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Heidelberg

Alles Kunst? 25 Jahre Museum Sammlung Prinzhorn

Wahnsinn! 2026 feiert das Museum Sammlung Prinzhorn des Universitätsklinikums Heidelberg sein 25- jähriges Bestehen. Die Jubiläumsausstellung »Alles Kunst?« rückt eine Frage in den Fokus, die das Haus seit seiner Gründung begleitet: Wie lassen sich bildkünstlerische Werke aus psychiatrischem Kontext ausstellen, von denen viele ursprünglich nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren oder nicht als Kunst erschaffen wurden?

Die Schau präsentiert ikonische Arbeiten der Sammlung, die auf Kunst von Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung spezialisiert ist, in neuer Weise. So werden etwa die handgefertigten Geldscheine von Else Blankenhorn nachgedruckt und können von Besucher:innen gegen Euro »eingetauscht« werden. Die lebensgroße Puppe von Katharina Detzel, von der bislang nur ein Foto überliefert war, wurde detailgetreu rekonstruiert. Auch die Bodeninstallation von Marie Lieb ist erstmals wieder als räumliche Arbeit erfahrbar. Auf diese Art und Weise reflektiert die Ausstellung gleichzeitig die Präsentationspraxis der letzten 25 Jahre: Wird die bisherige Form der Präsentation als Kunst den Werken gerecht – oder fordern sie neue, erweiterte Formen des Ausstellens?

Diese Ausstellung endet in
101
Tage
22
Std
34
Min
1
Sek
Termine
Start28.06.2026
Ende31.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–20:00
Donnerstag11:00–17:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
Veranstaltungsort
Sammlung Prinzhorn
Sammlung PrinzhornUniversitätsklinikum Heidelberg, Voßstraße 2, 69115 Heidelberg

Die Sammlung Prinzhorn ist ein Museum für Kunst von Menschen mit psychischen Ausnahmeerfahrungen. Gegründet um 1900 wurde die Sammlung wesentlich ausgebaut nach dem Ersten Weltkrieg und bildet damit einen wichtigen historischen Ausgangspunkt für das heute wachsende Interesse an so genannter Outsider Art. Der einzigartige Bestand von rund 40.000 bildkünstlerischen Werken, Texten und Musikstücken der Zeit von 1825 bis heute, wesentlich aus deutschsprachigen Ländern, wächst ständig. Aufgabe des Museums ist es, zum Wahrnehmen, Vermitteln und Erforschen der genannten Kunst sowie ihrer Schöpfer:innen beizutragen, diesen damit eine Stimme zurückzugeben sowie Entstigmatisierung und gesellschaftliche Inklusion von Psychiatrie-Erfahrung und Psychiatrie-Erfahrenen zu befördern. Zu diesem Zweck entwickelt die Sammlung Prinzhorn eigene Ausstellungen, begleitende Veranstaltungen und Publikationen, die Vorbildcharakter für andere Häuser haben. Das Museum unterstützt zudem das weltweit wachsende Interesse an Kunst von Psychiatrie-Erfahrenen mit dem Versenden von Ausstellungen sowie Leihgaben für andere Häuser im In- und Ausland und fördert die Forschung externer Wissenschaftler und Künstler. Jährlich werden zwei bis drei thematische Ausstellungen gezeigt mit dem Ziel, zur Entstigmatisierung psychischer Erkrankung beizutragen. Über Kontextualisierung und Deutung künstlerischer Werke, die von psychischen Ausnahme-Erfahrungen und ihren gesellschaftlichen Folgen geprägt sind, leistet die Sammlung einen Beitrag zur Inklusion betroffener Menschen. Als Teil des Universitätsklinikums Heidelberg versteht sich das Haus aber nicht nur als Museum und Ausstellungsort, sondern auch als wissenschaftliche Einrichtung, die das Schicksal der hier vertretenen Künstler:innen, ihre Werke und übergeordnete Fragestellungen erforscht.