Schwarze Künstler:innen prägen die Kunst in Deutschland und bewegen sich trotzdem zwischen Bleiben und Gehen. Sie halten an einer Kulturlandschaft fest, die ihre Arbeit oft nicht anerkennt. Gleichzeitig suchen sie nach Wegen, auf denen lokales Schwarzes Bewusstsein wachsen und gefördert werden kann. Wie lässt sich bleiben, wenn Räume einen nicht willkommen heißen? Dieser Frage gehen die Arbeiten in gehen | bleiben | halten nach. Die Ausstellung ist vom 17. Oktober 2026 bis einschließlich 24. März 2027 in Witten zu sehen.
Black Archive Germany x Benedicta Bibuku
Black Archive Germany zeigt das Leben in der afrikanischen Diaspora in seiner Schönheit und Vielschichtigkeit, fernab von Klischees. Das Projekt der Künstlerin Cate Lartey sammelt fotografische Erinnerungen afrikanischer Communities in Deutschland und feiert Selbstverständnis, Widerstandskraft und Gemeinschaft. Für die Installation hat das Archiv die visuelle Künstlerin Benedicta Bibuku eingeladen. Sie wurde 1999 in der Demokratischen Republik Kongo geboren, ist in Deutschland aufgewachsen und lebt in den Niederlanden. In ihren Bildern reflektiert sie ihr Leben als kongolesische Frau in der Diaspora und entwirft alternative Lebensentwürfe für Schwarze Frauen. Ihre Motive druckt sie auf Filmnegative oder Baumwolle.
Ethel Tawe
Ethel Tawe wurde in Yaoundé, Kamerun, geboren. Die antidisziplinäre Künstlerin und Forscherin setzt sich mit Erinnerung in Afrika und seiner Diaspora auseinander. Image-Making, Storytelling und Zeitreisen bilden den Rahmen ihrer Arbeit. Mit Fotografie, Collage, Text und Bewegtbild blickt sie oft spekulativ auf Kultur und Technologie. Ihr Multimedia-Projekt «Image Frequency Modulation« wurde von der Magnum Foundation gefördert und 2023 beim IDFA DocLab Forum in Amsterdam vorgestellt.
Noemi Weber
Noemi Weber hinterfragt die vorherrschenden Erzählungen eines westlichen Malereibegriffs und der tradierten Kunstgeschichte. Sie legt offen, wie eng gestische Malerei mit Ornament und Tanz verwoben ist. Außerdem befragt sie die Gegensätze zwischen Folklore und bildender Kunst sowie zwischen individueller und kollektiver Produktion. Weber lebt und arbeitet in Düsseldorf. 2024 erhielt sie den Kunstpreis NRW – Junge Szene.
Maktaba Room
Maktaba Room ist eine Initiative von Cate Lartey, ghanaische Künstlerin und Kuratorin, und Donja Nasseri, Künstlerin mit ägyptischen und afghanischen Wurzeln. Der Leseraum soll das Miteinander über Communities hinweg stärken und zum Austausch und Teilen von Ressourcen einladen. Besucher:innen können hier lesen, nachdenken, schreiben und träumen, ganz im eigenen Tempo. Die Sammlung umfasst Literatur, Kunst, Design und Printed Matter, mit einem Schwerpunkt auf afrikanischen, asiatischen und diasporischen Autor:innen. Gespräche und Workshops ergänzen das Angebot.