, Fotografien und Modelle. Sie veranschaulicht politische, gesellschaftliche und städtebauliche Visionen, die den Alten Markt seit 1945 geprägt haben – bis hin zu aktuellen Diskussionen um Klimaanpassung und zukünftige Nutzung.

 

Sie möchten eigene Erinnerungen, Fotos oder Objekte zum Alten Markt nach 1945 beitragen? Schreiben Sie uns gerne an: [email protected]

 

Die Ausstellung wird von Dr. Wenke Nitz, wiss. Mitarbeiterin Historische Sammlung, Schrift und Druck, und Dr. Uta Kumlehn, wiss. Mitarbeiterin Sammlung Bildende Kunst bis 1850 und Angewandte Kun

Platz____für Neues? Fotografien des Alten Marktes 1945–2025
Potsdam MuseumAm Alten Markt 9, 14467 Potsdam
30.05.26 - 25.10.26
Potsdam

Christopher Lehmpfuhl | Alter Markt Potsdam

Von März 2025 bis Februar 2026 widmete sich der bekannte Berliner Künstler Christopher Lehmpfuhl auf Einladung unseres Fördervereins dem Alten Markt in Potsdam. Aus verschiedenen Perspektiven und zu verschiedenen Jahreszeiten malte er einen der bekanntesten und schönsten Plätze Deutschlands, der sich in den letzten 80 Jahren in ständiger städtebaulicher Veränderung befand.

 

Die Ausstellung zeigt einen Werk-Zyklus mit über 30 Ölbildern, Aquarellen, Zeichnungen, Grafiken und hinterleuchteten Glasbildern, in denen sich Lehmpfuhl mit der jüngsten Geschichte und der Gegenwart der Potsdamer Mitte auseinandergesetzt hat.

 

Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog (80 Seiten, 20 Euro im Museumsshop) und eine limitierte, nummerierte und signierte Vorzugsausgabe des Kataloges mit einer signierten Druckgrafik des Künstlers (100 Exemplare, 200 Euro nur online erhältlich).

 

Die Ausstellung ist ein Projekt des Fördervereins des Potsdam Museums in Kooperation mit KORNFELD Galerie Berlin und dem Potsdam Museum. Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. Tilman Treusch, Kunsthistoriker und Direktor der KORNFELD Galerie Berlin.

 

Christopher Lehmpfuhl (geb. 1972 in Berlin) studierte nach dem Abitur von 1992 bis 1998 freie Malerei an der Hochschule der Künste Berlin (heute Universität der Künste Berlin) in der Klasse von Professor Klaus Fußmann, dessen Meisterschüler er 1998 wurde. Er zählt heute zu den bedeutendsten zeitgenössischen Plein-Air-Malern Deutschlands und erhielt im Laufe seiner künstlerischen Karriere zahlreiche Auszeichnungen. Seine sehr pastose, fast reliefartige Plein-Air-Malerei, die in Anlehnung an die deutschen und die französischen Impressionisten entsteht, verschaffte ihm international Anerkennung und führte ihn auf Mal- und Studienreisen in zahlreiche Länder. In seiner Heimatstadt Berlin hat er seinen bislang größten Zyklus vom Rückbau des Palastes der Republik und Aufbau des Stadtschlosses in über 140 Großformaten dokumentiert. Lehmpfuhl ist in zahlreichen namhaften Kunstsammlungen vertreten, wie der Sammlung Würth, der Sammlung des Deutschen Bundestags und der Kunstsammlung Rudi Bindella. 

Christopher Lehmpfuhl | Alter Markt Potsdam
Potsdam MuseumAm Alten Markt 9, 14467 Potsdam
02.04.26 - 25.10.26
Bonn

Sex Work – Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit

Die Geschichte der Sexarbeit lässt sich von weit vor der Antike bis in die Gegenwart verfolgen. Welches Menschenbild die Zeit prägte, welche Werte galten und wer Macht ausübte, lässt sich auch daran ablesen, wie gesellschaftlich mit Sexarbeit umgegangen wurde. Sie bedeutete in manchen Zeiten für Frauen eine von wenigen Möglichkeiten, selbständig Einkommen zu generieren. Ihre Geschichte wurde bislang meist aus einer Außen-perspektive geschildert. Die Ausstellung SEX WORK erzählt die Geschichte anders: Gemeinsam mit einem Kollektiv forschender Sexarbeiter:innen wird in der Bundeskunsthalle Kunst, Kulturgeschichte und Archivmaterial präsentiert, orientiert an einem zentralen Prinzip: Nichts über uns ohne uns!

 

Die Ausstellung setzt Schlaglichter auf Kunst- und Kulturgeschichte ebenso wie auf gesellschaftspolitische Themen der Gegenwart. In der bildenden Kunst spielten Hetären, Dirnen, Kurtisanen und Nackttänzerinnen lange Zeit vorrangig eine motivische Rolle, wurden allenfalls als Musen wahrgenommen. Dass Sexarbeiter:innen auch eine schöpferische, künstlerische Rolle einnehmen, ist eine Perspektive, die hier sichtbar gemacht wird. Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit zu erzählen heißt, ein Terrain zu betreten, das von moralisierenden und hochpolitischen Diskursen durchzogen ist. Medien und Popkultur greifen bei der Darstellung von Sexarbeitenden nur zu gerne auf eindimensionale Stereotypen zurück. Die öffentliche Debatte pendelt zwischen moralischer Verurteilung und Positionen, die jede Form der Sexarbeit pauschal als Ausbeutung einstufen. Die im Kontext der Sexarbeit gebräuchlichen Begriffe spiegeln seit jeher soziale Verhältnisse, Machtstrukturen und Geschlechterordnungen wider. Während historische Bezeichnungen wie »Hure« oder »Dirne« primär eine moralische Stigmatisierung markierten, rückt der Begriff »Sexarbeit« den Aspekt der Erwerbstätigkeit in den Fokus und löst diese von einer festgeschriebenen Identität. Zusammen mit Sexarbeitenden kreiert, ermöglicht die Ausstellung historische und aktuelle Einblicke in die Sexarbeit sowie Perspektiven auf Arbeits- und Menschenrechte.

 

Das zentrale Prinzip: Nichts über uns ohne uns!

