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Dresden

150 Jahre Museum für Völkerkunde Dresden. Einblicke – Geschichten – Stationen

Ausstellung

Zum 150. Gründungsjahr lädt das Museum für Völkerkunde Dresden ins Japanische Palais ein. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Objekte und Geschichten, Menschen und Kontexte, die das Haus geprägt haben. Ergänzend eröffnen »Satelliten«-Stationen mit einzelnen Objekten und Objektgruppen in anderen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen neue Perspektiven auf die Sammlung. Beide Formate begleiten die Sonderausgabe der Dresdener Kunstblätter (3/2025).

 

Ausgehend von den in den Kunstblättern vorgestellten Epochen und Objekten zeigt die Ausstellung beispielhaft Nephrit- und Jadeitobjekte, die im 19. Jahrhundert wegen ihres Materials weltweit Aufmerksamkeit fanden und Specksteinfiguren, die einst zu den kurfürstlichen Sammlungen Dresdens gehörten.

 

Die Puppen aus dem Norden Russlands, Zeugnisse kindlicher Spielkultur der Nenzen, spiegeln den Wunsch nach einer Erweiterung der Europa-Sammlung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wider. 

 

Darüber hinaus dokumentieren Schmuckstücke aus Nordafrika das weitere Sammelinteresse Anfang des 20. Jahrhunderts. Objekte aus Kamerun, Vietnam und Chile stehen wiederum für das Ausstellungs- und Forschungsinteresse während der DDR-Zeit. Eine Zeit politischer und materieller Einschränkungen, in der das Museum Objekte in Wanderausstellungen präsentierte. Zuletzt geben Federschmuck aus Brasilien und Keramiken aus Tunesien Einblicke in die Forschungsreisen und Kooperationen nach 1990, als erstmals Kontakte in zuvor hinter dem »Eisernen Vorhang« liegende Regionen aufgenommen wurden.

 

 

Statt einer chronologischen Rückschau werden in der Ausstellung »150 Jahre Museum für Völkerkunde Dresden. Einblicke – Geschichten – Stationen« thematische Schlaglichter gesetzt: auf Objekte, die Aufmerksamkeit verdienen, auf Perspektiven, die das Bild des Museums erweitern, und auf Fragen, die sich im Lauf von 150 Jahren vielleicht verändert, aber nichts an Aktualität eingebüßt haben.

 

Ergänzend zur Sonderausgabe der Dresdener Kunstblätter und zur Ausstellung im Japanischen Palais laden sogenannte »Satelliten«-Stationen in weiteren Häusern der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden dazu ein, einzelne Objekte aus der Sammlung des Museums für Völkerkunde Dresden zu entdecken. In kleinen Präsentationen treten sie in Dialog mit anderen Sammlungen – und eröffnen so überraschende Perspektiven auf Verbindungen, Kontraste und gemeinsame Geschichten. Die »Satelliten«-Stationen greifen Themen aus der Geschichte des Museums auf und verbinden diese mit anderen Sammlungen der SKD. 

 

So verweisen beispielsweise bunte, paillettenbesetzte Stofftierfiguren aus Rajasthan und Gujarat in Indien auf das Interesse der DDR-Regierung an indischer Volkskunst. Ein Pastell in der Gemäldegalerie Alte Meister thematisiert die Geschichte von Völkerschauen in Dresden und eröffnet so einen kritischen Blick auf koloniale Bilderwelten. Im Mathematisch-Physikalischen Salon macht ein geomantischer Kompass aus China deutlich, wie eng die Sammlung des Museums mit den ehemaligen königlichen Sammlungen Dresdens verknüpft ist.

 

 

Zur Geschichte der Sammlung

 

Am 23. Oktober 1875 als Ethnographische Abteilung am Königlichen Naturhistorischen Museum gegründet, entstand unter Adolf B. Meyer zunächst eine Studiensammlung mit Fokus auf den indopazifischen Raum mit Ausstellungen im Zwinger. Unter dem Zoologen und Ethnographen Arnold Jacobi wurde das Haus 1906 bis 1935 mit populärwissenschaftlichen Ausstellungen für ein breiteres Publikum zugänglich und die Mitarbeitenden unternahmen eigene Sammelexpeditionen. Die Jahre des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges führten innerhalb des Museumsverbunds zur fachlichen Marginalisierung und Verlusten in einigen Beständen des ethnographischen Teils der Sammlung und des Archivs. 

 

Nach 1945 begann eine Phase des Wiederaufbaus: Mit dem Einzug ins Japanische Palais und der Umstrukturierung des Museumsbetriebs, wurde das Museum in der DDR zu einer festen Größe in einem Netzwerk internationaler Wissenschaftsbeziehungen. Forschungsreisen führten in Länder wie Vietnam, Kuba oder Chile. Seit 1990 prägen die Arbeit mit internationalen Netzwerken, die Digitalisierung und die Zusammenarbeit mit Herkunftsgemeinschaften das Haus. Heute sind die etwa 90.000 Objekte der Sammlung digital erfasst – viele davon auch öffentlich zugänglich.

Diese Ausstellung endet in
63
Tage
17
Std
41
Min
4
Sek
Start Termin
24.09.2025
Ende Abschluss
26.04.2026
Öffnungszeiten
Montag
geschlossen
Dienstag
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Mittwoch
10:00–17:00
Donnerstag
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Samstag
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