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Ravensburg

JANET CARDIFF. FORTY PART MOTET

Die Sound-Installation The Forty Part Motet (2001) der kanadischen Künstlerin Janet Cardiff (*1957) rückt die skulpturalen Qualitäten von Klang in den Mittelpunkt und bietet ein einzigartiges räumliches Klangerlebnis. Ausgangspunkt bildet das polyphone Renaissance-Musikstück Spem in Alium, das Thomas Tallis um 1570 für acht Chöre zu je fünf Stimmen komponiert hat. Janet Cardiff zeichnete die Stimmen der Sänger:innen auf getrennten Tonspuren auf und lässt jede Stimme über einen der vierzig im Oval angeordneten Lautsprecher erklingen. Die eigene Bewegung im Raum bestimmt das Hörerlebnis und ermöglicht, sich sowohl auf die Intimität unterschiedlicher Solostimmen zu konzentrieren als auch in die suggestive raumreifende Komposition als Ganzes eintauchen. Mit Dank an die Tate Modern, London.

Diese Ausstellung endet in
24
Tage
14
Std
23
Min
8
Sek
Termine
Start08.08.2026
Ende15.11.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag14:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–19:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum Ravensburg
Kunstmuseum RavensburgBurgstraße 9, 88212 Ravensburg

Fundament des Kunstmuseums Ravensburg ist die Sammlung Selinka, die der ehemalige Werbeberater Peter Selinka (1924–2006) zusammen mit seiner Frau innerhalb von vier Jahrzehnten zusammengetragen hat. Das Profil der Sammlung folgt dem roten Faden einer expressiv-gestischen Tradition durch das 20. Jahrhundert. Expressionismus Etwa zwei Drittel der Sammlung Selinka besteht aus Werken des Expressionismus, die Peter Selinka seit den 1950er Jahren mit Leidenschaft gesammelt hat. Das Sammlungskonvolut mit Haupt- und Nebenlinien der expressionistischen Bewegung gibt einen ausgezeichneten Überblick über die verschiedenen Ausprägungen dieser kunsthistorischen Epoche zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Schwerpunkt der Sammelleidenschaft von Peter Selinka war die Künstlergruppe Brücke mit Werken von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel oder Otto Mueller. Besonders zahlreich vertreten sind vor allem Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafiken der Künstlergruppe Brücke um 1910/11, in der sich bei gemeinsamen Aufenthalten der Künstler an den Moritzburger Seen und an der Nordsee der charakteristische expressive Stil herausgebildet hat. Anzahlmäßig weniger vertreten, aber nicht weniger eindrucksvoll, sind die Werke, die Peter Selinka von Künstlern wie Gabriele Münter, Alexej von Jawlensky und Wassily Kandinsky aus dem Umkreis der Münchner Künstlerbewegung Blauer Reiter erworben hat. Ein Highlight der Sammlung ist das Spanische Mädchen von Alexej von Jawlensky, das Peter Selinka dem Banker und späteren Vizepräsidenten der USA, Nelson Rockefeller, in den 1970er Jahren abkaufte. Cobra und Spur Ende der 1970er Jahre hat Peter Selinka seine Sammeltätigkeit dann auf die Künstlergruppe Cobra ausgeweitet. Auslöser dafür war der Besuch einer Pierre Alechinsky Ausstellung in Paris. Die Begegnung mit dem Cobra-Mitglied Alechinsky regte Peter Selinka an, den expressiven Sammlungsschwerpunkt auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg auszuweiten. Unmittelbar als Reaktion auf den Krieg wurde die Künstlergruppe Cobra 1948 in Paris ins Leben gerufen. Der Name Cobra bildete sich aus den Anfangsbuchstaben der Städte Copenhagen, Brüssel und Amsterdam, aus denen die Gründungsmitglieder stammten. Obwohl die Gruppe nur bis 1951 bestand, hatte sie vor allem in den nordeuropäischen Ländern großen Einfluss. Die Cobra-Künstler suchten in den 1940er Jahren in Abgrenzung gegen eine sich etablierende abstrakte Malerei und gegen einen sozialkritischen Realismus ihren eigenen Weg. An den deutschen Expressionismus anknüpfend, verband die Cobra-Künstler die Suche nach einer ursprünglichen spontanen Expressivität und Authentizität in der Kunst. Anhand der in der Sammlung vertretenen Werke von Cobra Künstlern wie Asger Jorn, Carl-Henning Pedersen, Pierre Alechinsky, Christian Dotremont, Karel Appel, oder Corneille lässt sich diese internationale Künstlerbewegung und die Entwicklung der einzelnen Mitglieder nach Auflösung der Gruppe erfassen. Durch Vermittlung Asger Jorns kamen junge Absolventen der Münchener Kunstakademie mit den Ideen von Cobra in Deutschland in Berührung. Lothar Fischer, Heimrad Prem, Helmut Sturm und Hans-Peter Zimmer schlossen sich 1958 zur Gruppe Spur zusammen. Diese hatte bis 1966 Bestand. In der Sammlung vertreten sind über dreißig Arbeiten dieser Künstlergruppe.

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