 

Die Geschichte der Sexarbeit ist geprägt von einem Wechselspiel aus Restriktion, Verfolgung, Duldung und Liberalisierung. Im 17. Jahrhundert waren Dirnen ein gängiges Motiv niederländischer Genremalerei – als Projektionsfläche erotischer Fantasien oder Spiegel moralischer Vorstellungen. Die enge Verbindung von Handel, Migration und Sexarbeit war kein Randphänomen, sondern Ausdruck struktureller Veränderungen urbaner Räume. Auch im Paris des 19. Jahrhunderts waren Kunst und Erotik eng verflochten: Von Tänzerinnen der Oper erwarteten wohlhabende Männer sexuelle Gefälligkeiten für ihr »Mäzenatentum«. Im Nachtleben der großen westlichen Metropolen entwickelte sich ab 1900 ein neuer, freiheitlicher Zeitgeist, mit dem sich Künstler:innen, Intellektuelle und die Bohème gegen die konservative Gesellschaft auflehnten. Im Berlin der 1920er Jahre, zwischen Glitzer, Rauch und Jazz, entstand ein kurzer Traum, der auch Frauen und queere Personen auf mehre Rechte hoffen ließ – bis die Nationalsozialisten diese Vielfalt gewaltsam zerstörten. 

 

Zu den Verfolgten und in Konzentrationslagern ermordeten Opfern des Nationalsozialismus zählten auch vermeintliche oder tatsächliche Sexarbeiter:innen. Seit den 1980er-Jahren verschaffen sich Sexarbeiter:innen zunehmend Gehör. Restriktive Maßnahmen und öffentliche Stigmatisierung im Zuge steigender Polizeigewalt, Gentrifizierung und der AIDS-Krise führten zu Protesten und organisiertem Widerstand – oft in Solidarität mit der queeren Community. Trans*Sexarbeitende standen an vorderster Front der queeren Bürgerrechtsbewegung. Für Sexarbeitende ist diese Erfahrung von Gemeinschaft entscheidend, um Stärke und Unabhängigkeit zu entwickeln. Räume, in denen über Erfahrungen und Traumata gesprochen werden kann, ohne auf eine Opferrolle reduziert zu werden, schaffen Selbstwirksamkeit und Schutz. Davon handeln viele der Objekte und Erzählungen aus dem Sexarbeitenden-Archiv Objects of Desire. Die persönlichen Geschichten drehen sich um Liebe, Freude und Scham, um Angst und Frustration wie auch um ganz alltägliches Schuften bei der Arbeit. Die Ausstellung lädt dazu ein, Einblick in diese Räume zu nehmen – und neue Perspektiven auf ein von Vorurteilen und Tabus geprägtes Thema zu gewinnen.

Sex Work – Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit
Bundeskunsthalle Helmut-Kohl-Allee 4, 53113 Bonn
04.07.26 - 25.10.26
Winterthur

Zur Sonne! Zur Freiheit! – Wege der Freilichtmalerei um 1800

Die Sommerausstellung 2026 im Reinhart am Stadtgarten widmet sich einer Geburtsstunde der modernen Kunst: dem Beginn der Freilichtmalerei in Öl am Anfang des 19. Jahrhunderts. Unter dem Titel Zur Sonne! Zur Freiheit! wird die Präsentation verschiedenen Fährten des Malens in der freien Natur nachspüren. Ziel ist es, die Blütezeit der Studie in Italien vorzustellen und dazu, erstmals überhaupt, auch den spezifisch schweizerischen Weg des Genres nachzuerzählen.

 

Gezeigt werden Meisterwerke aller bedeutenden Künstler des Fachs, darunter der Begründer Pierre-Henri de Valenciennes und Simon Denis, von frühen deutschen Vertretern wie Martin von Rohden und Johann Georg von Dillis bis hin zu Meisterblättern von Heinrich Reinhold, Ernst Fries und Achille Etna Michallon. Den krönenden Abschluss bilden die bezaubernden Arbeiten von Carl Blechen und Camille Corot, womit ein grandioser Bogen von der Sonne des Südens zur Freiheit der Kunst geschlagen wird. Parallel dazu wird der Weg von der Schweiz nachgezeichnet, wo – wie wenig bekannt – dieser Praxis ebenfalls bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts nachgegangen wurde, darunter vom Pionier de Alpenmalerei Caspar Wolf. Die feinsinnige Kunst der Ölstudie war eine der größten Sammelleidenschaften von Oskar Reinhart. So besitzt die Stiftung heute zahlreiche exzellente Landschaftsstudien in Öl auf Papier, die sowohl den Weg der Freiheitsbewegung der Schweizer Malerei als auch den Königsweg des Genres in Italien eindrücklich belegen. Daneben wird die Ausstellung bereichert durch zahlreiche Studien aus musealem und privatem Besitz aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz.

 

Mit Fokus auf höchste Qualität und dem neuen Blick auf die Schweiz unterscheidet sich die Ausstellung wesentlich von den erfolgreichen Ölstudienausstellungen der letzten Jahre in Paris, Cambridge und Washington. Sie wird zudem mit über dreißig bislang unpublizierten Werken auch die Fachwelt überraschen.

 

Die Ausstellung wird gemeinsam kuratiert von David Schmidhauser und Florian Illies, Bestsellerautor und Experte für deutsche und französische Malerei des frühen 19. Jahrhunderts.

 

Kuratiert von David Schmidhauser und Florian Illies

Zur Sonne! Zur Freiheit! – Wege der Freilichtmalerei um 1800
Kunst Museum WinterthurStadthausstraße 6, 8400 Winterthur
03.07.26 - 25.10.26
Zürich

Vilhelm Hammershøi – Maler des stillen Klangs

Stille Räume, gedämpftes Licht und minimale Verschiebungen im Vertrauten: Das Kunsthaus Zürich widmet Vilhelm Hammershøi die erste umfassende Museumsausstellung in der Schweiz. Seine Bilder lenken den Blick auf Wahrnehmung, Atmosphäre und die leisen Spannungen zwischen Raum und Objekt.

 

 

Reduktion als Intensität

 

Leere Zimmer, geschlossene Türen, Figuren im Rücken: Hammershøis Malerei entzieht sich dem Erzählerischen. Statt Handlung entsteht Konzentration. Räume wirken zugleich vertraut und fremd, Licht tastet sich über Wände, Dinge treten in stiller Präsenz hervor.
Seine Werke leben von feinsten Abstufungen gedeckter Farben. Kaum sichtbare Veränderungen in wiederkehrenden Motiven schärfen den Blick und machen Wahrnehmung selbst zum Thema.

 

Im Austausch mit internationalen Strömungen seiner Zeit entwickelt Hammershøi eine eigenständige Bildsprache. Die Nähe zu James McNeill Whistler zeigt sich in der Reduktion und in der Konzentration auf formale Aspekte. Gleichzeitig wirkt sein Werk überraschend modern und lässt sich mit Positionen wie Giorgio Morandi vergleichen. Eine weitere Dimension eröffnet die Verbindung zur Musik: Instrumente wie Cello oder Klavier erscheinen in seinen Bildern, und seine Malerei entfaltet eine gespannte Ruhe – wie ein Moment kurz vor dem ersten Ton. Neben den ikonischen Interieurs zeigt die Ausstellung auch Porträts, Stadtansichten und Landschaften und verortet sein Werk in einem erweiterten kunsthistorischen Kontext.

