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Stuttgart

Albtraum und Vision – Zwischen Schatten und Erleuchtung

Wie lässt sich das Unsichtbare darstellen? Lange bevor im Surrealismus durch die Beschäftigung mit Traum und Unterbewusstsein eine neue, übergeordnete Wirklichkeit Einzug in die Kunst hielt, erschlossen Künstler die Welten des Albtraums, der Vision, des Fantastischen und Spirituellen. Als Prolog zur großen Surrealismus-Ausstellung der Staatsgalerie verfolgt die Graphik-Kabinett-Ausstellung »Albtraum und Vision. Zwischen Schatten und Erleuchtung« in rund 40 Werken die Ursprünge dieser Bildwelten.

 

In Grafiken und Gemälden des 18. und 19. Jahrhunderts, darunter sind Highlights wie Francisco de Goyas »Der Schlaf der Vernunft« oder Max Klingers Variante von Arnold Böcklins »Toteninsel«, scheint ein Zwielicht der Halluzinationen, Metamorphosen und inneren Bilder. Die Ausstellung verortet die Werke in einer längeren europäischen Bildtradition. Seit der Renaissance beschäftigten sich Künstler mit Dämonen, Volksglauben, Alchemie und mystischen Offenbarungen. Mit dem Zeitalter der Aufklärung verschwanden diese Vorstellungen keineswegs. Sie wurden vielmehr zu Gegenwelten der Vernunft, in denen sich Ängste, Wünsche und die verborgenen Kräfte der menschlichen Psyche verdichteten.

 

Anstatt diese Künstler lediglich als Vorläufer des Surrealismus zu präsentieren, versteht die Ausstellung sie als Teil einer gemeinsamen Geschichte der Imagination. André Breton erkannte in vielen von ihnen geistige Weggefährten – Künstler, die den sichtbaren Dingen eine verborgene Wirklichkeit entgegensetzten und damit den Boden für eine der bedeutendsten künstlerischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts bereiteten. »Albtraum und Vision. Zwischen Schatten und Erleuchtung« eröffnet so einen neuen Blick auf die Ursprünge des Surrealismus.

Diese Ausstellung beginnt in
48
Tage
12
Std
49
Min
37
Sek
Termine
Start27.11.2026
Ende11.04.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Staatsgalerie Stuttgart
Staatsgalerie StuttgartKonrad-Adenauer-Straße 30–32, 70173 Stuttgart

Die Staatsgalerie zählt zu den großen Kunstmuseen Deutschlands. Unsere Sammlung umfasst Malerei, Skulptur und Graphik vom Mittelalter bis in die Gegenwart, darunter viele Meisterwerke und eine international herausragende Sammlung zur Kunst der Moderne. Besondere Highlights sind Oskar Schlemmers »Figurinen zum Triadischen Ballett« aus den frühen 1920er-Jahren, die berühmten »Rückenakte« (1909–1930) von Henri Matisse, zahlreiche Werke Picassos, u.a. die Skulpturengruppe »Die Badenden« (1956) und der vom Künstler noch persönlich eingerichtete Joseph Beuys-Raum. Das Haus bietet eine Ausstellungsfläche von 12.000 m², die sich auf die Alte Staatsgalerie des Architekten Georg Gottlob Barth (1843) mit dem Anbau von Albert von Bok (1888), den postmodernen Bau von James Stirling (1984) und die Steib-Hallen des gleichnamigen Basler Architektenpaares (2002) verteilen. Alle Gebäude sind miteinander verbunden. Die Staatsgalerie versteht Museum als eine Schule des Sehens für eine demokratische Gesellschaft in all ihrer Diversität und Internationalität. Kunst steht immer in Bezug zur Gegenwart und begleitet deren Themen und Entwicklungen mit einer eigenen Sprache. Ihre Sammlung ist in über 175 Jahren aus einem sehr klassischen Kanon westlicher Kunstgeschichte entstanden. Viele Lücken finden sich, in der Alten Kunst ebenso wie bei den künstlerischen Positionen der Gegenwart. Diese lassen sich nicht einfach schließen. So sind zum Beispiel weibliche Positionen nur rudimentär vorhanden und zeitgenössische Werke afrikanischer, asiatischer oder lateinamerikanischer Künstlerinnen und Künstler fehlen ganz. Wem gehört das Museum? Diese Frage stellt sich die Staatsgalerie immer wieder. Nicht zuletzt mit der musealen Präsentation des Werkes »Love is in the Bin« des britischen Street-Art-Künstlers Banksy. Die Arbeit hatte im Jahr 2018 einen globalen Medienhype ausgelöst und hing über 10 Monate in der Sammlung, um ihren Kunstwert zu ergründen. Die Staatsgalerie steht für einen offenen und ehrlichen Diskurs zu Kunst, Kunstgeschichte und Gesellschaft. In ihren Ausstellungen und Programmen von Vorträgen bis zu Events bietet sie immer wieder neue Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit der Kunst als Seismograph der Gesellschaft.