Am 8. Februar 2026 wäre Paula Modersohn-Becker 150 Jahre alt geworden. Zu ihren Lebzeiten verkaufte die Künstlerin kaum eines ihrer Gemälde. Erst in den Jahrzehnten nach ihrem Tod erkannte die Kunstwelt die Magie, die in ihrem ganz eigenen Stil steckt. Heutzutage gelten die Bilder als Meilensteine des Expressionismus. Mit ihrem Schaffen und auch ihrem Leben war Paula Modersohn-Becker Vorbild und Inspirationsquelle zugleich. Zeitgenössische Künstler:innen, wie beispielsweise die französische Malerin Inès Longevial, lassen sich von ihr beflügeln.
Welche dieser Anregungen sind in der Kunst anderer sichtbar? Jedes der vier Worpsweder Museen folgt einer anderen Spur. Im Zentrum steht jeweils eines der Werke Paula Modersohn-Beckers. Sie geben die Impulse, die sich wie rote Fäden durch die Ausstellungen ziehen. Mal ist es der Blick auf sich selbst, mal ist es der Blick auf andere. Mal ist es die Haltung zum Gegenüber, die sich im Gemälde zeigt, und mal ist es ein Ausflug in ganz andere Sparten der Kunst. Aber immer ist es eine spannende Fährte, der die Besucherinnen und Besucher folgen können.
Mit ihren Porträts zeigte Paula Modersohn-Becker Menschen auf eine neue Art und Weise. Ihre Menschenbilder stellen Schönheitsideale auf den Kopf. Statt das Gegenüber detailgetreu und vielleicht sogar idealisiert wiederzugeben, fangen sie das Wesen ein. Sie reduzieren die Menschen auf das Essenzielle und überraschen mit psychologischer Tiefe.
Diese Herangehensweise war ein vollkommen neuer Ansatz für die Porträtmalerei. Deshalb stellt der Barkenhoff Paula Modersohn-Beckers Mädchen mit Perlenkette ins Zentrum der Ausstellung und erkundet davon ausgehend die Entwicklung von Porträts aus mehr als einem Jahrhundert. In der Gegenüberstellung historischer und zeitgenössischer Werke wird sichtbar, wie sich der Blick auf den Menschen wandelt – und welche Rollen der Zeitgeist, Individualität und Selbstinszenierung dabei spielen.
Gegenwartskünstler:innen in der Ausstellung
Heike Kati Barath (http://heikekatibarath.de)
David Didebulidze
Margarete Hecker
Andrea Lühmann
Insook Ju und Sukyun Yang (https://yangjubang.de)
Wiebke Mertens (www.wiebkemertens.com)
Sibylle Springer (https://sibyllespringer.com)
Historische Künstler:innen in der Ausstellung
Marie Bock, Carl Eeg, Bernhard Hoetger, Horacio Butler, Hans am Ende, Bernhard Hoetger, Alfred Kollmar, Rudolf, Kortokraks, Annelise Kretschmer, Paula Modersohn-Becker, Ottilie Reylaender, Rainer Maria Rilke, Clara Rilke-Westhoff, Albert Schiestl-Arding, Paul Schroeter, Georg Tappert, Tetjus Tügel, Bram van Velde, Heinrich Vogeler