 

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza, Madrid.

 

Unterstützt von Albers & Co AG, Fondation Etrillard, International Music and Art Foundation sowie von weiteren drei Stiftungen.

 

»Ich male nicht das, was ich sehe, sondern das, was ich wahrnehme.«

– Vilhelm Hammershøi

Vilhelm Hammershøi – Maler des stillen Klangs
Kunsthaus ZürichHeimplatz, 8001 Zürich
23.05.26 - 25.10.26
Lübeck

Dimensionen der Freiheit. Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt

Mit Dimensionen der Freiheit widmet sich die Kunsthalle St. Annen erstmals umfassend dem Werk von Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen, zwei zentralen Positionen der europäischen Nachkriegsmoderne und wichtigen Vertreter:innen der CoBrA-Bewegung.

 

Mehr als 150 Arbeiten aus vier Jahrzehnten zeichnen die Entwicklung einer Bildsprache nach, die aus Widerstand, radikaler künstlerischer Selbstermächtigung und kollektiver Kreativität hervorging. Die Ausstellung beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Dimensionen der Freiheit, von der künstlerischen Praxis über das politische und gesellschaftliche Engagement bis zu spirituellen Neuerungen.

 

Die Begegnung von Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen markierte den Beginn einer intensiven künstlerischen wie persönlichen Partnerschaft. Beide wandten sich früh gegen akademische Traditionen und schlossen sich den avantgardistischen Künstler:innengruppen Høst und Helhesten an, die während der deutschen Besatzung Dänemarks aktiv Stellung gegen die nationalsozialistische Ideologie bezogen und sich mit den verfemten Positionen der sogenannten »entarteten Kunst« solidarisierten.

 

1948 wurden beide Künstler:innen Teil der internationalen CoBrA-Bewegung, die nach den Traumata des Zweiten Weltkriegs eine Kunst jenseits gesellschaftlicher und akademischer Zwänge vertrat. Als Gründungsmitglied beeinflusste Pedersen mit seinem gestisch-expressiven, von nordischer Mythologie, Folklore und Kinderzeichnungen geprägten Stil die Bewegung nachhaltig. Alfelt hingegen blieb ihrer eigenen Bild- und Formensprache treu. Ihre Arbeiten übersetzen Natur, Spiritualität und kosmische Vorstellungen in reduzierte und kristalline Bildräume aus Bergen, Monden und Sonnen, die sich bewusst von der Ästhetik von CoBrA unterschieden.

 

Über Jahrzehnte trat Alfelts Werk hinter dem ihrer männlichen Kollegen zurück. Wiederkehrende sexistische Zuschreibungen und strukturelle Ausgrenzung führen exemplarisch die prekäre Position von Künstlerinnen innerhalb der eigentlich progressiven und avantgardistischen Netzwerke der Nachkriegsmoderne vor Augen.

 

Umso bedeutender erscheint heute die künstlerische Beziehung des Paares, die von gegenseitiger Einflussnahme und Unterstützung geprägt war. Pedersen betonte wiederholt die grundlegende Rolle Alfelts für seine eigene Hinwendung zur Bildenden Kunst. Internationale Aufenthalte unter anderem in Island, Italien, Indien und Japan erweiterten ihre Motivwelten und führten zu kontinuierlichen formalen und thematischen Transformationen. Die Ausstellung schließt mit Pedersens Spätwerk, das nach Alfelts Tod noch über drei Jahrzehnte aus dieser künstlerischen Verbindung schöpfte und sie zugleich reflektierte.

 

Für die Kunsthalle St. Annen besitzt die Ausstellung eine besondere sammlungshistorische und kulturpolitische Bedeutung. Mit ihren Schwerpunkten auf deutscher und skandinavischer Nachkriegskunst sowie ihrer geografischen Lage im deutschdänischen Grenzraum versteht sich die Präsentation zugleich als Ausdruck historischer und kultureller Verflechtung beider Länder. Damit wird die Ausstellung auch zu einem Statement für grenzüberschreitende kulturelle Zusammenarbeit, ein Gedanke, der tief im Werk beider Künstler:innen verankert ist.

 

Die erste großangelegte internationale Retrospektive wurde in Zusammenarbeit mit der Carl-Henning Pedersen Foundation, dem Vorsitzenden Finn Poulsen, dem ehemaligen Direktor des ARKEN Museums Christian Gether und dem Institut für Kulturaustausch entwickelt. Begleitend entsteht ein vielschichtiges Vermittlungsprogramm, das die Ausstellung als offenen Denk- und Erfahrungsraum versteht. Mehrsprachige Rundgänge, Workshops und partizipative Formate in der Ausstellung sollen Hemmschwellen abbauen und neue Perspektiven auf Fragen von Freiheit, Kreativität und kollektiver Praxis eröffnen.

Dimensionen der Freiheit. Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt
Kunsthalle St. AnnenSt. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck
03.05.26 - 25.10.26
Appenzell

Caline Aoun – The Threshold of Impermanence

Caline Aoun verändert technische Geräte und Alltagsmaterialien, um Wetter- und Naturphänomene in ästhetische und körperlich erlebbare Situationen zu verwandeln.

 

Die Einzelausstellung The Threshold of Impermanence von Caline Aoun erstreckt sich über das Kunstmuseum und die Kunsthalle Appenzell und untersucht die Bedingungen, unter denen natürliche und künstliche Systeme entstehen, wirken und sich verändern. Aouns international etablierte Praxis macht unsichtbare Prozesse sinnlich erfahrbar und verhandelt zentrale Fragen der Gegenwart – ökologische Fragilität, technologische Durchdringung und den Umgang mit Zeit und Ressourcen. Gezeigt werden keine abgeschlossenen Werke, sondern prozesshafte Zustände, die sich im Verlauf der Zeit und in Abhängigkeit von Raum, Klima und Nutzung wandeln. Im Kunstmuseum liegt der Fokus auf dem Elementaren und Natürlichen – auf Wasser, Licht, Wärme und Zeit als Kräfte, die Bildern und Bedeutungen vorausgehen. In der Kunsthalle verschiebt sich der Blick auf das Kulturelle: auf Sprache, Bildproduktion und technologische Systeme, durch die Wahrnehmung, Zirkulation und Bedeutung entstehen. Die Ausstellung reagiert präzise auf die architektonischen und atmosphärischen Bedingungen des Kunstmuseums und der Kunsthalle und stellt dabei die Frage, wie die Konstellationen von Apparaturen und Formen die Wahrnehmung strukturieren, Zustände beeinflussen und Realität bilden.

