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Cottbus

Falten! Sorbische Identitäten in der Repräsentation von Körper, Kleidung und Landschaft

Andreas Batke, Bianca Commichau-Lippisch, Thomas Goethe, kolektiw wakuum, Thomas Kläber, Paula Lauenstein, Jürgen Matschie, Evelyn Richter, Karoline Schneider, Hella Stoletzki, Ante Trstenjak, Fritz Unger, Günter Wendt, Elisabeth Wolf u.a.

 

Über kunsthistorische Werke des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre und der Verknüpfung mit zeitgenössischer Kunst widmet sich die Ausstellung des Wandels sorbischer und wendischer Identitäten / Identitätskonzepte und -vorstellungen sowie deren Sichtbarkeiten.

 

Ausgehend vom Verhältnis von Körper und Kleidung über Fragen nach den Bezugssystemen Natur, Landschaft, aber auch Stadt und Industrialisierung sowie den Verschiebungen von traditionellen Arbeitsfeldern und Handwerk zielt die Ausstellung auf die sich in der Kunst spiegelnden, aber auch imaginierten Repräsentationen jener Lebensbereiche im sorbischen Kulturraum ab.

 

Während die künstlerischen Darstellungen gegen Ende des 19. sowie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in weiten Teilen maßgeblich das Alltagsleben und Traditionsfeste auf dem Land zeigen, lässt sich ab den 1920er-Jahren ein langsam veränderter Blick auf die Repräsentation sorbisch/wendischen Lebens konstatieren. Die geradezu linear angelegten Entitätsvorstellungen, die einen Zusammenhang von Landschaft, Landleben und Landwirtschaft sowie den in diesen Kontexten agierenden menschlichen Figuren (meist in Tracht) in den Bildwelten zeigen, lösen sich immer häufiger subtil auf. Stattdessen halten Darstellungen hauchfeiner Brüche Einzug in das tradierte Verhältnis: Industrialisierungsspuren, insbesondere durch den beginnenden Tagebau verursacht, fließen in immer mehr Bilder ein. Jedoch nicht nur die sich wandelnde Landschaft, sondern auch die Veränderungen, die sich dadurch für alltagsdeterminierende Faktoren wie Arbeit und hierbei vor allem das traditionelle Handwerk und die Landwirtschaft ergeben, werden zu neuen Bildsujets.

 

Eine wichtige Rolle in jenen Gefügen – und damit auch in der Bilderrepräsentation – spielt die traditionelle Kleidung. Trachten für Frauen wie Männer, aber auch für Kinder zeichnen sich sowohl in der Alltags- als auch der Festtracht durch höchst differenzierte, in erster Linie innerhalb der Gemeinschaft lesbare Codierungen aus, die über Rollenverständnisse, aber auch soziale Ordnungen und Status Auskunft geben.

Diese Ausstellung beginnt in
66
Tage
10
Std
18
Min
1
Sek
Termine
Start28.11.2026
Ende28.02.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–19:00
Mittwoch11:00–19:00
Donnerstag11:00–19:00
Freitag11:00–19:00
Samstag11:00–19:00
Sonntag11:00–19:00
Veranstaltungsort
Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst
Brandenburgisches Landesmuseum für moderne KunstUferstraße/Am Amtsteich 15, 03046 Cottbus (Dieselkraftwerk)

Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) wurde im Juli 2017 gegründet. Es ist das einzige Landesmuseum für Kunst im Land Brandenburg. Das BLMK ist 2017 aus der Fusion des dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus und des Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder) hervorgegangen. Durch diesen Zusammenschluss wurden zwei eigenständige, komplementäre Museumssammlungen zur umfassendsten musealen Ressource von Kunst aus der DDR und nachfolgenden künstlerischen Traditionslinien verbunden. Das Kunstmuseum in Cottbus wurde 1977 als Galerie Kunstsammlung für den Bezirk Cottbu s gegründet. Seitdem erlebte es eine kontinuierliche Aufwertung, zunächst zu den Staatlichen Kunstsammlungen Cottbu s (1984), dann 1991, als das Museum als Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus in die Verantwortung des Landes Brandenburg überging. 2004 wurde die Institution Teil der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus. Mit dem Umzug in das Domizil im ehemaligen Dieselkraftwerk Cottbus vollzog sich der Namenswechsel zum dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus (2008). In den 1990er Jahren wurde der Bestand von Kunst aus der DDR, der sich aus Malerei, Grafik, Fotografie, Plakatkunst und Skulptur zusammensetzt, um Werke internationaler Gegenwartskunst namhafter Künstler:innen erweitert. Das Museum Junge Kunst in Frankfurt ( Oder) wurde 1965 als Galerie Junge Kunst des Bezirkes Frankfurt (Oder) gegründet und ab 1990 kommunal verwaltet. Sowohl im Sammlungsbestand als auch in den jährlichen Ausstellungsprogrammen haben sich seit den 1970er-Jahren die Bezüge zu Kunst aus Polen eingeschrieben. Konsequenterweise wurde 1991 ein Sammlungsbereich Polnische Druckgrafik nach 1945 begründet. Jenes Konvolut enthält einen Querschnitt durch das künstlerische Schaffen polnischer Künstler bis in die Gegenwart.