Das Herzog Anton Ulrich-Museum (HAUM) widmet dem international renommierten Künstler Lothar Osterburg (*1961 in Braunschweig) ab dem 24. April 2026 seine erste umfassende Überblicksausstellung in Europa. Ausgehend von historischen Kunst- und Wunderkammern sowie den Galerieräumen des HAUM entwickelt Osterburg multimediale Bildwelten zwischen Traum, Erinnerung und Fantasie, die sich an Besucher:innen aller Altersgruppen richten.
Seine Arbeiten verbinden Druckgraphik – insbesondere die seltene Heliogravüre –, Fotografie, Skulptur, Modellbau und Video. Zu sehen sind Schlüsselzyklen wie »Piranesi«, »Babel«, »Alternative New York« und »Waterline«, ergänzt um Videoarbeiten mit für diese Ausstellung komponierter Musik von Elizabeth Brown.
Die Ausstellung verbindet monumentale Bildwelten mit intimen Kabinetten, inspiriert von historischen Interieurs. Es finden sich aber auch miniaturhafte Inszenierungen von Osterburgs eigenen Ateliers – etwa die ungeheizte Dachkammer im östlichen Ringgebiet Braunschweigs. Die bühnenartigen Szenerien verbinden die Ästhetik des »Guckkastens« mit der akribischen Bestandsaufnahme eines Dioramas. Die berührende und humorvolle Verwandlung alltäglicher Materialien in Kunstobjekte werden nachvollziehbar und verweisen immer wieder auf Künstler:innen, Räume und Werke innerhalb des Herzog Anton Ulrich-Museums.
Osterburg lebt seit 1987 in den USA und lehrte über 25 Jahre am Bard College. Seine Werke befinden sich in internationalen Sammlungen wie dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem British Museum in London und der Library of Congress in Washington.