 

kuratiert von Stefanie Gschwend

Caline Aoun –  The Threshold of Impermanence
Kunstmuseum Appenzell / Kunsthalle AppenzellUnterrainstraße 5, 9050 Appenzell
30.08.26 - 25.10.26
Bonn

100 Jahre GEDOK – Schenkungen an das Kunstmuseum

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der GEDOK würdigt das Kunstmuseum Bonn deren außergewöhnliches Engagement mit einer Präsentation einer Auswahl der Grafiken, die seit 1988 als Schenkungen in die Sammlung gelangt sind. Die 1926 von Ida Dehmel in Hamburg gegründete GEDOK war die erste Vereinigung zur Förderung von Künstlerinnen im deutschsprachigen Raum. Ihr Ziel war es, Frauen in allen künstlerischen Sparten zu vernetzen, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern und ihre Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit zu stärken.

 

Von 1988 bis 2019 wurde der Dr.-Theobald-Simon- Preis von der Bonner Mäzenin Gabriele Vossebein (1935–2019) zum Andenken an ihren Vater Theobald Simon (1906–1978) als GEDOK-Kunstpreis gestiftet. Nach dem Tod von Gabriele Vossebein übernahm ihre Tochter Franziska Behrentin die Stiftung des Preises, seither Gabriele Vossebein-Preis. Der Hauptpreis ist mit 5.000 Euro dotiert und der Grafikpreis mit einer Schenkung im Wert von 500 Euro an das Kunstmuseum Bonn verbunden.

 

Parallel finden Ausstellungen der GEDOK im Stadtmuseum Siegburg und in vielen anderen deutschen Städten statt.

 

Künstlerinnen: Birthe Blauth, Hilla Jablonsky, Susan Donath, Sandra Eades, Angela Fensch, Almut Glinin, Dorothea Frigo, Irmgard Hofmann, Iris Hoppe, Susanne Krell, Rose Kretzschmar, Alexandra Kürtz, Christine Ludwigs, Astrid Meiners-Heithausen, Helene Moch, Barbara Noculak, Elianna Renner, Doris Scheuermann, Lisel Schubert, Rose Stach, Tina Wedel, Birgit Wennighoff, Cesa Wendt, Viktoria Westmacott-Wrede.

100 Jahre GEDOK – Schenkungen an das Kunstmuseum
Kunstmuseum BonnHelmut-Kohl-Allee 2, 53113 Bonn
15.03.26 - 25.10.26
Wiesbaden

Wolfgang Hollegha. Denk nicht, schau!

Wolfgang Hollegha (1929–2023) ist Meister der präzisen Verdichtung und Reduktion. Das macht ihn in einer Zeit, in der visuelle Reize allgegenwärtig sind, höchst aktuell. In der Anschauung der Natur beginnt für den Maler der Dialog zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion: »Wenn ich das Sichtbare als Ausgangspunkt nicht hätte, wäre das, was ich mache, ein rein willkürliches Geschmiere. Ich brauche das Sichtbare als Ausgangspunkt, um es zu verändern.« Diese Haltung ist der Grundstein seines Schaffens.

 

Im mre feiert Hollegha seine große Deutschlandpremiere. Er zählt zu den bedeutendsten Malern Österreichs nach 1945. Bereits um 1960 feierte er große Erfolge in New York. Clement Greenberg, einer der einflussreichsten US-amerikanischen Kunstkritiker, sah Hollegha auf Augenhöhe mit den Protagonist:innen des Abstrakten Expressionismus. Er stellte in den USA an der Seite von Maler:innen wie Helen Frankenthaler, Morris Louis oder Kenneth Noland aus. Die Sammlung Reinhard Ernst ermöglicht eine berührende Wiederbegegnung mit seinen historischen Weggefährt:innen.

 

Trotz dieser internationalen Anerkennung entschied sich Hollegha bewusst gegen eine Karriere in den Kunstmetropolen und zog sich 1962 auf einen Bauernhof am Rechberg nördlich von Graz zurück. In dieser Abgeschiedenheit entwickelte er über sechs Jahrzehnte ein farbenprächtiges, oft monumentales Werk.

 

Diese Ausstellung war ein großer Wunsch von Wolfgang Hollegha. An der Planung für den Auftakt in der Neuen Galerie Graz hat er bis zuletzt mitgewirkt. Das mre freut sich, sein Werk in diesem Umfang erstmals in Deutschland zu zeigen.

 

Eine Ausstellung des Museums Reinhard Ernst, Wiesbaden mit der Neuen Galerie Graz/Universalmuseum Joanneum.

Wolfgang Hollegha. Denk nicht, schau!
Museum Reinhard ErnstWilhelmstraße 1, 65185 Wiesbaden
23.04.26 - 25.10.26
Magdeburg

Im Zeichen von Zirkel und Winkelmaß – Freimaurerei in Magdeburg

Freimaurerei wird bis heute oft mit Geheimissen, Ritualen und Mythen verbunden. Dabei war und ist sie über Generationen hinweg vor allem eines: Teil der bürgerlichen Stadtgesellschaft und der Geschichte Magdeburgs.

 

Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Magdeburger Freimaurerloge Harpokrates zeigt das Kulturhistorische Museum Magdeburg in Kooperation mit der Loge die Geschichte und Bedeutung der Freimaurerei in der Landeshauptstadt.

 

Die Sonderausstellung beleuchtet die Freimaurerei von ihren Anfängen über ihre Blütezeit und die Zeit von Verfolgung und Verbot bis zum Neubeginn nach 1990 und verortet sie in ihren historischen, gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen.

 

Die Ausstellung zeigt, dass Freimaurerei kein Randphänomen war, sondern im Zentrum städtischen Lebens stand – getragen von Magdeburger Bürgern, die sich in Wirtschaft, Militär, Wohltätigkeit und Bildung engagierten und die Entwicklung der Stadt nachhaltig prägten.

 

Der thematische Zugang ist dabei in zwei miteinander kombinierbare Besucherwege gegliedert. Ein chronologischer Rundgang zeichnet die Entwicklung der Freimaurerei in Magdeburg nach. Ein zweiter Besucherweg widmet sich den Symbolen, Ritualen und Praktiken der Freimaurerei und eröffnet eine ikonografische und inhaltliche Perspektive auf ihre Werte, Selbstverständnisse und Traditionen.

 

Gezeigt werden Objekte aus der Sammlung des Kulturhistorischen Museums Magdeburg sowie zahlreiche Leihgaben der Freimaurerloge Harpokrates und weiterer Quellen.

 

Die Sonderausstellung lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, einen bislang wenig sichtbaren Teil der Magdeburger Stadtgeschichte kennenzulernen. Sie schafft Zugänge zu einem Thema, das häufig mit Unsicherheiten oder Missverständnissen verbunden ist, und macht die Freimaurerei als festen Bestandteil der Stadtgesellschaft erfahrbar.

