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Bad Homburg

Eine Sammlung kehrt zurück – Objekte der App Gotisches Haus

Anlässlich der Ausstellung »100 Jahre Sammeln« im Jahr 2016 wählten große und kleine Besucherinnen und Besucher des Museums Gotisches Haus ihre persönlichen Lieblingsstücke aus der Sammlung aus. Diese Auswahl wurde in einer Applikation zusammengeführt und im Schaudepot des Horex Museums präsentiert. Die Präsentation eröffnete neue Perspektiven auf bekannte wie auch weniger bekannte Objekte und machte die Vielfalt der Bestände auf anschauliche Weise erfahrbar.

 

Seitdem hat sich vieles verändert: Die Nutzung des Horex Museums während der Sanierung des Gotischen Hauses endete mit deren Abschluss. Die Sammlung ist inzwischen an ihren ursprünglichen Ort zurückgekehrt. Zugleich wurde das Gotische Haus technisch und konservatorisch auf den neuesten Stand gebracht, und auch die Vermittlungsangebote wurden weiterentwickelt. In diesem Zuge wurde die App umfassend überarbeitet. Sie steht nun wieder zur Verfügung und lädt dazu ein, die Sammlung auf neue Weise zu entdecken.

 

Die Ausstellung »Eine Sammlung kehrt zurück – Objekte der App Gotisches Haus« nimmt diese Wiederverfügbarkeit zum Anlass, die in der App präsentierten Lieblingsstücke erneut im Gotischen Haus zu zeigen. Damit kehren ausgewählte Objekte, die zum Teil lange nicht mehr physisch ausgestellt werden konnten, in die Ausstellungsräume zurück und treten in einen spannenden Dialog mit ihrer digitalen Vermittlung. Besucherinnen und Besucher haben so die Möglichkeit, die Objekte unmittelbar zu erleben und gleichzeitig ihre Geschichten über die App zu vertiefen – sei es durch Texte, Hörbeiträge oder ergänzende Hintergrundinformationen.

 

Die Sammlung des Museums Gotisches Haus blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Seit 1916 wurden in Bad Homburg gezielt Objekte zusammengetragen, die die Stadt- und Regionalgeschichte dokumentieren. Ausgangspunkt war eine Schenkung, aus der sich im Laufe der Jahrzehnte ein Bestand von rund 40.000 Objekten entwickelte. Heute umfasst die Sammlung Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Möbel, Kleidungsstücke sowie vielfältige Alltagsgegenstände. Gemeinsam erzählen sie von gesellschaftlichen Entwicklungen, von Kultur und Freizeit, von Handwerk und Lebenswelten in Bad Homburg und darüber hinaus.

 

Nicht alle diese Objekte können dauerhaft ausgestellt werden. Konservatorische Anforderungen – etwa der Schutz empfindlicher Materialien wie Papier oder Textilien vor Licht und Klimaschwankungen – machen es notwendig, viele Stücke nur zeitweise zu präsentieren. Die App des Gotischen Hauses bietet hier eine wichtige Ergänzung: Sie macht auch jene Objekte zugänglich, die sich aktuell im Depot befinden, und eröffnet damit einen erweiterten Blick auf die Sammlung.

 

Entdecken Sie die ausgewählten Objekte im Raum – und tauchen Sie über die App noch tiefer in ihre Geschichten ein. Ob vor Ort oder von zu Hause aus: Die Sammlung des Gotischen Hauses kehrt zurück und lädt dazu ein, immer wieder neu entdeckt zu werden.

Diese Ausstellung endet in
103
Tage
2
Std
40
Min
10
Sek
Termine
Start03.06.2026
Ende31.12.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag14:00–17:00
Mittwoch14:00–17:00
Donnerstag14:00–17:00
Freitag14:00–17:00
Samstag14:00–17:00
Sonntag12:00–17:00
Veranstaltungsort
Museum Gotisches Haus
Museum Gotisches HausGotische Allee 1, 61350 Bad Homburg

Das Gotische Haus ist ein 1823 im Auftrag der Landgräfin Elizabeth für ihren Mann, Landgraf Friedrich VI. Joseph, errichtetes Jagdschlösschen am Großen Tannenwald. Es hat, nach dem Tod des Landgrafen im Jahr 1829, seine Funktion nie aufnehmen können und diente fortan den unterschiedlichsten Zwecken. Seine Architektur wurde mehrfach der sich ändernden Nutzung angepasst, bis es nach einem Brand im Inneren völlig zerstört wurde. Nach einer ersten Sanierung in den 1980er Jahren wurde es im Äußeren der ursprünglichen Form weitestgehend angeglichen. Im Inneren hatte das Feuer alles zerstört. Ein mehrgeschossiger Beton- und Mauerbau ersetzte die einstig eingeschossigen Räumlichkeiten, die in viele gesonderten Räume unterteilt wurden. 1985 zog hier das 1916 gegründete Städtische historische Museum ein. Im Mittelpunkt seiner Präsentationen standen die Sammlungen zur Stadt- und Landesgeschichte Hessen-Homburgs sowie die Exponate der Kultur- und Kunstgeschichte. Sonderbereiche waren ein Münzkabinett, die »Marienbader Stube« und das sogenannte »Hutmuseum«, alle nach 1945 entstanden. 2020 wurde das Städtische historische Museum im Gotischen Haus geschlossen und mit einer erneuten Sanierung begonnen. Es wurde mit einem zusätzlichen Treppenhaus ausgestattet, technisch auf den neuesten Stand gebracht und klimaneutral gemacht. Während der Sanierung blieben 40 000 Objekte der Sammlung vorübergehend im »Schaudepot im Horex Museum« Interessierten jederzeit zugänglich. Bis dahin wurden im 2012 eröffneten Horex Museum die industriegeschichtlichen Objekte unserer Sammlung, insbesondere zur Mobilitätsgeschichte, ausgestellt. Die Sanierung des Gotischen Hauses geht zu Ende. 2025 wird das Museum wiedereröffnet. Seine Fassade zeigt sich in der historischen Formensprache der Tudor-Gotik, einzigartig auf dem europäischen Festland, dessen »Gotische Häuser« in englischen Landschaftsgärten (s. Puschkin, Pulawy oder das Gartenreich Dessau-Wörlitz) die Architektur der deutschen Gotik, teils mit anderen Stilen kombiniert, zitieren. Damit entspricht die Fassadengestaltung unseres Gotischen Hauses und die Wegeführung wieder den ursprünglichen Plänen der Landgräfin Elizabeth. Sein Inneres bleibt ein funktionaler Bau dessen neueste Museumstechnik helfen wird, die kostbaren und oft sehr fragilen Objekte, ausgeführt in unterschiedlichsten Materialien, auch für künftige Generationen zu erhalten. Fortan werden alle Sammlungsbereiche in regelmäßig wechselnden Präsentationsformen im Gotischen Haus ausgestellt. Sonderausstellungen werden die einzelnen Sammlungsgebiete vertiefen. Die musealen Angebote werden durch ein Museumscafé ergänzt.

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