Zu seinem 50. Jubiläum zeigt das Museum Ludwig eine große, interdisziplinäre Überblicksausstellung, die Kunst der internationalen Schwarzen Diaspora in Beziehung zur europäischen Moderne setzt.
In der Kunst beschreibt die Moderne einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit und eine völlig neue Bildsprache, die sich in der Umbruchszeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts in alle Bereiche der Kultur und des Lebens ausbreitete. Noch immer orientiert sich unser Blick auf die Moderne an weißer, westeuropäischer und nordamerikanischer Kunst. Wie aber haben Künstler*innen aus der schwarzen Diaspora die Moderne aufgenommen, weiterentwickelt oder sich bewusst von ihr abgegrenzt?
In europäischen Museen sind Schwarze Künstler:innen oftmals nur schwach oder gar nicht vertreten. Diese Unterrepräsentation verweist auf tief verwurzelte koloniale und gesellschaftliche Machtverhältnisse, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen. Vor diesem Hintergrund fragt die Ausstellung, wie Schwarze Künstler*innen durch ihre Werke neue Narrative schufen, die koloniale und eurozentristische Sehgewohnheiten herausfordern. Anhand von Bewegungen wie der Harlem Renaissance in den USA oder die Négritude- Bewegung in Europa werden die Beziehungen zwischen den Kontinenten nachgezeichnet und die Auswirkungen auf heutige Kunstproduktion untersucht. Die große, interdisziplinäre Überblicksausstellung vereint eine Vielzahl von internationalen Leihgaben und setzt diese vereinzelt in Dialog mit Werken aus der Sammlung. Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien spielen dabei ebenso eine Rolle wie Literatur und Musik der Schwarzen Diaspora.
Mit dieser Ausstellung bekräftigt das Museum Ludwig im Jubiläumsjahr 2026 seine Gründungsidee: Stimmen sichtbar zu machen, die zu lange übersehen wurden.
Kuratorin: Eboa Itondo