 

Begleitend zur Sonderausstellung werden regelmäßig Führungen angeboten, auch durch Mitglieder der Freimaurerloge Harpokrates. Ergänzende Formate sind in Kooperation mit der VHS Magdeburg vorgesehen. Die Ausstellung wird in der unteren Galerie des Kaiser-Otto-Saals präsentiert und kann zu den normalen Öffnungszeiten des Museums besichtigt werden.

Im Zeichen von Zirkel und Winkelmaß – Freimaurerei in Magdeburg
Kulturhistorisches Museum MagdeburgOtto-von-Guericke Straße 68–73, 39104 Magdeburg
02.08.26 - 25.10.26
Halle (Saale)

Edmund Kesting. Avantgardist

Die Ausstellung lädt dazu ein, Edmund Kesting und sein beein­druckendes Œuvre erstmals überhaupt in Gänze zu entdecken: als eigen­ständige Position in der europäischen Moderne, als Grenz­gänger zwischen Malerei, Fotografie und Objekt­kunst sowie als Künstler, dessen Werke von einer beharr­lichen Suche nach Synthese geprägt sind.

 

Aus den Erschütterungen des Ersten Weltkriegs hervorgegangen, suchte Kesting zunächst in einer expressiven Bildsprache nach Antworten auf die Erfahrungen von Gewalt, Verlust und gesellschaftlichem Umbruch. Doch schnell führte ihn sein Weg über die Grenzen des Expressionismus hinaus. Mit bemerkenswerter Konsequenz entwickelte er eine eigene Form der Avantgarde, die nicht nur nach neuen Bildern, sondern nach einer neuen Verbindung von Kunst und Leben verlangte.

 

Im Zentrum dieser Entwicklung stehen seine in den 1920er Jahren entstandenen Bildbauwerke: In Collagen, reliefartigen Papierarbeiten, verschränkten Leinwänden und räumlichen Konstruktionen überschritt Kesting die traditionelle Vorstellung des Bildes. Farbe, Form, Licht und Raum treten bei ihm in ein dynamisches Verhältnis. Seine Arbeiten verbinden konstruktive Klarheit mit poetischer Offenheit, geometrische Ordnung mit lebendiger Bewegung, Abstraktion mit menschlicher Erfahrung.

 

Ein zweites Mal war Edmund Kesting nach 1945 Teil der internationalen Avantgarde. Kontinuierlich entwickelte er seine Bildsprache und Techniken auf der Höhe der Zeit weiter und schuf auf diese Weise in den 1950er und 1960er Jahren ein abstraktes Œuvre, das auf Augenhöhe war mit der westeuropäischen und US-amerikanischen Kunst des Informels.

 

 

Künstler & Werk

 

Edmund Kesting verstand Kunst nicht als abgeschlossenen Bereich, sondern als Experimentierfeld für neue Wahrnehmungs- und Lebensformen. Mit der Gründung seiner Dresdner Kunstschule »Der Weg« schuf er einen Ort, an dem Lehre, künstlerische Praxis und gesellschaftliche Vision ineinandergriffen. Seine Arbeiten stehen in einem internationalen Dialog mit den Avantgarden ihrer Zeit – vom Konstruktivismus über Dada bis zum Bauhaus, ohne einer dieser Strömungen vollständig anzugehören.

Edmund Kesting. Avantgardist
Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) Friedemann-Bach-Platz 5, 06108 Halle (Saale)
15.02.26 - 25.10.26
Flensburg

150 Jahre Museumsberg – Visionen und Utopien

Der Museumsberg Flensburg feiert seine 150-jährige Erfolgsgeschichte mit einer großen Jubiläumsausstellung über gelebte Visionen und Utopien der Zukunft. Auf einer Zeitreise blickt das größte kommunale Museum des Landes voller Stolz und gleichzeitig kritisch zurück auf seine lange Tradition. Kostbare, kuriose, skandalträchtige oder sogar gefälschte Objekte aus der Sammlung bieten zahlreiche Überraschungen. Neugierig und offen für Impulse wagt die Ausstellung aber auch den Blick nach vorne. In einem experimentellen »Zukunftslabor« werden Utopien für das Museum der nächsten 150 Jahre entwickelt.

 

Mit seinem imposanten Gebäude von 1903 prägt der Museumsberg die Silhouette der Stadt. 1876 als eines der ersten Gewerbemuseen in Europa gegründet, ging es in Flensburg nie um ein bloßes Ausstellen von Originalen. Seit seiner Gründung wird das Museum als städtische Kultureinrichtung getragen von bürgerschaftlichem Engagement. Historische Unikate und bildende Kunst aus dem Gebiet des ehemaligen Herzogtums Schleswig, aber auch vielfältige Aktivitäten rund um die wechselnden Ausstellungen verbinden Mehr- und Minderheiten beiderseits der Grenze. 

 

»Mitten im Leben, weithin wirkend und den Forderungen der Zeit aufgeschlossen«, so lautete bereits vor 100 Jahren das visionäre Konzept. Damit war und ist das Flensburger Museum von Anfang an identitätsstiftend für eine ganze Region. Mittlerweile umfasst die durch Schenkungen, Erbschaften und Ankäufe gewachsene Sammlung die Kunst- und Kulturgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Thematische Sonderausstellungen und ein vielfältiges Rahmenprogramm stellen die Sammlung immer wieder in einen aktuellen Kontext. Der Museumsberg lädt Menschen aus Flensburg und Besuchende aus aller Welt ein, die Vergangenheit zu erkunden, um die Gegenwart zu verstehen und bereit zu sein für die Zukunft.

150 Jahre Museumsberg – Visionen und Utopien
Museumsberg FlensburgMuseumsberg 1, 24937 Flensburg
11.07.26 - 25.10.26
Münster

Giacometti, Picasso, Masson, Dubuffet – Grenzgänger der Pariser Moderne. Sammlung Klewan

Das Picasso-Museum präsentiert über 200 Werke der Pariser Moderne aus der hochkarätigen Privatkollektion des Münchner Sammlers Helmut Klewan. Im persönlichen Kontakt des Sammlers mit zahlreichen Zeitgenossen der Pariser Kunstszene ist eine in ihrer Struktur und ihren Schwerpunkten einzigartige Sammlung entstanden, die die surrealistische Avantgarde der Zwischenkriegsjahre mit der Pariser Nachkriegsmoderne vereint.

 

In der Ausstellung treffen große Werkkonvolute von Alberto Giacometti, Pablo Picasso, André Masson und Jean Dubuffet auf ausgesuchte Werke bedeutender Surrealisten. Dabei beleuchtet die Schau das Schaffen von Grenzgängern der Kunst der französischen Moderne, die die ästhetischen Konventionen ihrer Zeit sprengten.

