Wer waren Maria Caspar-Filser, Lotte B. Prechner, Emmy Klinker oder Martha Schrag? Nur wenigen sind ihre Namen und die vieler anderer moderner Künstlerinnen heute noch bekannt. Dabei waren ihre Werke Teil deutscher Museumssammlungen, bis sie 1937 im Rahmen des nationalsozialistischen Kulturkampfs als »entartet« diffamiert und beschlagnahmt wurden. Anders als ihre männlichen Kollegen, wie etwa die Brücke-Künstler, gerieten diese Frauen in Vergessenheit.
90 Jahre nach den NS-Beschlagnahmen und der darauffolgenden Propaganda-Ausstellung »Entartete Kunst« rückt das Brücke-Museum 2027 diese Künstlerinnen in den Fokus. Anhand von rund 40 der 130 beschlagnahmten Künstlerinnen erzählt sie die Geschichte der NS-Aktion aus weiblicher Perspektive. Wer waren diese Malerinnen und Bildhauerinnen? Wie unterscheiden sich ihre Schicksale von denen ihrer männlichen Kollegen? Im Mittelpunkt stehen die Vielfalt ihres künstlerischen Schaffens sowie ihre Handlungsspielräume als Frauen in einem männlich dominierten Kunstbetrieb. Neben Mechanismen politischer Einflussnahme auf Kunst befasst die Ausstellung sich mit der grundlegenden Frage, wer entscheidet, an wen oder was wir uns erinnern, und was dadurch verloren geht.
Die Ausstellung mit begleitender Publikation entsteht in Zusammenarbeit mit der Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin Dr. Meike Hoffmann, Leiterin der Forschungsstelle »Entartete Kunst« der Freien Universität Berlin. Das Projekt wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Ferdinand-Möller-Stiftung.