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München

Das »Schlaraffenland« von Pieter Bruegel d. Ä. und seine Erwerbsgeschichte – Ein Beispiel jüdischen Mäzenatentums zu Beginn des 20. Jahrhunderts | All Eyes On

ALL EYES ON setzt inmitten der Galerie ein Werk oder eine Werkgruppe, eine bedeutende Künstlerpersönlichkeit oder künstlerische Position, Gastauftritte einzelner Leihgaben, wichtige Restaurierungen oder Neuerwerbungen in Szene. Die künstlerischen wie technischen Qualitäten der Gemälde, Inhalt und Bedeutung, ihre Entstehungs- und Wirkungsgeschichte sowie ihre Schöpfer werden im Kontext der Sammlung beleuchtet. Auf diese Weise eröffnen sich neue, aktuelle Perspektiven und vielfältige Einblicke in die Forschungsarbeit an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

 

Schon zu ihrer Entstehungszeit waren Werke von Pieter Bruegel d. Ä. hoch begehrt. Zu den wichtigsten Sammlern zählte Kaiser Rudolf II. in Prag, der auch das »Schlaraffenland« besaß. Heute gehört es zu den Hauptwerken der Alten Pinakothek. Aber wie gelangte es nach München? Die Präsentation zeichnet den Weg des Gemäldes aus der Sammlung von Richard von Kaufmann über die Versteigerung 1917 bei Paul Cassirer und Hugo Helbing in die Alte Pinakothek nach. Mehrere der Personen, die den Erwerb des »Schlaraffenlandes« für die Alte Pinakothek ermöglichten, wurden während der Zeit des Nationalsozialismus als jüdisch verfolgt, ausgegrenzt und ermordet. Sie stehen stellvertretend für die zahlreichen Mäzene der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die wesentlich zum Ausbau der bayerischen Kunstsammlungen beitrugen. An ihr Engagement erinnert diese Präsentation.

Diese Ausstellung endet in
101
Tage
11
Std
27
Min
26
Sek
Termine
Start29.09.2026
Ende31.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–20:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Alte Pinakothek
Alte PinakothekBarer Straße 27, 80333 München

Die Alte Pinakothek zählt zu den bedeutendsten Gemäldegalerien Europas. Sie präsentiert die herausragenden Werke einer der weltweit größten Sammlungen europäischer Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert. Unter den über 700 ausgestellten Gemälden befinden sich zahlreiche Hauptwerke von Dürer und Rubens sowie prominente Schlüsselwerke etwa von Rogier van der Weyden und Memling, Raffael und Tizian, Altdorfer und Cranach, Jan Brueghel d. Ä. und van Dyck, Rembrandt und Frans Hals, Poussin und Murillo. Der Reichtum und viele Höhepunkte der 1836 eröffneten Galerie verdanken sich den Kunstsammlungen der Fürsten des Hauses Wittelsbach. Der Gemäldeschatz der bayerischen Herzöge und Kurfürsten wurde im 16. Jahrhundert begründet und konnte in den folgenden Jahrhunderten wesentlich ausgebaut werden. Nach dem Erlöschen verschiedener Familienzweige der Wittelsbacher gelangten um 1800 die Galeriebestände der Residenzen in Düsseldorf, Mannheim und Zweibrücken nach München. So entstand eine umfassende Sammlung, die während des frühen 19. Jahrhunderts im Zuge der Säkularisation und durch die bedeutenden Erwerbungen Ludwigs I. von Bayern nochmals erheblich an Größe und Bedeutung gewann. Die Alte Pinakothek liegt im Zentrum des sogenannten Münchener Kunstareals und ist Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.