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Köln

Drachen – Mythos und Wirklichkeit

Drachen beflügeln die Fantasie des Menschen seit Jahrtausenden. Die faszinierenden Fabelwesen gehören zum festen Repertoire großer Geschichten – von antiken Mythen bis zu Serienhighlights unserer Gegenwart. Die Sonderausstellung »Drachen – Mythos und Wirklichkeit« in der Sonderausstellungshalle des Museum Schnütgen zeigt herausragende europäische und ostasiatische Kunstwerke von der Antike bis zur Gegenwart, naturwissenschaftliche Exponate wie seltene Dokumente der Wissenschaftsgeschichte, jahrmillionenalte Fossilien und Tierpräparate.

 

Drachen werden je nach kulturellem Kontext ganz unterschiedliche Eigenschaften zugeschrieben: In den europäischen Kulturen erscheinen sie als bedrohliche Wesen, welche die Charakteristiken von Schlangen und Raubtieren kombinieren. In China, Korea und Japan ist der Drache hingegen mehrheitlich positiv konnotiert und hält als kosmische Kraft die Natur im Gleichgewicht.

 

Während in Ostasien der Drache den Herrscher, aber auch Stärke symbolisiert und Regen bringt, begegnet uns der Drache in der Antike als Gegenspieler in den Heldentaten des Herkules. Das Schreckensbild des feuerspeienden Untiers bildet sich in Europa jedoch erst in der Kunst des Mittelalters heraus. Hier wird der Drache zum Symbol des Bösen, das durch das Gute überwunden wird – wie es sich exemplarisch in der Ikonografie des Drachentöters wiederfindet. Noch bis in die Neuzeit wurden Drachen als real existierende Tiere angesehen, erst mit dem Aufkommen der modernen Naturwissenschaft wandelte sich dieses Bild: Drachen wurden aus der Systematik der Zoologie ausgeschlossen und zu Fabelwesen erklärt. Dennoch erscheinen sie heute durch die aktuelle Fantasy-Kultur, wie z. B. die Romane von J. R. R. Tolkien oder die zahlreichen anderen Bücher, Filme, Comics und Spiele lebendiger als je zuvor.

 

Die Sonderausstellung ist das Ergebnis einer Kooperation des Hessischen Landesmuseum Darmstadt mit dem Museum Schnütgen und dem Museum für Ostasiatische Kunst, Köln.

 

Die erste Station der Ausstellung findet im Hessischen Landesmuseum Darmstadt statt: 02.10.2026–17.01.2027

Diese Ausstellung beginnt in
147
Tage
13
Std
7
Min
37
Sek
Termine
Start03.03.2027
Ende06.06.2027
Öffnungszeiten
Montag geschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Museum SchnütgenCäcilienstraße 29–33, 50667 Köln

Das 1913 eröffnete Museum für ostasiatische Kunst war ein Bekenntnis zu einem aufgeklärten Dialog mit der Welt. Das Haus sollte einen neuen, unverstellten Blick auf die Kunst Ostasiens ermöglichen und einer im Aufbruch begriffenen westlichen Gesellschaft moderne Anregungen und Denkanstöße liefern. Vor dem Hintergrund der chauvinistischen Kolonialpolitik, die das deutsche Kaiserreich unter Wilhelm II in China verfolgte, dokumentierte die Museumsgründung 1909 eine markante Abkehr von deutschem Überlegenheitswahn. Durch die verheerenden Folgen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs wurde das Vermächtnis der Museumsgründer jedoch jäh zunichte gemacht. Erst mit der Eröffnung des Museumsneubaus am Aachener Weiher im Jahr 1977 gelang nach der Kriegszerstörung wieder ein Neuanfang. Seither ist das Museum für Ostasiatische Kunst der ursprünglichen Idee seiner Gründer verpflichtet. Rassismus und kolonialistisches Denken artikulieren sich in jeder Epoche anders und neu. Sprach Kaiser Wilhelm II von China als der »gelben Gefahr«, wurde in der Zeit des Nationalsozialismus die massenhafte Vernichtung der Juden betrieben. Auch heute, im Zuge der Flüchtlingskrise, werden rassistische Stimmen laut. Dies zeigt deutlich, dass die ursprüngliche Mission des Museums für Ostasiatische Kunst ewig aktuell bleibt: Mit seinen Ausstellungen lädt das Haus zur Wertschätzung von Kunst und Kultur des Fernen Ostens im Sinne der Weltkunst ein; jede Form von Rassismus hat darin keinen Platz. Nach wie vor stellt die von Adolf Fischer (1856–1914) und seiner Frau Frieda (1874–1945) zusammengetragene Sammlung den Kernbestand des Hauses dar. Ihre Kollektion buddhistischer Malerei und Skulptur, japanischer Stellschirmmalerei, Farbholzschnitte, koreanischer Keramik und Lackkunst gilt als eine der bedeutendsten innerhalb Europas. Weitere wichtige Schwerpunkte bilden die seit den 1970er Jahren hinzugekommenen chinesischen Sakralbronzen der Sammlung Hans-Jürgen von Lochow, die Frühkeramik der Sammlung Hans Wilhelm Siegel, die chinesische und japanische Kalligraphie der Sammlung Heinz Götze, außerdem die Dauerleihgaben der Peter und Irene Ludwig Stiftung.

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