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Dessau

Glas | Beton | Metall

Eisen, Beton und Glas nannte Walter Gropius als die neuen, industriellen Baustoffe, die die alten Naturbaustoffe »überholen« würden. Das Bauhausgebäude steht für eine Vielzahl von Material-Neuentwicklungen in der Industrie und im Bausektor der 1920er Jahre. Die dreiteilige Ausstellung widmet sich den Materialien, aus denen es vorwiegend gemacht ist und mit denen sich die Werkstätten der Schule beschäftigten.

 

Als der Werkstattflügel des Bauhausgebäudes am 4. Dezember 1926 in Dessau eröffnet wurde, erstrahlte er wie ein gläserner Kubus – eine architektonische Manifestation des Neuen Bauens. Die Faszination, aber auch Skepsis der über 1.000 Gäste rührte nicht nur vom ungewöhnlichen, windmühlenförmigen Grundriss her, sondern auch von den neuartigen Baumaterialien, die Walter Gropius verwendete und mit denen sich die Werkstätten der Schule gestalterisch auseinandersetzten.

 

Fast ein Jahrhundert später nimmt die Ausstellung Glas | Beton | Metall im historischen Werkstattflügel genau diese Materialien in den Blick. Sie untersucht die engen Verflechtungen der Bauhausarbeit mit der Industriegeschichte des frühen 20. Jahrhunderts und fragt nach den oft übersehenen materiellen, wirtschaftlichen und technologischen Grundlagen des ikonischen Gebäudes und seiner Werkstattproduktion.

 

Die dreiteilige Ausstellung gibt anhand von historischen Fotografien, Werkzeugen, Dokumenten und Gerätschaften Einblick in bisher wenig beachtete Aspekte der Bauhaus-Geschichte. Sie fragt nach den Formatierungen dieser modernen Alltagsästhetik, nach Herstellungsprozessen, Produktionsorten, Arbeitsbedingungen und der Rohstoffgewinnung, die sich hinter den glatten, sauberen Oberflächen von Stahlrohren oder Glasfassaden verbergen.

 

Glas | Beton | Metall verfolgt Handelswege und Ressourcenströme, die in zutiefst ungleiche koloniale und imperiale Wirtschaftsbeziehungen und Geopolitiken eingebunden waren. Die Ausstellung thematisiert die Irritationen, Verwerfungen, aber auch Aufbrüche, die mit den Materialinnovationen zu Beginn der 1920er Jahre verbunden waren – und schlägt damit eine Brücke zu aktuellen Debatten über Nachhaltigkeit, Ressourcengerechtigkeit und globale Produktionsbedingungen.

Diese Ausstellung endet in
353
Tage
11
Std
33
Min
4
Sek
Termine
Start28.03.2026
Ende10.10.2027
Öffnungszeiten
Montag10:00– 17:00
Dienstag10:00– 17:00
Mittwoch10:00– 17:00
Donnerstag10:00– 17:00
Freitag10:00– 17:00
Samstag10:00– 17:00
Sonntag10:00– 17:00
Veranstaltungsort
Bauhaus Museum Dessau
Bauhaus Museum DessauGropiusallee 38, 06846 Dessau-Roßlau (Bauhausgebäude)

Das Bauhaus Museum Dessau ist anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses am 8. September 2019 eröffnet worden. Bisher war die Präsentation der wertvollen Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau im Bauhausgebäude nur eingeschränkt möglich. In dem neuen Museum gibt es erstmals geeignete Räumlichkeiten für eine umfassende öffentliche Präsentation. Die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau umfasst rund 50.000 katalogisierte Exponate und ist die zweitgrößte Sammlung zum Thema Bauhaus weltweit. Das Museum mit einer Ausstellungsfläche von 2.100 Quadratmetern hat insgesamt eine Nutzfläche von 3.500 Quadratmetern. Die Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau ist die zweitgrößte und gleichzeitig eine der jüngsten Sammlungen zum Bauhaus weltweit: Der erste Ankauf wurde 1976 in der damaligen DDR getätigt, im Zuge der Wiedereröffnung des Bauhaus Dessau als Wissenschaftlich-Kulturelles Zentrum. Seither ist sie stetig gewachsen. Vor allem Schülerarbeiten, Aufzeichnungen aus dem Unterricht, Entwürfe und Prototypen aus den Werkstätten prägen ihr Profil. Die knapp sieben Jahre Dessauer Bauhaus (1925–1932) waren die Hochphase der Bauhaus-Architektur. Darum befinden sich die meisten Bauhausbauten in Dessau: das Bauhausgebäude, die Meisterhäuser, die Siedlung Dessau-Törten, das Kornhaus, Haus Fieger, das Stahlhaus und das Arbeitsamt.