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München

Between and Beyond – Der erweiterte Bildraum. Werke aus der Sammlung ab 1960

Der Raum bestimmt unsere Position, Bewegung und Wahrnehmung. Als Betrachtende erleben wir Kunst nie losgelöst vom Raum, sondern immer im Raum. Unter dem Titel Between & Beyond präsentiert die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne Werke aus dem eigenen Bestand, die sich mit der ästhetischen wie gesellschaftlichen Wahrnehmung des Raumes auseinandersetzen. Gezeigt werden Gemälde, Objekte und installative Arbeiten von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart, welche die Beziehung zwischen Werk, Raum und Betrachter:in benennen. 

 

Ab den 1960er Jahren begannen Künstler:innen der Minimal Art, den umgebenden Raum als integralen Bestandteil ihrer Werke zu begreifen. Der Raum wird als Zwischenraum (»between«) angesehen, der zwischen Werk und Betrachtenden entsteht oder als imaginärer und transzendenter Raum (»beyond«), der durch Licht, Schatten und Bewegung erfahrbar wird.  

 

Pioniere wie Dan Flavin, Fred Sandback oder die bislang wenig beachtete Mary Miss verwendeten neue Materialien und schufen mit ihren Werken Räume, in die explizit auch die Erfahrungen der Betrachtenden einbezogen wurden. Der Ausstellungsraum wurde Teil des Kunstwerks. Auch in der Malerei wurde der Bildraum immer stärker hinterfragt: Lucio Fontana zerschnitt die Leinwand, Ida Applebroog setzte ihre Kompositionen aus mehreren einzelnen Leinwänden mit sich ergänzenden Motiven zusammen. Die Perspektiven auf einen erweiterten Bildraum beeinflussten auch die nachfolgenden Generationen. Monika Baer hinterfragt Sehgewohnheiten, indem sie ihre abstrakte Malerei mit subtilen Zeichen durchbricht. Victor Leguy oder Roman Ondak erweitern den Bildraum um eine gesellschaftliche Dimension, indem die Autorschaft mit Nicht-Künstler:innen geteilt wird. 

 

Die präsentierten Werke aus der Sammlung Moderne Kunst beziehen die Besucher:innen ein und machen den Museumsraum neu erfahrbar. Schwebezustände, Übergangs- und Schwellenmomente laden ein zu einer veränderten Art der Auseinandersetzung – mit sonst Verdrängtem oder Übersehenem. 

 

Gezeigt werden Arbeiten u. a. von Nevin Aladağ, Carl Andre, Ida Applebroog, Monika Baer, Dirk Bell, Joseph Beuys, Martin Boyce, Alberto Burri, Dan Flavin, Lucio Fontana, Wade Guyton, Klára Hosnedlová, Donald Judd, Imi Knoebel, Victor Leguy, Mary Miss, Roman Ondak, Fred Sandback, Sean Scully, Augustas Serapinas, Richard Serra. 

 

Kuratiert von Verena Hein und Bernhart Schwenk, mit Eva Schuster. 

Diese Ausstellung endet in
297
Tage
11
Std
30
Min
26
Sek
Termine
Start03.07.2026
Ende15.08.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Pinakothek der Moderne
Pinakothek der ModerneBarer Straße 40, 80333 München

Die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne knüpft genau dort an, wo die Sammlungspräsentation der Neuen Pinakothek endet, nämlich bei der Kunst nach etwa dem Jahr 1900. Sie zählt mit ihren insgesamt über 20.000 Werke umfassenden Beständen zu den international führenden Institutionen für Malerei, Plastik, Fotografie und Neue Medien. Ihr Sammlungsspektrum reicht von den wichtigsten Avantgardebewegungen des frühen 20. Jahrhunderts bis in die unmittelbare Gegenwart. In dialogischen Vergleichen und individuellen Künstlerräumen werden formale und inhaltliche Fragestellungen der Moderne aufgezeigt. Sie spiegeln die veränderten Bedingungen einer durch Technologieoptimismus, Fortschrittskult und zugleich Krisenbewusstsein geprägten Zeit. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die historischen Bedingtheiten des 20. und 21. Jahrhunderts in der Sammlungspräsentation sichtbar und beispielsweise die Einwirkungen von Krieg und Diktatur auf die Kunst vermittelt werden. Der kubistischen und futuristischen Neudefinition einer autonomen Kunst steht in der reichen Sammlung des Expressionismus die Frage nach den veränderten Bedingungen des Menschen in der Moderne gegenüber. Die Künstler der Brücke und des Blauen Reiter sowie Max Beckmann, der mit einer einzigartigen Werkdichte vertreten ist, vermitteln dies auf eindrucksvolle Weise, wie auch die moderne Fotografie, die durch August Sander, Albert Renger-Patzsch und Florence Henri repräsentiert wird. Die Bildfantasie und der formale Erfindungsreichtum von Pablo Picasso kommen in umfänglichen Werkgruppen ebenso zum Tragen wie die surrealistische Verrätselung der Welt bei Max Ernst, René Magritte und Salvador Dalí. Wichtige Themen seit 1960, etwa die formale und inhaltliche Erweiterung des Kunstbegriffs, die Nobilitierung des Alltäglichen und die damit einhergehende Diskussion über die Gleichrangigkeit von Trivial- und Hochkultur stehen im Zentrum umfangreicher Werkblöcke von Joseph Beuys, Andy Warhol, Dan Flavin, Donald Judd, Georg Baselitz, Jeff Wall, Rosemarie Trockel und Anselm Kiefer. Die jüngsten Entwicklungen, die das traditionelle Gattungsverständnis erweitern, kommen besonders in Rauminstallation, Performance und Medienkunst zum Ausdruck (Pipilotti Rist, Wolfgang Tillmans).