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Potsdam

Die Keramikwerkstatt von Wilfriede Maaß

Die Ausstellung im Kabinettraum des MINSK zeichnet die Geschichte der Werkstatt von Wilfriede Maaß in Ost-Berlin nach. In den 1980er-Jahren war die in der Schönfließer Straße gelegene Keramikwerkstatt, die nach der Wende auch zur Galerie wurde, ein wichtiger Freiraum für nicht konforme Kunst in der DDR. Zu sehen sind von Wilfriede Maaß geformte und von verschiedenen Künstler:innen bemalte Services, Teller, Vasen und experimentelle Keramikskulpturen. Diese Objekte aus der Sammlung von Wilfriede Maaß treten in einen Dialog mit Gemälden der 1980er- und 1990er-Jahren aus der Sammlung Hasso Plattner sowie mit Leihgaben von wichtigen Akteur:innen aus dem Umfeld der Werkstatt. Der Film Ein Zeichen sind wir, deutungslos, und haben fast die Sprache in der Fremde verloren (1984) von Gino Hahnemann, der teils in der Keramikwerkstatt gedreht wurde und unter Beteiligung von Wilfriede Maaß entstand, rundet die Ausstellung ab.

 

 

Die Keramikwerkstatt als Ort des künstlerischen Austauschs

 

1980 übernahm Wilfriede Maaß (*1951, Kaltnordheim) die Werkstatt im Prenzlauer Berg von ihrer Schwester. Unter der Leitung von Maaß wurde die Werkstatt zu einem Ort der künstlerischen Produktion und des sozialen Miteinanders. Künstler:innen verschiedener Generationen trafen sich dort, um sich auszutauschen und etwas Geld mit dem Bemalen von Keramiken zu verdienen. Die Wärme des Brennofens und die Möglichkeit, ein Telefon mit Anschluss in den Westen zu nutzen, machte die Räume zu einem beliebten Treffpunkt.

 

 

Prägende Persönlichkeiten der Keramikwerkstatt

 

In den Anfangsjahren war das Umfeld der Keramikwerkstatt von Absolvent:innen der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden wie Ralf Kerbach, Cornelia Schleime, Helge Leiberg und Christine Schlegel geprägt. Nach deren sukzessiver Ausreise in den Westen zwischen 1982 und 1986 suchte Maaß die Zusammenarbeit mit einer neuen Generation von Künstler:innen, die vorwiegend in Berlin lebten, darunter Sabine Herrmann, Klaus Killisch und Susanne Rast. Wenige Ausnahmen wie Karla Woisnitza und Angela Hampel, die in der DDR blieben, schlugen die Brücke zwischen den Generationen.

 

Nach der Wende entwickelte Wilfriede Maaß zusammen mit Sabine Herrmann, Klaus Killisch und Petra Schramm die Werkstatt in eine Produzent:innengalerie. Beginnend ab 1990 wurden immer mehr Künstler:innen zu Ausstellungsteilnahmen eingeladen, sodass der Kreis um die Werkstatt stetig um weitere Persönlichkeiten wuchs. Steigende Ambitionen und bürokratische Einschränkungen führten 1995 dazu, dass die Galerie in neue Räume in der Berliner Gipsstraße umzog. Hier wurden zahlreiche außergewöhnliche Ausstellungen realisiert, darunter die berühmte von Mikael Eriksson gestaltete Sake-Bar. 1998 beendete Wilfriede Maaß ihre Tätigkeit in der Galerie und zog mit ihrer Werkstatt nach Schlemmin in Mecklenburg-Vorpommern. Heute lebt und arbeitet sie weiterhin auf dem Land.

 

 

Die Werke in der Ausstellung

 

Gezeigt werden Keramikobjekte von Sascha Anderson, Romen Banerjee, Mikael Eriksson, Angela Hampel, Sabine Herrmann, Uta Hünniger, MK Kaehne, Ralf Kerbach, Klaus Killisch, Helge Leiberg, Walter Libuda, Werner Liebmann, Wilfriede Maaß, Carsten Nicolai, Susanne Rast, Neo Rauch, Reinhard Sandner, Wolfram Adalbert Scheffler, Hans Scheib, Christine Schlegel, Cornelia Schleime, Petra Schramm, Christopher Simpson, Holger Stark, Gabriele Stötzer, Jan Svenungsson, Karla Woisnitza und Tanja Zimmermann. Aus der Sammlung Hasso Plattner sind Malereien von Sabine Herrmann, Ralf Kerbach, Werner Liebmann und Cornelia Schleime zu sehen neben Leihgaben von Klaus Killisch und Karla Woisnitza.

Die Ausstellung wird von Daniel Milnes kuratiert.
Mit besonderem Dank an Wilfriede Maaß, Sabine Herrmann und Klaus Killisch

Diese Ausstellung endet in
137
Tage
14
Std
25
Min
49
Sek
Termine
Start05.09.2026
Ende07.02.2027
Öffnungszeiten
Montag10:00–19:00
Dienstaggeschlossen
Mittwoch10:00–19:00
Donnerstag10:00–19:00
Freitag10:00–19:00
Samstag10:00–19:00
Sonntag10:00–19:00
Veranstaltungsort
Das Minsk
Das MinskMax-Planck-Straße 17, 14473 Potsdam

Das ehemalige Terrassenrestaurant »Minsk«, erbaut in den 1970er Jahren im modernistischen Stil der DDR, wird wieder zu einem Ort für Begegnungen – zwischen moderner und zeitgenössischer Kunst und zwischen Menschen. Hier werden Kunstwerke aus der ehemaligen DDR, die Teil der Sammlung Hasso Plattner sind, in neuen Kontexten gezeigt. »Das Gebäude ist für viele Potsdamer:innen mit glücklichen Erinnerungen verbunden. Die Architektur aus der DDR-Zeit ist ein Teil der Geschichte Potsdams, und ich wollte den Potsdamer:innen diesen Ort zurückgeben.« — Hasso Plattner Ein Schwerpunkt der Sammlung Hasso Plattner liegt auf Kunst aus der ehemaligen DDR: DAS MINSK Kunsthaus in Potsdam betreut die Werke aus der Sammlung, die nach 1945 entstanden sind. Der umfangreiche, über Jahre aufgebaute Bestand an bedeutenden Werken namhafter Künstler:innen aus der ehemaligen DDR, wie Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig und Ruth Wolf-Rehfeldt, bildet den Ausgangspunkt für das Programm des Hauses. Werke aus dieser Zeit werden im MINSK mit zeitgenössischer Kunst in Dialog gebracht. »Im neuen Ausstellungshaus finden die Arbeiten der Sammlung aus der Zeit nach 1945 ein Zuhause. Kunst aus der ehemaligen DDR ist bis heute in den Museen kaum vertreten und erfährt nicht die Wertschätzung, die sie verdient. Das wollen wir ändern, die Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich machen und zeigen, wie vielfältig und bedeutend die Kunst dieser Zeit ist.« — Hasso Plattner