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Osnabrück

Aleen Solari – Tribute to Bicce

Aleen Solari ist Künstlerin und Malerin. Mit ihren Bildern schafft sie Räume und Installationen. [Eine Installation ist ein Kunstwerk im Raum.] So können die Besucher:innen in ihre Farbwelten und malerischen Objekte eintauchen. Aleen Solari verbindet ihre Kunst mit Themen, die viele Menschen kennen. Aus dem Alltag und aus der Popkultur. Zum Beispiel Themen wie Musik, Mode, Jugendsprache oder Sport. Dabei sucht sie die Verbindung zu verschiedenen Gruppen wie Fußballfans oder Kneipengänger:innen. So will sie Menschen miteinander ins Gespräch bringen.

 

Für ihre Ausstellung in der Kunsthalle Osnabrück beschäftigt sich Aleen Solari mit frauenfeindlichen und queerfeindlichen Räumen in unserer Gesellschaft. [Das Wort queer ist eine Selbstbezeichnung. Zum Beispiel schwule Männer, lesbische Frauen, bisexuelle Menschen, trans Menschen und inter Menschen verwenden sie für sich.]. Diese Räume schließen Frauen und queere Menschen oft durch die Verwendung von verletzender Sprache aus. Aleen Solari erobert diese Räume mit ihrer Kunst zurück. Dafür benutzt sie gefundene Objekte, Gesten und Slogans. Und sie arbeitet mit der Technik der Wideraneignung dieser Sprache.

 

Ein Beispiel dafür ist der Titel der Ausstellung »Tribute to Bicce« [übersetzt: Ehre für Bicce]:  Bicce ist ein altes Wort für »Hündin«. Das Wort gilt als Ursprung des modernen englischen Begriffs »bitch«. Es wird als Beleidigung für Frauen verwendet, schon seit dem Jahr 1400. Heute haben Musiker:innen und Popstars sich das Wort »bitch« bewusst als Selbstbezeichnung wieder angeeignet. So wollen sie dem Wort die Macht nehmen. Sie zeigen: Ich bestimme selbst, wie ich genannt werde. Ein Wort, das früher beleidigend war, bekommt so eine neue Bedeutung. Es kann sogar positiv oder stolz klingen. In diesem Sinne will Aleen Solari mit ihrer Ausstellung Frauen und queeren Menschen eine starke Stimme zurückgeben.

 

Aleen Solari (DE) lebt und arbeitet in Hamburg. Sie studierte Malerei bei Jutta Koether, Anselm Reyle und Monika Baer an der Hochschule für Bildende Künste, Hamburg. Letzte Einzelausstellungen waren im Neuen Museum Nürnberg (2025), dem Kunstverein Jesteburg (2023) und der Stadtgalerie Künstlerhaus Lauenburg (2022). Gruppenausstellungen waren u.a. im LYCRA Raum, Hamburg (2025), der Stadtgalerie Kiel (2023), der Galerie Meike Bilir, Hamburg (2021), dem Kunstverein Miagou, Manila, der Galerie Oelfrüh, Hamburg (beide 2020), dem Kunstverein Harburger Bahnhof, Hamburg und dem Kunstverein Leipzig (beide 2019). Von 2024 bis 2025 war sie Professorin für Malerei im Fach Bildende Kunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel.

 

Mit freundlicher Unterstützung durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die VGH Stiftung, die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung und die Freund:innen der Kunsthalle Osnabrück.

Termine
Start27.06.2026
Ende11.10.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunsthalle Osnabrück
Kunsthalle OsnabrückHasemauer 1, 49074 Osnabrück

1991 beschloss die Stadt: In Osnabrück soll eine Kunsthalle gegründet werden. Der Wunsch war: Dort sollen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt werden. Man kann auch aktuelle Kunst dazu sagen. 1991 wurde Harald Szeemann dazu befragt. Harald Szeemann war ein berühmter Ausstellungsmacher und Museumsleiter aus der Schweiz. Er hat das kuratorische Konzept der Kunsthalle Osnabrück mitentwickelt. Das heißt: Er hatte eine Idee, welche Art von Kunst in der Kunsthalle Osnabrück gezeigt werden soll. Und wie. Er riet zu »internationalen Positionen und ortsspezifischen Installationen«. Damit meinte er: Das Museum soll mit anderen Museen in verschiedenen Ländern im Austausch stehen. Aber es soll auch zur Stadt und der eigenen Geschichte passen. 1993 fand die erste Ausstellung statt. Gründungsdirektor André Lindhorst leitete sie. Er zeigte auf den 1.300 Quadratmetern Ausstellungsfläche bis 2013 Einzelausstellungen von Künstler:innen wie Elvira Bach, Lothar Fischer, Günther Uecker, Markus Lüpertz oder thematische Gruppenausstellungen. Die Kunsthalle Osnabrück ist zuständig für eine Sammlung von aktuell 44 Kunstwerken im öffentlichen Raum. Alle diese Werke wurden in den Jahren zwischen 1950 und 2000 im Stadtraum aufgestellt. Viele davon wurden im Bereich der historischen Altstadt platziert. Einige auch in den äußeren Bezirken der Stadt. Die Werke unterscheiden sich sehr stark in ihrer künstlerischen Gestaltung. Das heißt, sie sind aus ganz verschiedenen Materialien. Und das Material wurde auf ganz unterschiedliche Art und Weise bearbeitet. Sie sind auf verschiedenen Wegen Teil der Sammlung geworden.