Was passiert, wenn eine Kirche selbst zu klingen beginnt? In ihrer neuen Sound-Installation »Chorus« verwandelt die Künstlerin die Nikolaikirche in einen begehbaren Klangkörper.
Die Sound-Installation von Annika Kahrs folgt einer räumlichen und zeitlichen Choreografie. Zur vollen Stunde beginnt sie im Freien und führt über sieben Stationen allmählich ins Innere der Kirche, vom Glockenspiel über den Eingangsbereich, die Orgel und den Chorraum bis ins Mittelschiff – ein Klangkörper, durch den du dich bewegen kannst.
In der Musik hat das Wort Chorus verschiedene Bedeutungen. Das Prinzip eines Chorus findet sich in der Arbeit der Künstlerin auf unterschiedlichen Ebenen wieder. Einzelne Stimmen und Klänge stehen dabei für sich und treten zugleich miteinander in Beziehung. Wie bei einem Chor stehen die Klänge dabei nicht nur für sich allein. Sie sind auch nebeneinander, übereinander und miteinander zu hören.
Die Sounds und Kompositionen der Installation greifen geschichtliche und gesellschaftliche Bezüge der Nikolaikirche auf. Mit Sounds, die Annika Kahrs in Berliner Bezirken aufgenommen hat, trägt sie wiederum heutige Klänge in den Kirchenraum. Dort bilden ihre Field Recordings einen losen Chor der Stadt. Die Kirche wird zum Resonanzraum für Berlin.