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Augsburg

Heinz Butz – Der stille Kosmos

»Was wir sehen, ist visuelle Kammermusik. Man täusche sich nicht: Diese diskrete Haltung verfügt über ihr eigenes Selbstbewusstsein, und ihre Klarheit unterscheidet sich von vielem, was sie in der Öffentlichkeit übertönt«.
(Gottfried Boehm in der Dokumentation über Heinz Butz: Eremit am leeren Tisch, 2019)

 

Die Kunsthalle Augsburg im Glaspalast lädt zu einer großen, retrospektiv angelegten Schau über das Werk von Heinz Butz ein – der bislang umfangreichsten institutionellen Präsentation dieses bedeutenden und doch lange im Verborgenen arbeitenden Künstlers. In einer Zeit, in der laute Gesten oft vorherrschen, entfaltet Butz’ Werk seine Wirkung in der Stille: präzise, zurückgenommen und in seiner stillen Kraft zutiefst eindringlich.

 

Geboren 1925 in Dillingen an der Donau und in Augsburg aufgewachsen, studierte Butz an der Kunstschule der Stadt Augsburg und an der Akademie der Bildenden Künste in München. An beiden Lehranstalten wirkte er später auch als Professor, bis zu seiner Emeritierung 1991. Sein künstlerisches Schaffen entstand nicht im Rampenlicht, sondern im unaufdringlichen Dialog mit Natur, Körper und abstrakten Formen.

 

Die Retrospektive im H1 der Kunsthalle Augsburg eröffnet einen neuen Blick auf einen Künstler, der sich bewusst jenseits vorgezeichneter Strömungen bewegte und sich keiner leichten Einordnung hingab. Ausgehend von fein nuancierten Naturstudien und Zeichnungen über die stille Kraft seiner Gemälde entwickelt sich in Butz’ Œuvre ein eigener Kosmos aus Linien, Flächen und Formen, die zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion oszillieren. Dieser komplexe Kosmos zeigt sich auch in seinen Bildobjekten und Kleinskulpturen, in denen Fundstücke des Alltags zu poetischen, fast meditativen Gebilden zusammenfinden.

 

In Augsburg wird das Lebenswerk in thematischen Sequenzen erlebbar: von frühen Studien und Zeichnungen über Bildobjekte der 1960er Jahre bis hin zu spät entstandenen abstrahierten Formen und Objekten. Die Ausstellung in der Kunsthalle Augsburg bietet Einblicke in die künstlerische Entwicklung eines Meisters, der die Wahrnehmung von Form und Raum über Jahrzehnte behutsam verschoben hat. Gerade aus heutiger Perspektive entfaltet Heinz Butz’ Werk eine bemerkenswerte Aktualität: Seine konzentrierte, auf das Wesentliche reduzierte Bildsprache wirkt zeitlos und besitzt die Kraft, Sehgewohnheiten zu hinterfragen und neue Zugänge zur Kunst zu eröffnen. Die Augsburger Werkschau lädt dazu ein, Heinz Butz’ sensibel komponierte Bildsprache als ein eigenständiges Universum zu erfahren – ein Werk, das in seiner Zurückhaltung und inneren Genauigkeit eine neue Sicht auf Kunst eröffnet.

 

Eröffnung: 21. November 2026, 11 Uhr

Diese Ausstellung beginnt in
30
Tage
4
Std
4
Min
32
Sek
Termine
Start21.11.2026
Ende18.04.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–17:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Kunsthalle Augsburg im Glaspalast
Kunsthalle Augsburg im GlaspalastBeim Glaspalast 1, 86153 Augsburg

Die Kunsthalle Augsburg (ehem. H2 – Zentrum für Gegenwartskunst) im Erdgeschoss des Glaspalasts ist Augsburgs städtisches Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst. Gezeigt werden in zwei Hallen (H1 und H2) auf einer Fläche von insgesamt 2.700 qm wechselnde Sonderausstellungen und Sammlungspräsentationen zur Kunst des 20. Jahrhunderts sowie zur Kunst der Gegenwart aus dem regionalen, nationalen wie auch internationalen Kontext. Regelmäßige öffentliche Führungen sowie ausstellungsbegleitende Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen, Künstlergespräche oder Podiumsdiskussionen ergänzen das Programm. Das Museum wird von Jan T. Wilms geleitet. Sammlung Die städtische Kunstsammlung zur Moderne und Gegenwart hat seit 2006 mit der Kunsthalle Augsburg (ehem. H2 – Zentrum für Gegenwartskunst) im Glaspalast einen Ort gefunden, an dem im Wechsel mit Sonderausstellungen in regelmäßiger Folge auch eigene Bestände und Neuerwerbungen präsentiert werden können. In unterschiedlichen Konstellationen und unter wechselnden thematischen Schwerpunktsetzungen werden Auszüge aus der im Aufbau befindlichen »Sammlung Neue Kunst« gezeigt. Der Sammlungsbestand umfasst mehrere hundert Werke aller künstlerischen Ausdrucksmedien. Neben herausragenden nationalen und internationalen Positionen sind auch eine Reihe von Werken regionaler sowie in Augsburg tätiger Künstlerinnen und Künstler vertreten. – Insbesondere der Bereich der Gegenwartskunst wird aktuell digital erschlossen, um die Online-Sammlung künftig sukzessive zu erweitern und so Forschung und Recherche zu befördern. Neben privaten Stiftungen, Schenkungen und durch die aktive Unterstützung des Kreises der Freunde der Augsburger Kunstsammlungen fanden auch zahlreiche Werke als Folge von Projekten und durch die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern Eingang in den Bestand. Damit spiegelt die »Sammlung Neue Kunst« auch die Ausstellungstätigkeit der Kunsthalle Augsburg wider.