In dieser Ausstellung versammelt Linda Männel Eindrücke von zahlreichen Reisen – Bilder und Erinnerungen, die für einen Moment den Alltag bei Seite rücken lassen.
»Es liegt eine eigentümliche Absurdität darin: Im durch getakteten Alltag fehlt uns oft die Zeit, innezuhalten, die Natur wahrzunehmen oder die Schönheit des Kleinen zu sehen. Wir hetzen durch das Jahr, um uns in wenigen Wochen davon zu erholen. Und selbst dort, wohin wir unsere Sehnsucht richten, hinterlassen wir Spuren. Wir reisen an Orte, um Ruhe, Weite und Ursprünglichkeit zu finden – und tragen durch unsere bloße Anwesenheit dazu bei, dass genau das verschwindet.
Die Arbeiten erzählen von dieser Spannung: von der Sehnsucht nach dem Draußen, vom kurzen Innehalten und von der Frage, was wir mitnehmen – und was wir zurücklassen.«, so die Künstlerin.
Zu sehen sind Malerei und Zeichnung mit Tusche auf Leinwand. Schemenhaft setzen sich Ausschnitte des Himmels, des Meeres und der Pflanzenwelt zu Landschaften zusammen. In den Bildern zeigen sich Fantasie- und ganz reale Sehnsuchtsorte. Die Leinwände sind linienhaft mit eingefärbten Wollfäden durchzogen. Diese Form der Stickerei lässt ein dreidimensionales Bild entstehen, ein textiles Objekt. Bei manchen ihrer Objekte scheint die Farbe regelrecht aus der Leinwand herauszulaufen. In ihrer aktuellen Installation thematisiert Linda Männel die touristische Überflutung vieler Sehnsuchtsorte. In buntgestreiften Stoffzelten sind Bilder dieser Orte, wie in einem Kokon präsentiert. Im ersten Moment vor neugierigen Blicken geschützt, laden die Zelte dazu ein, sie dennoch zu betreten. Das Zögern und die getroffene Entscheidung, einen Blick zu erhaschen, lässt sich immer wieder aufs Neue erleben.
In dieser Ausstellung wird das breite Schaffen der Künstlerin Linda Männel erfahrbar.