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Stuttgart

Alles surreal?! Fotografie im Kosmos des Surrealismus

Der Surrealismus gilt als eine der folgenreichsten geistigen und künstlerischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts. Die Ausstellung »Alles surreal?! Fotografie im Kosmos des Surrealismus« setzt das Medium Fotografie in einen Dialog mit Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Objekten und Filmausschnitten und würdigt damit anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Fotografie erstmals in diesem Umfang deren besondere Bedeutung für die Künstlerinnen und Künstler der prägenden Kunstbewegung.

 

1924 von André Breton in Paris begründet, erfassen surrealistische Tendenzen ausgehend von der Literatur ab Mitte der 1920er-Jahre auch Malerei und Bildhauerei und bewirken überdies eine neuartige Ästhetik in den noch jungen Medien Film und Fotografie. Mittels ungewöhnlicher Perspektiven und experimenteller Techniken wie Solarisation, Mehrfachbelichtung, Montagen und Collagen loten surrealistische Fotografinnen und Fotografen fortan die Grenzen des Mediums neu aus und heben bisherige Sehgewohnheiten aus den Angeln. Schockiert von der Sinnlosigkeit des Ersten Weltkriegs und beeinflusst von den Schriften Sigmund Freuds übersteigen ihre Werke radikal die Ebenen von Vernunft und Logik und lassen das Assoziative und Traumhafte in den Vordergrund treten. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder auch der menschliche Körper, der seziert und verfremdet wird, um einer vermeintlichen Wirklichkeit näher zu kommen. Mit ihren inszenierten Realitäten wagen die Surrealistinnen und Surrealisten einen Gegenentwurf zum Weltbild der bürgerlichen Gesellschaft mitsamt ihren als verlogen empfundenen Moralvorstellungen und leisten auf diese Weise einen wesentlichen Beitrag zur Moderne, dessen Nachhall bis heute in Werbung, Film und Kunst allgegenwärtig ist.

 

Die Ausstellung zeigt neben rund 250 Fotografien aus der im Sommer 2025 mit Mitteln der Museumsstiftung Baden-Württemberg erworbenen Sammlung von Dietmar Siegert mehr als 40 Gemälde, Skulpturen, Objekte und Arbeiten auf Papier aus eigenem Bestand sowie hochwertige Leihgaben aus internationalen Museen und Privatsammlungen. Es erscheint ein wissenschaftlicher Begleitkatalog mit einem Bestandsverzeichnis der surrealistischen Fotografie in der Sammlung der Staatsgalerie.

 

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des französischen Botschafters in Deutschland, S.E. François Delattre.

Diese Ausstellung beginnt in
42
Tage
11
Std
27
Min
46
Sek
Termine
Start04.12.2026
Ende11.04.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Staatsgalerie Stuttgart
Staatsgalerie StuttgartKonrad-Adenauer-Straße 30–32, 70173 Stuttgart

Die Staatsgalerie zählt zu den großen Kunstmuseen Deutschlands. Unsere Sammlung umfasst Malerei, Skulptur und Graphik vom Mittelalter bis in die Gegenwart, darunter viele Meisterwerke und eine international herausragende Sammlung zur Kunst der Moderne. Besondere Highlights sind Oskar Schlemmers »Figurinen zum Triadischen Ballett« aus den frühen 1920er-Jahren, die berühmten »Rückenakte« (1909–1930) von Henri Matisse, zahlreiche Werke Picassos, u.a. die Skulpturengruppe »Die Badenden« (1956) und der vom Künstler noch persönlich eingerichtete Joseph Beuys-Raum. Das Haus bietet eine Ausstellungsfläche von 12.000 m², die sich auf die Alte Staatsgalerie des Architekten Georg Gottlob Barth (1843) mit dem Anbau von Albert von Bok (1888), den postmodernen Bau von James Stirling (1984) und die Steib-Hallen des gleichnamigen Basler Architektenpaares (2002) verteilen. Alle Gebäude sind miteinander verbunden. Die Staatsgalerie versteht Museum als eine Schule des Sehens für eine demokratische Gesellschaft in all ihrer Diversität und Internationalität. Kunst steht immer in Bezug zur Gegenwart und begleitet deren Themen und Entwicklungen mit einer eigenen Sprache. Ihre Sammlung ist in über 175 Jahren aus einem sehr klassischen Kanon westlicher Kunstgeschichte entstanden. Viele Lücken finden sich, in der Alten Kunst ebenso wie bei den künstlerischen Positionen der Gegenwart. Diese lassen sich nicht einfach schließen. So sind zum Beispiel weibliche Positionen nur rudimentär vorhanden und zeitgenössische Werke afrikanischer, asiatischer oder lateinamerikanischer Künstlerinnen und Künstler fehlen ganz. Wem gehört das Museum? Diese Frage stellt sich die Staatsgalerie immer wieder. Nicht zuletzt mit der musealen Präsentation des Werkes »Love is in the Bin« des britischen Street-Art-Künstlers Banksy. Die Arbeit hatte im Jahr 2018 einen globalen Medienhype ausgelöst und hing über 10 Monate in der Sammlung, um ihren Kunstwert zu ergründen. Die Staatsgalerie steht für einen offenen und ehrlichen Diskurs zu Kunst, Kunstgeschichte und Gesellschaft. In ihren Ausstellungen und Programmen von Vorträgen bis zu Events bietet sie immer wieder neue Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit der Kunst als Seismograph der Gesellschaft.