2025 stehen Paula Modersohn-Becker und ihre Weggefährtinnen im Mittelpunkt des Ausstellungsgeschehens der vier Worpsweder Museen. Diese Würdigung der bedeutendsten Worpsweder Künstlerpersönlichkeit anlässlich ihres 150. Geburtstags wird 2026 mit einer weiteren Gemeinschaftsausstellung fortgesetzt. Sie ist damit Teil des mehrjährigen Projekts ›ZEITENWENDE. Kunst im Aufbruch in einer Welt des Umbruchs‹ (2022– 2027), das die Jubiläen zentraler Künstlerpersönlichkeiten zum Anlass nimmt, künstlerische Traditionen und bahnbrechende historische Innovationen mit aktuellen künstlerischen Bewegungen und gesellschaftlichen Fragestellungen zu verbinden.
Ausgehend von je einem Werk Paula Modersohn-Beckers in jedem der vier Museen begeben sich die Kurator*innen der vier Museen unter dem Titel ›Impuls Paula‹. auf künstlerische Entdeckungsreisen. Verschiedenen thematischen Strängen folgend zeigen sie Kunstwerke, die im Kontext der Impulse, die Paula Modersohn-Becker mit ihrem Leben und Schaffen gesetzt hat, gesehen und verstanden werden können und die Bedeutung für das aktuelle Kunstgeschehen und seine gesellschaftliche Rezeption haben.
ich bin / du bist. Menschenbilder (Barkenhoff)
Im Barkenhoff entfaltet sich ein Dialog zwischen Porträts aus mehr als einem Jahrhundert - von expressiven Selbstbefragungen über dokumentarische Fotografie bis hin zu zeitgenössischen Positionen. Porträts sind weit mehr als reine Abbildungen des Menschen: Sie fungieren als kulturelle Chiffren, Spiegel gesellschaftlicher Normen und Ausdruck persönlicher wie kollektiver Vorstellungen.
Respekt! (Große Kunstschau)
Die Große Kunstschau widmet sich, ausgehend von einem bäuerlichen Halbakt Paula Modersohn-Beckers, der Frage nach dem Wandel der Haltungen, die sich in der künstlerischen Darstellung von Menschen und ihren Lebenswelten zeigen. Anhand ausgewählter Werke geht die Ausstellung der Frage nach, wie sich der Blick auf gesellschaftliche Machtverhältnisse, soziale Rollen und das Verhältnis zur Natur ändert.
ANGEWANDT. Frau + Design (Haus im Schluh)
Das Haus im Schluh thematisiert Paula Modersohn-Beckers Ausflug in die angewandte Kunst und zeigt zwölf ausgewählte Positionen modernen Designs von Künstlerinnen von 1920 bis heute, darunter Textil, Mode, Werbegrafik, Keramik und Silber. Das Schaffen dieser kreativen Frauen wird im Kontext von Martha Vogeler und Worpswede vorgestellt.
Hautnah. Inès Longevial (Worpsweder Kunsthalle)
Die Worpsweder Kunsthalle zeigt Arbeiten der zeitgenössischen französischen Künstlerin Inès Longevial. Ihr bevorzugtes Sujet ist das Selbstportrait, das, wie bei Paula Modersohn-Becker, der Erforschung der eigenen Identität dient. Sie versteht den weiblichen Körper als Medium von Empfindungen und Stimmungen, die oft melancholisch wirken, jedoch auch Ausdruck innerer Stärke darstellen. Nach Ausstellungen in Paris, New York und Shanghai ist Inès Longevial erstmals in Deutschland mit einer Einzelausstellung vertreten.

