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Koblenz

Die Schrecken des Krieges. Francisco de Goya (1746–1828)

Francisco José de Goya y Lucientes (1746 Fuendetodos, Aragón, Spanien – 1828 Bordeaux) war nicht nur der bedeutendste spanische, sondern überhaupt der vielleicht bedeutendste europäische Künstler seiner Zeit. Auf der einen Seite wurzelt er noch im alten, absolutistisch geprägten Spanien und war ein Vertreter der Hofkunst, der er neue Impulse verlieh. Auf der anderen Seite war er Zeitzeuge der grundlegenden Umbrüche durch die Französische Revolution und die napoleonischen Kriege, die gerade Spanien schwer heimsuchten.

 

Goya erschloss sich völlig neue Themen und Zugangsweisen sowie künstlerische Ausdruckformen, die in seiner Zeit einzigartig waren. Aus diesem Grunde hat man in ihm oft auch einen Vorläufer der Moderne gesehen.

 

Einen ganz neuen Zugang zum Thema Krieg und dessen Begleiterscheinungen entwickelte Goya in der Serie Los desastres de la guerra oder auf Deutsch: Die Schrecken des Krieges. Es handelt sich um eine Serie von 82 Aquatinta-Radierungen, die in den Jahren 1810 bis 1814 entstand. Unter dem Eindruck des eigenen Erlebens schildern sie die Gräueltaten der französischen Besatzer im Kampf mit der aufständischen spanischen Bevölkerung.

 

Keine Verklärung und Heroisierung, wie es lange üblich war, zeigte Goya, sondern die Schreckenstaten auf beiden Seiten, Vergewaltigungen, Hinrichtungen, Leichenberge, Verstümmelte. Goya brach damit einer neuen Wahrnehmung die Bahn, die sich in Deutschland erst im 20. Jahrhundert in den Werken von Otto Dix zum Ersten Weltkrieg zeigen sollte.

 

Zu Goyas Lebzeiten wurde diese Serie nicht veröffentlicht. Erst lange nach seinem Tode erschien 1863 die erste Auflage.

 

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Museum Zitadelle Jülich.

Termine
Start30.05.2026
Ende11.10.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Mittelrhein-Museum
Mittelrhein-MuseumZentralplatz 1, 56068 Koblenz

Das Mittelrhein-Museum in Koblenz ist eine der ältesten öffentlichen Sammlungen in Deutschland, die ganz aus bürgerlichem Engagement entstanden sind. Am Anfang stand das Vermächtnis des Koblenzer Pastors Joseph Gregor Lang (1755–1834), der über Jahrzehnte in der Stadt gewirkt hatte. Neben seinen Verpflichtungen als Seelsorger arbeitete er auch als Lehrer und wurde bald in die staatlichen Gremien zur Reform des Schulunterrichts einbezogen. Jenseits seiner öffentlichen Verpflichtungen erwarb er sich eine universale Bildung und betätigte sich erfolgreich als Schriftsteller. Der sichtbare Ausdruck seiner weitreichenden Interessen war der Eifer, mit dem er seine Bibliothek und Gemäldesammlung zusammentrug. Joseph Gregor Lang gehörte zu einer Priestergeneration, die einen von der Aufklärung inspirierten Katholizismus vertrat. Als Joseph Gregor Lang am 30. Juni 1834 starb, hinterließ er der Stadt Koblenz seine Sammlungen, darunter 197 Gemälde, 70 Graphiken, 1070 Bücher sowie Münzen, Silber und Porzellan. Bedingung war, dass die Sammlung öffentlich zugänglich gemacht werden sollte. Nachdem der Stadtrat das Vermächtnis angenommen hatte, öffnete das neue Museum im Jahr 1835 seine Pforten. Heute vereint das Mittelrhein-Museum über 2.000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte. Der Gesamtbestand setzt sich zusammen aus ca. 1.200 Gemälden, über 8.000 Grafiken (darunter zahlreiche Handzeichnungen und Aquarelle), ca. 250 künstlerischen Fotografien, 230 Skulpturen und ca. 1.000 grafischen Objekten zum Thema »Reisen« und »Mittelrhein«. Hinzu kommen ca. 700 Objekte aus Stein, Holz und Metall, über 500 historische Münzen und Medaillen sowie 345 Keramiken. Weiterhin ist auf den ausnehmend umfangreichen Bestand kulturhistorischer und volkskundlicher Objekte zu verweisen, der unterschiedlichste Materialgruppen umfasst: Glasmalerei, Porzellan, Möbel, Kleinkunst, Textilien, Maße und Gewichte, Militaria, Eisenguss, Leuchter und Lampen, Gusseiserne Öfen, Blechwaren, Messing- und Zinnobjekte, Metallikonen sowie Uhren. Der Schwerpunkt der großzügig dimensionierten, rund 1900 m² umfassenden Dauerausstellung liegt im neuen Mittelrhein-Museum auf der Gemäldesammlung sowie den skulpturalen und kunstgewerblichen Beständen. In chronologischer Abfolge spannt sich der Bogen der Epochensäle von der mittelalterlichen Skulptur über die Malerei des Mittelalters, des Barock, des Klassizismus und der Romantik über die Vertreter der Düsseldorfer Schule bis hin zur Klassischen Moderne und Positionen zeitgenössischer Kunst, wobei insbesondere die Werkkomplexe von K. O. Götz, Rissa und Heijo Hangen hervorzuheben sind. Parallel zu diesen Kunstsälen haben die Besucher die Gelegenheit, sich auf dem inneren Parcours über regionale kunst- und kulturhistorische Aspekte zu informieren. 400 Gemälde, 50 Skulpturen, 60 Graphiken und diverse kunstgewerbliche Objekte warten auf die Besucher.

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Weiterführende Literatur