Mit Enya Burger und Teresa Linhard
Die beiden Absolventinnen der Kunstakademie Düsseldorf bewegen sich in ihren Werken auf unterschiedliche Weise zwischen Fakt und Fiktion, Mythologie und Wissenschaft. Ihre Kunst lässt uns Räume erkennen, die ein Dazwischen sind – und beide gehen dafür teils Jahrhunderte zurück. So untersucht Enya Burger mithilfe von wuchtigen, an ein Labor erinnernden Metallkonstruktionen sowohl das Wachsen des Schleimpilzes, als auch den Mythos seiner Entstehung im 16. Jahrhundert. Tatsächlich nutzt sie einen Schleimpilz als zentrales künstlerisches Medium. Dieser Organismus, der komplexe Netzwerke bildet, veranschaulicht das Zusammenspiel von natürlichen und digitalen Systemen sowie Konzepte wie Intelligenz und Anpassungsfähigkeit. Teresa Linhard schafft zarte textile Dokumentationen, die in Folge ihrer intensiven, fast archäologischen Studien von Textil und Druckgrafiken aus der ganzen Welt entstehen. Auf diesen untersucht sie kulturelle und politische Botschaften und arbeitet historische Ereignisse heraus. Aber auch über Generationen entstandene Vorstellungen und Anpassungen tauchen in den Stickereien auf, die nachträglich unser Bild von »fremden« Ländern beeinflusst haben.
Kuratorin: Jessica Aydin.

