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Ulm

almir mavignier. demokratie der punkte

Unterschiedlich farbige, größere und kleinere Punkte treten auf der Bildfläche in ein faszinierendes Zusammenspiel und verleihen ihr einen beinahe pulsierenden Charakter. Die Ausstellung lädt ein in eine Welt voller kleinster, flimmernder Elemente. Für seine ikonischen Punktebilder ist der aus Brasilien stammende Künstler, Grafiker und Plakatgestalter Almir Mavignier (1925–2018) international bekannt geworden. Heute zählt er zu den wichtigsten Vertretern der Konkreten Kunst und Op-Art.

 

Prägende Jahre verbrachte er an der Hochschule für Gestaltung Ulm, deren Gründung eng mit der Idee eines demokratischen Neuanfangs nach dem Zweiten Weltkrieg verbunden war. Hier wurde Gestaltung als gesellschaftliche Aufgabe und damit als Möglichkeit, demokratisches Denken in Form zu übersetzen, verstanden. In Mavigniers Punktrastern begegnet uns auf bildnerischer Ebene ebenfalls ein Prinzip der Gleichwertigkeit: Kein Punkt dominiert den anderen, erst im Zusammenspiel aller entsteht die Komposition. Seine Werke stellen eine »Demokratie der Punkte« dar – eine zentrale Idee, die sich auch im Ausstellungstitel wiederfindet.

 

Zum demokratischen Selbstverständnis des Künstlers passt auch sein Schaffen als erfolgreicher Plakatgestalter, was durch die Einbeziehung einer Großzahl seiner Plakate in die Ausstellung thematisiert wird. Dieses grafische Medium erweitert den Demokratiegedanken um die Idee öffentlicher Zugänglichkeit. Nicht nur im klassischen Kunstraum nutzt Mavignier seine Prinzipien visueller Ordnung, sondern auch in einer Gestaltungsform, die uns allen im Alltag begegnet.

 

Die Ausstellung soll Lust darauf machen, Mavigniers Werk in seiner Vielschichtigkeit zu entdecken: als faszinierendes visuelles Erlebnis, das unsere Wahrnehmung herausfordert und zugleich größere Fragen nach Formen des gesellschaftlichen Miteinanders und den Grundlagen von Kommunikation aufwirft.

Diese Ausstellung beginnt in
25
Tage
20
Std
23
Min
15
Sek
Termine
Start21.11.2026
Ende20.06.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–17:00
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
Veranstaltungsort
kunsthalle weishaupt
kunsthalle weishauptHans-und-Sophie-Scholl-Platz 1, 89073 Ulm

»Ich sammle aus dem Bauch heraus«, lautet ein Understatement von Siegfried Weishaupt. Mit viel Gespür hat der Unternehmer aus dem nahe bei Ulm gelegenen Schwendi – zusammen mit seiner Frau Jutta – über mehr als fünf Jahrzehnte eine Sammlung geformt, die ein starkes, eigenes Profil zeigt. Am Anfang stand die Verbindung zur Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm. Sein Vater Max Weishaupt, Gründer des Unternehmens, hatte schon zu Beginn der 1960er Jahre Kontakt zur HfG aufgenommen und die herausragenden Produktdesigner Hans Gugelot und Hans Sukopp an das Unternehmen gebunden, später dann den richtung­weisenden Schweizer Grafiker Josef Müller-Brockmann. »So zogen das Bauhaus und eine klare Gestaltungslinie bei uns ein«, erinnert sich Siegfried Weishaupt, woraus auch eine besondere Verbindung zu Max Bill, Gründungsrektor der HfG, und seinen künstlerischen Arbeiten entstand. Vor allem Werke von Josef Albers, der zeitweilig auch in Ulm lehrte, prägten die Kunstauffassung von Siegfried Weishaupt. Über die folgenden Jahre öffnete sich der Blickwinkel des Sammlers und seiner Frau Jutta von der geometrischen und »konkreten« Kunst vor allem für den Abstrakten Expressionismus der Amerikaner (für Rothko etwa) über Rauschenberg, dessen Arbeit starke Impulse setzte, dann für die Pop-Art und andere zeitgenössische Kunstrichtungen. Farbe und Licht sind die Koordinaten Mitte der 1960er Jahre erwarb Siegfried Weishaupt sein erstes Kunstwerk und legte damit den Grundstein für eine Sammelleidenschaft, die nun schon über fünf Jahrzehnte nicht nur andauert, sondern noch gewachsen ist. Ausgehend von der Faszination für geometrisch-konkrete Kunst, bildet die Begeisterung für klare Formen und leuchtende Farben das Fundament der Sammlung. Zugleich gewähren diese Koordinaten dem interessierten Sammlerehepaar aber auch Spielraum für Neues. Heute zählt die Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt mit bereits vielen Hundert Werken zu den deutschlandweit bedeutenden Privatsammlungen europäischer und amerikanischer Kunst seit den 1960er Jahren. Mit der Eröffnung der kunsthalle weishaupt ist sie seit 2007 in wechselnden Präsentationen auch der Öffentlichkeit zugänglich.

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