 

Von Alberto Giacometti werden zahlreiche Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgrafiken präsentiert. Intime Porträts von seiner Familie, Sammlern, sowie befreundeten Künstlern und Schriftstellern beleuchten Giacomettis intensiven künstlerischen Schaffensprozess.

 

Pablo Picasso ist mit Zeichnungen und Radierungen vertreten, die über 30 Schaffensjahre umspannen. Von seinen Experimenten mit einem surrealistischen Formenvokabular in den 1930er-Jahren bis hin zu ausgewählten Werken aus seinen letzten großen Radierzyklen der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre, vereinigt die Schau Höhepunkte seines grafischen Schaffens. 

 

Von André Masson zeigt die Ausstellung Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen aus über 40 Schaffensjahren. Von den sog. automatischen Zeichnungen, mit denen Masson im Umfeld der Surrealisten in den 1920er-Jahren experimentierte, bis hin zu den farbgewaltigen Gemälden seines Spätwerks veranschaulicht die Schau die stilistische Vielfalt des französischen Künstlers.

 

Von Jean Dubuffet werden Werke aus den Nachkriegsjahren gezeigt. Beeinflusst von den Graffiti auf Pariser Häuserwänden, Kinderzeichnungen und den Kunstwerken psychisch Erkrankter erschuf Dubuffet eine singuläre und radikale Bildsprache, die bewusst mit traditionellen Vorstellungen von Schönheit brach und die vermeintlich „niedere Kunst“ zur Avantgarde erhob.   

 

Ebenfalls in der Ausstellung vertreten sind Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen, Druckgrafiken und Fotografien von Künstlerinnen und Künstlern wie u.a. Giorgio de Chirico, Max Ernst, Man Ray, Meret Oppenheim, Toyen, Dorothea Tanning, Salvador Dalí und René Magritte, die eng mit dem Surrealismus verbunden waren. Anhand von Einzelwerken kann die Entwicklung surrealistischer Bildsprachen von der Gründung der Bewegung in den 1920er-Jahren bis in die Nachkriegszeit hinein nachvollzogen werden. 

Giacometti, Picasso, Masson, Dubuffet – Grenzgänger der Pariser Moderne. Sammlung Klewan
Kunstmuseum Pablo PicassoPicassoplatz 1, 48143 Münster
09.05.26 - 25.10.26
Bautzen

Farbe erleben – sehen · entdecken · ausprobieren

Die Ausstellung »Farbe erleben – sehen · entdecken · ausprobieren« möchte Kinder und Erwachsene dazu einladen, die faszinierende Welt der Farben gemeinsam und spielerisch neu zu entdecken.

 

Die Schau verbindet naturwissenschaftliche, kulturelle sowie künstlerische Perspektiven und macht die vielschichtigen Dimensionen und Wirkungen von Farbe auf anschauliche Weise erlebbar.

 

Ausgehend von den biologischen Grundlagen des Farbsehens und der unterschiedlichen menschlichen Wahrnehmungsfähigkeit beleuchtet die Ausstellung den historischen Umgang mit Farbstoffen und Pigmenten und verdeutlicht, wie eng Farbe mit Technik, Alltag und gesellschaftlicher Entwicklung verknüpft ist.

 

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf vielseitigen Mitmachstationen, die Kenntnisse der Farbtheorie, des Sehens und der Farbentwicklung vermitteln und zum Ausprobieren einladen. In Kombination mit einer Vielzahl abwechslungsreicher Ausstellungsobjekte eröffnen sich neue Perspektiven auf künstlerische Arbeitsweisen, mediale Verfahren und die sich wandelnde Rolle der Farbe als Ausdrucks- und Gestaltungsmittel. Klassische Farbanwendungen wie Malen, Färben und Drucken verbindet die Schau mit der Funktion von Farbe in Technik und Wissenschaft. Dabei wird deutlich: Farbe ist nicht nur ein visuelles Phänomen, sondern auch ein kultureller Bedeutungs- und technischer Informationsträger.

Farbe erleben – sehen · entdecken · ausprobieren
Museum BautzenKornmarkt 1, 02625 Bautzen
30.04.26 - 25.10.26
Berlin

Fujiko Nakaya. Nebelskulptur im Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie

Wegen des großen Publikumsinteresses präsentiert die Neue Nationalgalerie auch in diesem Jahr die ortsspezifische Nebelskulptur der japanischen Künstlerin Fujiko Nakaya in ihrem Skulpturengarten. Nakayas Nebelskulptur bespielt so monumental wie ephemer die ikonische Architektur Mies van der Rohes und eröffnet einen intensiven Dialog der Besuchenden mit ihrer unmittelbaren Umgebung und sich selbst.

 

Nakayas Nebelskulpturen überschreiten die traditionellen Grenzen der Bildhauerei, indem sie vorübergehende und grenzenlose Transformationen erschaffen, die das Publikum einbeziehen und der Atmosphäre eine formbare Gestalt verleihen. Ihre Werke laden die Besucher:innen ein, den natürlichen Elementen in Echtzeit zu begegnen – in flüchtigen, ortsspezifischen Situationen, in denen sich die Grenzen zwischen Natur und künstlerischer Gestaltung auflösen.

 

Für die Neue Nationalgalerie hat Nakaya 2025 eine neue Installation entwickelt, die den gesamten Skulpturengarten umfasst. Regelmäßig starten verschiedene Nebelformationen von ausgewählten Seiten des Gartens, vermischen sich mit den Bäumen und den feststehenden Skulpturen von Henri Laurens, Wolfgang Mattheuer oder Alicja Kwade und ziehen vom Zentrum des Skulpturengartens schließlich in den Himmel ab. Der sich bewegende Nebel erscheint in wechselnden Dichten – mal als fast greifbares Volumen, mal als durchscheinender Schleier.

 

Die ikonische Architektur der Neuen Nationalgalerie, von Mies van der Rohe 1968 und damit nur zwei Jahre vor Nakayas erster Nebelskulptur fertiggestellt, eröffnet mit ihren vielfältigen Blickachsen neue Perspektiven auf das Werk von Nakaya. Die 90 Meter lange Glasfassade im Sammlungsgeschoss bietet bereits aus dem Innenraum einen beeindruckenden Blick auf die sich ständig verändernden Nebelformationen. Ebenso können Besucher:innen aus dem Sammlungsbereich direkt in das Nebelgeschehen eintauchen. Die Nebelskulptur wird zu den regulären Öffnungszeiten stündlich zwischen 11 und 17 Uhr aktiviert. Donnerstags erfolgt die Aktivierung stündlich zwischen 11 und 19 Uhr.

