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Basel

Freundschaft, Sammeln, Kunstsinn – Karl und Marianne Im Obersteg

Wie persönliche Beziehungen eine Kunstsammlung prägen können, zeigt die Ausstellung Freundschaft, Sammeln, Kunstsinn im Kunstmuseum Basel | Hauptbau. Rund vierzig Werke und mehrere Briefe veranschaulichen, wie aus dem Austausch des Ehepaars Karl und Marianne Im Obersteg mit Künstler:innen ihrer Zeit eine Sammlung der klassischen Moderne entstand. Einige dieser Briefe sind zu lesen, andere zu hören: Schauspieler haben den Worten von Karl Im Obersteg und ausgewählten Künstlern eine Stimme verliehen.

 

Karl (1883–1969) und seine Frau Marianne Im Obersteg (1892–1936) standen in engem Kontakt mit den Künstler:innen Cuno Amiet (1868–1961), Marc Chagall (1887–1985), Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Alexej von Jawlensky (1864–1941) und Marianne von Werefkin (1860–1938) sowie dem Tanzpaar Alexander Sacharoff (1886–1963) und Clotilde von Derp Sacharoff (1892–1974). Aus diesen Freundschaften wuchs eine Sammlung von rund 220 Werken, darunter Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier, und ein umfangreicher Bestand an Briefen.

 

Die Briefe erzählen von künstlerischem Austausch, von Unterstützung in schwierigen Kriegszeiten, von Konflikten wegen Werkrepliken und gemeinsamer Trauer. Gleichzeitig dokumentieren sie die Entstehung von Ausstellungen und den Kauf, den Verkauf und die Vermittlung von Kunstwerken.

 

Die Stiftung Im Obersteg wurde 1992 von Karl und Mariannes Schwiegertochter Doris Im Obersteg-Lerch (1931–2015) gegründet und hat seit 2004 ihren Sitz in Basel. Die Sammlung ist seitdem als Depositum im Kunstmuseum Basel. Zweck der Stiftung ist es, die Sammlung zu erhalten und sie durch Ausstellungen und Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

Die Präsentation Freundschaft, Sammeln, Kunstsinn begleitet die Ausstellung Van Gogh, Hodler und ein Cabriolet. Die Sammlerin und Pionierin Gertrud Dübi-Müller, die zeitgleich im Kunstmuseum Basel | Neubau zu sehen ist (19.9.2026–7.2.2027). Gertrud Dübi-Müller und Karl Im Obersteg kannten sich zwar nur flüchtig, bewegten sich aber in ähnlichen Kreisen. Beide standen in engem Kontakt zu Amiet, nahmen bei ihm Malunterricht und sammelten seine Werke. Als Freund:innen und Förder:innen begleiteten sie sein Schaffen über Jahrzehnte.

 

Die Sammlung von Dübi-Müller wurde ins Kunstmuseum Solothurn integriert. Damit stehen das Ehepaar Im Obersteg und Gertrud Dübi-Müller in einer Tradition des Sammelns, wie sie sich im frühen 20. Jahrhundert in der Schweiz entwickelte: Aus engen Kontakten zu Künstler:innen wuchsen Privatsammlungen, die heute als Dauerleihgaben oder Vermächtnisse in öffentlichen Museen zu sehen sind.

 

Kuratiert von Géraldine Meyer, Greta Schweizer, Nina Schweizer

Diese Ausstellung endet in
102
Tage
13
Std
32
Min
23
Sek
Termine
Start01.09.2026
Ende07.02.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum Basel
Kunstmuseum BaselSt. Alban-Graben 16, 4051 Basel (Hauptbau)

Der stetige Ausbau der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, die mit dem 1661 angekauften Amerbach-Kabinett ihren Anfang nahm, machte über die Jahrhunderte hinweg mehrmals Umzüge der Sammlung innerhalb Basels erforderlich. 1936 wurde der Hauptbau am St. Alban-Graben eröffnet. 1980 fand mit dem Kunstmuseum Basel | Gegenwart eine erste Erweiterung statt, 2016 mit dem Neubau eine zweite. Der Hauptbau des Kunstmuseums Basel aus dem Jahr 1936 wurde von dem Basler Architekten Rudolf Christ zusammen mit dem Stuttgarter Baumeister Paul Bonatz, beide Vertreter einer konservativen Moderne, entworfen. Er war als reines Sammlungshaus konzipiert worden, eine Bestimmung, die er seit der Eröffnung des Neubaus im Frühjahr 2016 mit dessen speziell für Sonderausstellungen konzipierten Oberlichträumen wieder voll wahrnehmen kann. Im Erdgeschoss präsentiert sich heute die Sammlung Basler Kunst, im Zwischengeschoss die Werke der Sammlung Im Obersteg. Im ersten Obergeschoss finden sich die Sammlungen mit Kunst aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie des 17., 18. und 19. Jahrhunderts. Werke der Klassischen Moderne und der Europäischen Nachkriegsmoderne werden im 2. Obergeschoss präsentiert. Schliesslich beherbergt der Hauptbau im Zwischengeschoss auch das Kupferstichkabinett sowie im Erdgeschoss den Shop und das Bistro Kunstmuseum. Im April 2016 eröffnete gegenüber dem Hauptbau und unterirdisch mit diesem verbunden ein drittes Haus: der Neubau, entworfen vom ortsansässigen Architekturbüro Christ & Gantenbein. Er ist sowohl für Sonderausstellungen als auch für Sammlungspräsentationen konzipiert. In den Oberlichtsälen im 2. Obergeschoss werden die grossen Sonderausstellungen präsentiert. Die anderen Geschosse sowie der unterirdische Verbindungstrakt zum Hauptbau sind für Sammlungswerke ab 1950 vorgesehen – mit Ausnahme des zeitgenössischen Kunstschaffens, das im Kunstmuseum Basel | Gegenwart gezeigt wird. Im Erdgeschoss des Neubaus befindet sich zudem eine zusätzliche Verkaufsstelle des Shops im Hauptbau. 1980 fand mit der Eröffnung des Museums für Gegenwartskunst am St. Alban-Rheinweg – eines der weltweit ersten Museen für zeitgenössische Kunst – eine erste Erweiterung des Kunstmuseums Basel statt. Heute trägt es den Namen Kunstmuseum Basel | Gegenwart. Das Kunstmuseum Basel | Gegenwart zeigt Werke zeitgenössischer Kunst aus den Beständen des Kunstmuseums Basel und der Emanuel Hoffmann-Stiftung sowie Sonderausstellungen. Neben wechselnden Sammlungspräsentationen, die stets in einen Dialog mit der Ausstellungstätigkeit treten, finden regelmäßig Vorträge und Diskussionen zu Themen aktueller Kunst statt sowie Werkbetrachtungen und Führungen.