Das Jahr 2025 steht im Museum Reinhard Ernst ganz im Zeichen von Helen Frankenthaler. Für die Ausstellung Frankenthaler moves sind drei zeitgenössische Künstler:innen eingeladen, den Dialog mit der Malerin aufzunehmen. Bisher nicht gezeigte Frankenthaler-Werke aus der Sammlung Reinhard Ernst treten in eine lebendige Auseinandersetzung mit den drei Positionen. In sämtlichen Räumen bleibt sie als zentraler Bezugspunkt sichtbar – sei es durch formale Übereinstimmungen, thematische Anknüpfungen oder direkte Gegenüberstellungen. In einem Ausstellungsbereich begegnen sich schließlich alle vier in einem gemeinsamen Spannungsfeld.
Jenny Brosinski (*1984, Berlin) reagiert in großformatigen Leinwänden mit radikaler Reduktion auf die Bildtradition des Abstrakten Expressionismus. Wie Frankenthaler arbeitet sie auf ungrundiertem Gewebe. Ihre spontane, rohe Malweise entfaltet eine Leichtigkeit und Offenheit, die das expressive Moment neu definiert.
Ina Gerken (*1987, Düsseldorf) verbindet in ihren Arbeiten fein abgestimmte Farbschichtungen, die an landschaftliche Stimmungen erinnern. Während ihres Aufenthaltsprogramms im Frankenthaler-Haus an der Skowhegan School of Painting & Sculpture in Maine (USA) setzte sie sich intensiv mit Frankenthalers malerischen Prozess auseinander – diese Nähe ist in Gerkens sensibler Farb- und Bildauffassung spürbar.
Adrian Schiess (*1959, Le Locle/Zürich) zeigt irisierende, farbintensive Bodenplatten, deren entpersönlichte Oberflächen die Grenzen des klassischen Tafelbilds hinterfragen. Seine Arbeitsweise, die auf Handschrift verzichtet, knüpft an Frankenthalers offene Malprozesse an und erweitert sie in den Raum.
Die Ausstellung zeigt eindrücklich, wie Frankenthalers Pionierarbeit auch heute noch nachwirkt – als Inspiration, Kontrast oder konzeptioneller Ausgangspunkt aktueller künstlerischer Auseinandersetzungen.

