Ab Sommer 2026 wird das Gebäude der Kunsthalle Düsseldorf am Grabbeplatz umfassend saniert. Für drei Jahre bleibt der vertraute Ort geschlossen – aber unser Programm macht keine Pause. Ganz im Gegenteil: Die Kunsthalle geht raus in die Stadt!
Diese Übergangszeit ist keine Unterbrechung, sondern eine Chance für Aufbruch und Öffnung. Gemeinsam mit Künstler:innen, Kooperationspartner:innen und Besucher:innen besuchen wir in den kommenden Jahren Düsseldorfs 50 Stadtteile und sind dort mit unserem Programm zu Gast.
Seit ihrer Eröffnung 1967 ist die Kunsthalle Düsseldorf eng mit der Stadt, ihren Bewohner*innen und vor allem auch ihren Künstler*innen verbunden. Sie war immer mehr als nur ein Ausstellungsort – sie war Bühne, Begegnungsraum, Ort für Experimente und Plattform für internationale und lokale zeitgenössische Kunst. Diese gewachsene Beziehung wollen wir nicht nur bewahren, sondern in der Interimszeit aktiv weiterentwickeln und stärken.
Wir nutzen diese Phase auch, um uns grundlegend mit den Herausforderungen an Kulturinstitutionen im 21. Jahrhundert auseinanderzusetzen. Weltweit fragen sich Institutionen, wie sie ein Ort sein können, der relevant für alle ist und auch wir stellen uns dieser Aufgabe.
Architektonisch bedeutet das: barrierefreie Zugänglichkeit und energetische Nachhaltigkeit durch die Sanierung.
Inhaltlich heißt das: ein dezentrales Programm, das sich mitten in die Stadtgesellschaft begibt.
Und strukturell: das Erproben neuer Formen des Arbeitens und Zusammenwirkens – offen, inklusiv, zukunftsorientiert.
Wir verlassen unser festes Haus, um beweglich zu werden. Temporär bespielen wir unterschiedlichste Räume: Parks, (Kultur-)Institutionen, öffentliche Plätze oder leerstehende Räume. Von spontanen Veranstaltungen bis zu mehrwöchigen Projekten – jede Station wird anders aussehen, getragen von Begegnung, Beteiligung und Austausch.
Unser Programm bleibt so vielfältig wie bisher – nur mitten im Alltag der Stadt. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Performances, Diskussionsrunden und Bildungsangebote holen wir direkt in die Stadtviertel. Dabei arbeiten wir eng mit Künstler:innen, lokalen Initiativen und Bewohner:innen zusammen. Wir möchten zuhören, mitgestalten, gemeinsam Ideen entwickeln und umsetzen. So entsteht eine temporäre, dezentrale Kunsthalle, die neue Zugänge zu zeitgenössischer Kunst ermöglicht und neue Formen kultureller Teilhabe fördert.
Die Kunsthalle wird zum mobilen Labor für zeitgenössische Kunst und gesellschaftliche Fragen. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Fragmentierung setzen wir auf Begegnung und Austausch. Als öffentliche Institution ist es unsere Aufgabe in den Dialog zu treten und Räume für gemeinsames Erleben zu schaffen
Angelehnt an das Konzept der Urbanen Praxis, binden wir Bewohner:innen als zentrale Akteur:innen von gesellschaftlicher Transformation ein. In diesem partizipativen und interdisziplinären Ansatz zur Gestaltung von Stadträumen, agieren Kunst, Architektur, Stadtplanung und Zivilgesellschaft gemeinsam. Die Urbane Praxis versteht Stadtentwicklung als offenen, experimentellen und kollaborativen Prozess, der soziale, kulturelle und räumliche Teilhabe stärkt und neue Formen des Zusammenlebens erprobt. Die dezentrale Kunsthalle versteht sich dabei als Modell für eine zukunftsfähige Institution, die sich öffnet, zuhört und gemeinsam mit der Stadtgesellschaft neue Perspektiven entwickelt.
Wir werden zum Experimentierraum für Fragen, die uns alle betreffen:
Wie wollen wir künftig zusammen leben in der Stadt?
Was macht eine Stadt lebenswert?
Welche Rolle spielt Kultur in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche?
Und wie kann eine Kunsthalle der Zukunft aussehen?
Wir wollen unterschiedliche Communities der Stadt kennenlernen und vernetzen. Lokale Künstler*innen stärken. Andere Stimmen in den Fokus rücken. Internationale Gäste einladen, die neue Perspektiven einbringen. Die Stadt aus einem anderen Blickwinkel neu kennenlernen. Gemeinsam Räume schaffen, in denen sich Menschen begegnen, Neues entdecken und Stadt aktiv mitgestalten.
Die Kunsthalle erfindet sich neu und bleibt dabei, was sie ist: ein Ort für das Gegenwärtige – für Experimente, für drängende Fragen, für Kunst, die berührt und herausfordert.
Die Kunsthalle ist unterwegs. Die Türen sind offen. Willkommen zum Opening!