 

 

Die Künstlerin Fujiko Nakaya

 

Fujiko Nakaya wurde 1933 in Sapporo, Japan geboren. In den 1960er-Jahren erlangte sie als Mitglied des New Yorker Kollektivs Experiments in Arts and Technology (E.A.T.) Bekanntheit und schließlich internationalen Ruhm für ihre immersiven Nebelskulpturen. Ihre erste Nebelskulptur entwickelte Fujiko Nakaya für die EXPO-Weltausstellung 1970 in Osaka, mithilfe eines Systems, das reinen Wassernebel erzeugt.

 

Nakaya wurde vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Praemium Imperiale (2018), dem Australian Cultural Award (1976), dem Sonderpreis des Isoya Yoshida Awards (1993), dem Merit Award des Japan Media Arts Festival (2008), dem französischen Orden Commandeur des Arts et des Lettres (2017), dem Preis des Kultusministers Japans (2020), dem Titel Person of Cultural Merit (2022) sowie dem Orden der Aufgehenden Sonne (2024). Seit 2023 ist sie Mitglied der Japanischen Kunstakademie. Wichtige Ausstellungen waren unter anderem in Pong Ta Long Thailand (2025), der Fondation Beyeler und LUMA Foundation (2025–24), im Haus der Kunst, München (2022) oder dem Guggenheim Bilbao (2019) zu sehen.

 

 

Kuratorisches Team

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, und Lisa Botti, Kuratorin an der Neuen Nationalgalerie. Assistenzkuratorin: Nikola Richolt.

Fujiko Nakaya. Nebelskulptur im Skulpturengarten der Neuen Nationalgalerie
Neue NationalgaleriePotsdamer Straße 50, 10785 Berlin
20.06.26 - 25.10.26
Lübeck

Benedikte Bjerre. The Birds

Die Kunsthalle St. Annen präsentiert die Installation THE BIRDS der dänischen Künstlerin Benedikte Bjerre im frei zugänglichen Foyer. Die zeitgenössische Arbeit wird parallel zur Ausstellung Dimensionen der Freiheit. Carl-Henning Pedersen und Else Alfelt gezeigt. In der Ausstellung werden künstlerische und gesellschaftliche Freiheitsbegriffe im Kontext des Schaffens von Else Alfelt und Carl-Henning Pedersen und deren künstlerischen Herangehensweisen thematisiert. Mit THE BIRDS werden diese Fragestellungen um gegenwärtige Perspektiven erweitert und in eine unmittelbar erfahrbare, partizipative Form überführt: Für die Installation THE BIRDS füllt Bjerre den Ausstellungsraum mit Hunderten heliumgefüllter Ballons in Form von Pinguinen. Die Figuren bewegen sich frei im Raum, reagieren sensibel auf Luftströmungen und verändern fortwährend ihre Anordnung.

 

Die Künstlerin thematisiert mit ihrer Arbeit aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen. Die Verwendung industriell gefertigter, massenhaft produzierter Objekte verweist auf globale Produktions- und Konsumzusammenhänge und regt zum Nachdenken über den Umgang mit Natur, Ressourcen und Umwelt im Kontext von Klimawandel und ökologischen Veränderungen an. Der Kaiserpinguin wurde erst jüngst als stark gefährdete Art eingestuft. Grund dafür ist vor allem das schwindende Meereis als Folge der menschengemachten Erderwärmung. Dies verleiht der Arbeit eine besondere Aktualität.

 

THE BIRDS ermöglicht einen interaktiven und sinnlichen Zugang zur Kunst: Die Besucher:innen können sich frei im Raum bewegen und die Installation aus unterschiedlichen Perspektiven erleben. Die Installation im Foyer der Kunsthalle St. Annen kann von allen Interessierten kostenfrei besucht werden und stärkt die Kunsthalle St. Annen als offenen Ort für die Stadtgesellschaft und des Austauschs zu drängenden Themen unserer Zeit.  

 

Benedikte Bjerre (*1987) studierte nach einem Bachelor in Soziologie Bildende Kunst an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen sowie an der Städelschule in Frankfurt am Main. Sie lebt und arbeitet in Kopenhagen.

Benedikte Bjerre. The Birds
Kunsthalle St. AnnenSt. Annen-Straße 15, 23552 Lübeck
23.04.26 - 25.10.26
Köln

99 Schalen – ein Kosmos. Zeitgenössische Keramik von Young-Jae Lee

Im Foyer des Museums für Ostasiatische Kunst begegnen sich Architektur, Natur und zeitgenössische Kunst. 99 handgefertigte Schalen der international renommierten Keramikerin Young-Jae Lee (*1951) treten in einen wechselwirkenden Dialog mit ihrem Umfeld.

Die Installation lädt die Besuchenden ein, die Hektik der Alltagswelt zu verlassen und in den entschleunigten Raum des Museums hineinzutreten. Die kleinformatigen, in ihrer Form reduzierten sowie Farbgebung subtil nuancierten Gefäße verkörpern in der Gesamtheit mehr als ein vermeintlich uniformes Ensemble: Beim genauen Betrachten offenbart sich jede Struktur des Tons, jeder Farbverlauf der Glasur anders und einzigartig.

 

So verweist der Ausstellungstitel auf Lees kreative Vision, die der Auswahl an 99 Schalen zugrunde liegt und diese als kollektiven Kosmos vereint. Zugleich wird das Einzelstück in seiner Individualität hervorgehoben: Serialität und Reproduktion stehen hierbei genauso im Zentrum wie Abweichung und Transformation, schließen sich nicht gegenseitig aus. Die Objekte – ob im Einzelnen oder als Ensemble – kristallisieren den Blick der Betrachtenden in der erlebten räumlichen Umgebung. Eine meditative Kontemplation befördert die Begegnung zwischen Mensch und Exponat, ermöglicht dynamische Wechselblicke im Ausstellungsraum und dessen Architektur; zwischen innenliegendem japanischem Garten und außenliegender See- und Parkanlage. Naturprozesse, darunter die veränderlichen Formen von Tageslicht, Schattenspiel, Wetterlage und Jahreszeit, prägen das individuelle wie gemeinsame Erfahren eines raumzeitlichen Gesamtkunstwerks.

Die gebürtige Südkoreanerin Young-Jae Lee zog 1972 nach Deutschland und leitet seit 1987 die Keramische Werkstatt Margaretenhöhe in Essen, die 1924 gegründet, in der modernen Tradition des Bauhaus steht. Seit über fünf Dekaden bezeugt Lees beruflicher und künstlerischer Werdegang auf einzigartige Kulturen übergreifende Weise die kontinuierliche Synthese traditionellen Kunsthandwerks und kreativen Pioniergeistes. 

