Am 8. Februar 2026 jährt sich der Geburtstag von Paula Modersohn-Becker zum 150. Mal. Anlässlich des Jubiläums ist der Künstlerin in der Sammlungsausstellung ein großer Raum gewidmet. Zu sehen sind insgesamt 19 Werke – vertraute Bilder, die längst fester Bestandteil der Sammlungspräsentation sind, aber auch selten gezeigte, die lange Zeit im Depot waren. Darunter sind auch prominente Rückkehrer: Einige der Gemälde, etwa das Selbstbildnis vor grünem Hintergrund mit blauer Iris (um 1905), waren 2024/25 für die erste Paula Modersohn-Becker-Ausstellung in den USA nach New York und Chicago verliehen.
Mit Kunstwerken aus allen Schaffensphasen der Künstlerin wird das kurze, aber intensives Leben von Paula Modersohn-Becker (1876–1907) greifbar. Erdige Farben und vereinfachte Formsprache sind wichtige Elemente von Modersohn-Beckers Kunstauffassung, mit der sie beim bürgerlichen Kunstpublikum ihrer Zeit aneckte – und für die sie heute gefeiert wird. Dagegen führt das Stillleben mit Äpfeln und Bananen (1905) eindrucksvoll ihre Auseinandersetzung mit der künstlerischen Avantgarde vor Augen, die sie bei ihren Aufenthalten in der Kunstmetropole Paris kennenlernte und für ihre eigenen Werke zu adaptieren wusste.
Im Spannungsfeld zwischen der flirrenden Weltstadt Paris und dem heimischen Teufelsmoor entstand ein Œuvre, das vielseitige Bezüge erkennen lässt und gleichzeitig eigenständig bleibt. Mit kurzen Texten zu jedem Werk, Audio-Einführungen über die Multimedia-App Art Surfer und einem Tastmodell, mit dem man das Selbstbildnis mit Kette (1903) erfühlen kann, werden im Ausstellungsraum unterschiedliche Zugänge zu Paula Modersohn-Beckers Werk angeboten.