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Dresden

Gepackt und geschnürt. Unterwegs in kargen Landschaften

Ein Leben in Steppen, Wüsten oder Gebirgsregionen stellt Menschen vor große Herausforderungen. Extreme klimatische Bedingungen und geringe Bestände an Pflanzen und Wildtieren prägen den Lebensraum. Das Museum für Völkerkunde Dresden zeigt faszinierende, farbenprächtige Knüpfarbeiten und Flachgewebe aus den kargen Regionen von Anatolien bis Afghanistan. Es präsentiert Objekte Vorder- und Mittelasiens aus dem eigenen Sammlungsbestand, die durch einige Stücke aus Dresdner Privatbesitz ergänzt werden. 

 

Ziehende Hirten, Halb- und Vollnomaden waren unterwegs mit Ziegen, Schafen, Pferden und Kamelen – für Stunden, Tage, Wochen, Monate oder während ihres gesamten Lebens. Die Wanderschaft zu Weiden und Wasserstellen erfolgt mit Nutztieren, die Fleisch, Milch und Wolle liefern sowie Lasten tragen. Der vielseitige Einsatz von selbstgefertigten Zelten, Taschen, Säcken, Bändern oder Decken ermöglicht dieses mobile Leben. Ob bei Hitze, Kälte, Regen, Trockenheit oder Stürmen derartige Textilien können alle Anforderungen erfüllen: von der bedarfsgerechten Herstellung über die multifunktionale Nutzbarkeit bis hin zu einer erstaunlichen Strapazierfähigkeit. Zudem bieten Textilien Oberflächen, um Dekore und Muster zu gestalten, die Zugehörigkeit zu einer Familie oder größeren Gemeinschaft auszudrücken sowie Rang und Ansehen innerhalb der Gruppe zu repräsentieren.

 

Die Ausstellung gibt vielfältige Einblicke zu Beschaffenheit, Funktionen und Variantenreichtum textiler Ausstattungen nomadisch-bäuerlicher Kulturen. Ein vertiefendes Begleitprogramm mit Workshops, Führungen und Gesprächsrunden ergänzen die Präsentation.

Diese Ausstellung beginnt in
44
Tage
14
Std
37
Min
59
Sek
Termine
Start12.11.2026
Ende30.04.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstaggeschlossen
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–17:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Japanisches Palais
Japanisches PalaisPalaisplatz 11, 01097 Dresden

Das Japanische Palais in Dresden ist ein Haus mit bewegter Geschichte, eine Kulturstätte ersten Ranges und Heimat berühmter Dresdner Kulturschätze. Anmutig am Neustädter Elbufer gelegen, wird es oft überstrahlt von der berühmteren Altstadtseite mit ihren nah beieinander liegenden Architekturperlen. Seine heutige Bescheidenheit passt jedoch nicht recht zu seiner prominenten Geschichte, spielte das Palais im barocken Dresden doch eine Hauptrolle. August der Starke (1670–1733) plante, hier seinen Traum von einem Porzellanschloss zu verwirklichen. Dächer, Innenausstattung, alles sollte aus Porzellan sein. Nachdem er 1717 das Palais erworben hatte, beschäftigte er die führenden Dresdner Architekten Pöppelmann, de Bodt, Longuelune und Knöffel mit dem Umbau. Die imposante Vierflügelanlage zählt mit ihrer Bauplastik im damals hochmodernen chinoisen Stil und ihren japanisch geschwungenen Dächern zu den Meisterwerken des Dresdner Barock. Allerdings blieb die Gesamtvision vom Porzellanschloss unvollendet. Ab 1721 zogen hier die königliche Kunstkammer, später die Porzellansammlung und ab 1785 die antiken Skulpturen, die Münzsammlung und die kurfürstliche Bibliothek ein. Das kuriose Moritzburger Federzimmer gehörte zum Originalinterieur, genau wie die Gobelins nach Raffael, die heute in der Sammlung der Gemäldegalerie Alte Meister aufbewahrt werden. Auch andere berühmte Kunstschätze machten hier Station. Nach Gottfried Sempers Entwürfen wurde ab 1834 das Erdgeschoss mit pompejischen Wandmalereien dekoriert. Von 1954 bis 2012 war das Landesmuseum für Vorgeschichte des Landesamtes für Archäologie im Japanischen Palais beheimatet, das sich heute als Staatliches Museum für Archäologie in Chemnitz befindet. Das Museum hat das völlig kriegszerstörte Gebäude wieder nutzbar gemacht. Heute sind in dem Haus die Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden und das Museum für Völkerkunde Dresden zuhause.