 

Ein breit gefächertes Rahmenprogramm umfasst unter anderem die Vorführung einer koreanischen Teezeremonie durch die Künstlerin Iden Sungyoung Kim, ein Gesangskonzert der Sopranistin Sunja Wehmeier sowie einen Artist Talk mit der Keramikerin Young-Jae Lee. Im Zusammenspiel mit der Ausstellungspräsentation im Museumsfoyer bieten die öffentlichen Events den Besuchenden eine sinnliche Bereicherung bei ihrer Annäherung an die Kunst und Kultur Koreas.

99 Schalen – ein Kosmos. Zeitgenössische Keramik von Young-Jae Lee
Museum für Ostasiatische Kunst KölnUniversitätsstraße 100, 50674 Köln
01.07.26 - 25.10.26
Grömitz

Kurt ARD – Titelbilder der HÖRZU und weitere Cover

Die diesjährige Ausstellung des Ostholstein Museums im Kloster Cismar widmet sich einem ganz besonderen Aspekt der künstlerisch-grafischen Illustration. Gezeigt werden rund 100 humorvolle Original-Gouachen des 1925 in Kopenhagen geborenen Künstlers Kurt Ard.

 

Der Illustrator, Maler und Grafiker, der heute in Spanien lebt, wurde vor allem in den 1950er bis 1970er Jahren durch eine Vielzahl an Titelbildern für verschiedene populäre Zeitschriften jener Zeit international bekannt, darunter die skandinavischen Blätter Allers und Familie Journalen sowie die deutsche HÖRZU, für die allein an die 260 Zeitschriften-Cover von seiner Hand entstanden. Aber auch für Journale in Holland, Frankreich und den USA entwarf Kurt Ard in seinem unverkennbaren Stil zahlreiche Titelblätter.

 

Seine Modelle hatte der Künstler tagtäglich vor Augen, waren doch seine Frau und seine Kinder ein beliebtes Motiv und in vielerlei Hinsicht Inspiration für die dargestellten Alltagsszenen. Weitere Modelle fand er aber auch im täglichen Umgang mit anderen Menschen: Begegnete er einem für seine Illustrationen geeigneten Passanten, bat er ihn, für ein Arbeitsfoto Kontakt zu ihm aufzunehmen. Zahlreiche Frauen und Männer fanden auf diese Weise Einzug in sein grafisches Werk.

 

Die Ausstellung zeigt eine große, repräsentative Auswahl der Gouache-Illustrationen von Kurt Ard, die durch ihre aus dem Leben gegriffenen Alltagsszenen und ihre humoristische Darstellung, aber auch durch die fotorealistische Wirkung und das herausragende handwerkliche Können des Künstlers bestechen.

Kurt ARD – Titelbilder der HÖRZU und weitere Cover
Landesmuseen Schleswig-HolsteinSchlossinsel 1, 24837 Schleswig
25.04.26 - 25.10.26
Frankfurt am Main

FRITZ SCHOLDER

Grün, dann Grau, dann Pink, dann Grün, dann Violett, dann wieder Blau schichten sich horizontal die Farben der Landschaften des heutigen New Mexico. Im grellen Kontrast zu den vom Licht vibrierenden Pastellfarben der Landschaften strahlen die Figuren von Fritz Scholder (1937–2005) vor klaren, einfarbigen, satten Hintergründen.

 

Bereits in den 1960er- und 1970er-Jahren thematisierte Scholder, wie Indigene Körper, Lebensrealitäten und Geschichte(n) vor allem als Projektionsflächen einer weißen Mehrheitsgesellschaft in Erscheinung traten. Indem er historische Fotografien übernahm, überzeichnete und ins Groteske kippte, legte er Machtverhältnisse offen, die bis heute die Produktion und Zirkulation von Bildern prägen. Seine Arbeiten verhandeln Fragen visueller Souveränität – das Recht, die eigene Darstellung zu bestimmen – und machen sichtbar, wie sehr die Repräsentation von Native Americans von kolonialen Perspektiven geformt ist. Mit Komik, aber auch mit realistischer, klarer Härte befreite Scholder sich sowohl von diesen Bildregimen als auch von den damals vorherrschenden Indigenen Bildtraditionen und schuf somit eigene, gegenwärtige Bilder.

Die umfassende Ausstellung Fritz Scholder zeigt erstmals außerhalb Nordamerikas zahlreiche Gemälde, Zeichnungen, Collagen und Lithografien des Künstlers und erweitert so den Horizont dessen, was bisher unter US-amerikanischer Pop-Art verstanden wird.

FRITZ SCHOLDER
Museum für Moderne Kunst (MMK)TaunusTurm, Taunustor 1, 60310 Frankfurt
26.08.26 - 25.10.26
Potsdam

Platz____für Neues? Der Nordwesten des Alten Markts im Fokus

EXTERNE AUSSTELLUNG in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam

 

Der Nordwesten des Alten Marktes – jenseits der Nikolaikirche – steht eher im Schatten seiner berühmten südlichen Nachbarschaft: des von Nikolaikirche, Altem Rathaus und Stadtschloss geprägten Bereichs, der im 18. Jahrhundert nach den Vorstellungen Friedrichs II. in Anlehnung an italienische Vorbilder gestaltet wurde und als das historische Zentrum Potsdams gilt.

 

Großformatige Bildtafeln mit historischen Fotografien und Kunstwerken zeichnen schlaglichtartig die Entwicklung des oft übersehenen Teils des Platzes seit den Kriegszerstörungen von 1945 nach und erzählen von seiner wechselvollen Geschichte.

 

Wo sich heute die Stadt- und Landesbibliothek längst als lebendiger Ort des Lernens, der Bildung und der Begegnung im Herzen der Stadt etabliert hat, befand sich vor 1990 die Wissenschaftliche Allgemeinbibliothek (WAB). Der Erhalt der Bibliothek war keine Selbstverständlichkeit. Um ihre Präsenz und ihre Sanierung an diesem Ort wurde viele Jahre lang gerungen.

 

Wer die Geschichte und Zukunft des Alten Marktes weiter vertiefend erkunden möchte, findet im Potsdam Museum die Ausstellung »Platz____für Neues? Visionen für den Alten Markt 1945–2025« (Info). Interaktive Planungstische mit Plänen aus acht Jahrzehnten, Stadtmodelle, historische Fotografien sowie künstlerische Perspektiven laden dazu ein, den Wandel des Stadtzentrums aus neuen Blickwinkeln zu entdecken.

 

Eröffnung: 26. August 2026, 19 Uhr im Foyer der Hauptbibliothek

Platz____für Neues? Der Nordwesten des Alten Markts im Fokus
Potsdam MuseumAm Alten Markt 9, 14467 Potsdam